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Altenburger bekommt ein Jahr Haft für Horizonte-Einbruch

Gerichtsbericht Altenburger bekommt ein Jahr Haft für Horizonte-Einbruch

Zu einem Jahr Haft ohne Bewährung ist Sebastian M. verurteilt worden. Er gestand, im Oktober 2015, zusammen mit seinem Bruder ins Diakoniezentrum Horizonte eingebrochen zu sein. Bis zuletzt bestritt er jedoch, am spektakulären Einstieg in die Fahrradwelt beteiligt gewesen zu sein.

Weil er ins Diakoniezentrum Horizonte eingebrochen war, bekam ein Serientäter am Altenburger Amtsgericht ein Jahr Haft. Der spektakuläre Fahrradwelt-Bruch war ihm jedoch nicht nachzuweisen.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Er kam in Handschellen und ging ohne. Freigesprochen wurde Sebastian M. vor dem Altenburger Amtsgericht aber nicht. Im Gegenteil. Vielmehr bekam der 30-Jährige wegen besonders schweren Diebstahls eine Freiheitsstrafe von einem Jahr ohne Bewährung. Dass er jedoch nicht im Gefängnis bleibt, sondern die Strafe erst später absitzen muss, hängt damit zusammen, dass Richter Sandy Reichenbach den Haftbefehl gegen ihn außer Kraft setzte.

„Der Haftbefehl wird aufgehoben“, erklärte Reichenbach. „Zum einen liegen die Voraussetzungen dafür nicht mehr vor und zum anderen gibt es keine anderen Haftgründe.“ Auch eine Fluchtgefahr sei nicht zu erkennen. „Ob das gut ist, ist eine andere Frage“, meldete der Richter leise Zweifel an der Gesetzestreue des Dauerkriminellen an. Da der sogenannte Sicherungshaftbefehl nur bestand, um weitere schwere Straftaten, die mit einer Haftstrafe von über einem Jahr sanktioniert sind, zu verhindern, wäre dieser nur weiter zu rechtfertigen gewesen, wenn jetzt auch ein entsprechend höheres Urteil ergangen wäre.

Werkezeug und Schlüssel aus der Diakonie geklaut

Nach M.s Geständnis und weiteren dazu passenden Zeugenaussagen sah es das Gericht als erwiesen an, dass der Altenburger am 10. Oktober 2015 zusammen mit seinem Bruder ins Diakoniezentrum Horizonte in der Skatstadt eingebrochen war und dort neben Werkzeugen und Computerzubehör auch eine ganze Reihe Schlüssel hatte mitgehen lassen. Gesamtschaden: rund 3500 Euro.

Bei den daraus folgenden und ebenfalls angeklagten Taten wurde das Verfahren dagegen eingestellt. Als zu vage hatten sich die Verdachtsmomente gegen Sebastien M. wegen des Diebstahls eines Kleintransporters der Diakonie, eines Kennzeichens von einem baugleichen Fahrzeug und wegen des spektakuläre Einbruchs in die Fahrradwelt mit dem gestohlenen Wagen herausgestellt.

Neben dem „einsichtsgeprägten Geständnis“ wertete Reichenbach zugunsten des Angeklagten, die „zurückgegebenen Sachen“ und dass er drogenabhängig und bereit sei, dagegen etwas zu tun. Zu seinen Lasten ging seine Latte an Vorstrafen und der Fakt, dass er sein Horizonte-Wissen aus Arbeitsstunden für die Tat ausnutzte. Mit sechs Jahren und neun Monaten habe M. von den vergangenen 15 Jahren fast die Hälfte in Haft verbracht, so der Richter zum Angeklagten, der bereits vier Monate nach seiner letzten Entlassung wieder straffällig wurde. „Gemessen an Ihrem Bruder sind Sie jedoch ein relativ kleines Licht.“

„Mein Bruder war nicht dabei“,

Dieser wiederum spielte eine maßgebliche Rolle im Verfahren gegen seinen Bruder. Obwohl Marcel M. zunächst von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machen wollte, entschloss er sich auf vehementes Nachbohren Reichenbachs doch dazu, etwas zu sagen. „Ich war alleine beim Bruch in der Fahrradwelt“, erklärte er und drückte seinem Bruder trotz Handschellen die Daumen. „Mein Bruder war nicht dabei, er wusste von der Aktion auch nichts.“

Zudem kündigte Marcel M., der erst Mitte März zu weiteren zwei Jahren Gefängnis verurteilt wurde, an, den spektakulären Einbruch in zwei Wochen aufklären zu wollen. Ab 23. Mai muss sich der 31-Jährige Intensivtäter dann selbst vor dem Altenburger Amtsgericht verantworten. Hauptvorwurf: Er soll am 17. Oktober 2015 mit einem Transporter rückwärts in die Fahrradwelt gerauscht sein, um Räder für mehr als 10 000 Euro zu stehlen.

Das Urteil gegen Sebastian M. ist derweil schon rechtskräftig. Sowohl sein Verteidiger Udo Freier als auch Staatsanwalt Frank Erdt verzichteten auf Rechtsmittel. Erdt hatte zuvor zwölf Monate Gefängnis und die Aufrechterhaltung des Haftbefehls gefordert. Freier hatte sich dem angeschlossen, aber für die Aufhebung des Haftbefehls plädiert.

Von Thomas Haegeler

Amtsgericht Altenburg 50.9931202 12.4366572
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