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Altenburg Altenburger feiern Landeserntedankfest mit viel Freude und ein bisschen Politik
Region Altenburg Altenburger feiern Landeserntedankfest mit viel Freude und ein bisschen Politik
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06:08 08.10.2018
Auf der Bühne im großen Festzelt wurde der Veranstaltungsreigen eröffnet. Mit dabei auch Ministerpräsident Bodo Ramelow (vorn). Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Etwas ratlos standen am Sonntagmittag Ministerpräsident Bodo Ramelow, der Präsident des Thüringer Bauernverbandes Klaus Wagner, Landrat Uwe Melzer sowie Altenburgs Bürgermeister Frank Rosenfeld mit anderen Ehrengästen auf der Bühne des Festzeltes auf der Teehauswiese. Zur Eröffnung des Thüringer Landeserntedankfest gehört traditionell der Anstich eines Fässchens des lokalen Bieres – doch leider hatte niemand an den nötigen Zapfhahn gedacht. Klaus Wagner, dem die Ehre des Anstichs zuteil geworden wäre, ließ sich davon nicht irritieren und versprach, beim nächsten Thüringer Landeserntedankfest gleich zwei Fässer anstechen zu wollen.

Der fehlende Gerstensaft hielt die werten Gäste sowie die versammelten Altenburger im Festzelt auch nicht davon ab, eine gebührende Eröffnung des 25. Thüringer Landeserntedankfestes zu feiern, das einen Teil des lang erwarteten Tages der Altenburger darstellte. „Thüringen hat eine lange und starke Tradition“, sagte Ministerpräsident Ramelow in seinem Grußwort. Sehr berührt gewesen sei er, berichtete der Politiker, als er die vielen Kinder in Tracht beim Erntedankgottesdienst gesehen habe. „Es zeigt sich: Wer Tracht trägt, hat Zukunft.“ Der Gottesdienst hatte bereits am Sonntagmorgen am Großen Teich stattgefunden. Auf der mobilen Bühne: Vertreter der Kirchen der Stadt – von der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland über die Katholische Kirchgemeinde bis hin zur Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde und der Freien evangelischen Gemeinde. „Das Erntedankfest verbindet Tradition und aktuelle Tagesthemen. Es ist ein Fest für die Sinne, für Herz und Verstand“, sagte Superintendent Henrich Herbst aus Weimar, der Regionalbischof Diethard Kamm vertrat. Herbst brachte das Thema auf all jene Menschen, die vor Armut und Aussichtslosigkeit aus ihrer Heimat flüchten, und ermunterte, hierzulande mehr „Zutrauen in die Kraft des Teilens“ zu entwickeln.

Ramelow fordert, Lebensmittel bewusst zu konsumieren

So zeigte die sich der Erntedanktag in Altenburg nicht nur als Tag des Feierns, sondern auch des Nachdenkens. Ramelow kam auf die Probleme, die der heiße Sommer für Landwirte mit sich gebracht hat, zu sprechen. Er hoffe, dass Menschen sich des Wertes von Nahrungsmitteln auch in Zukunft bewusst seien. „Wir müssen der jungen Generation vermitteln, dass Fleisch nicht aus dem 3D-Drucker kommt“, sagte er unter viel Applaus im Festzelt.

Auch Bauernpräsident Wagner thematisierte die Not der Bauern in diesem Jahr in seiner Rede. Bürgermeister Rosenfeld, Landrat Melzer und Superintendentin Kristin Jahn sprachen ebenfalls Grußworte. Danach übergab Moderatorin Christine Schwarzbach zusammen mit Klaus Wagner die von den Landfrauen geschmückten Erntekronen an Ministerpräsident Ramelow, Staatssekretär Klaus Sühl, an die Thüringer Finanzministerin Heike Taubert sowie Superintendent Henrich Herbst aus Weimar. Aus dem Altenburger Land erhielten Superintendentin Kristin Jahn, Bürgermeister Rosenfeld und Landrat Melzer Erntekronen.

Altenburger Spezialitäten beim Thüringer Bauernmahl

Anschließend begaben sich die Ehrengäste in den Teehaus-Saal der Orangerie. Hier fanden zeitgleich das traditionelle Thüringer Bauernmahl und der Empfang von Knut Kreuch, des Landesvorsitzenden des Thüringer Landestrachtenverbandes, statt. Stellvertretend für Birgit Keller, Thüringens Landwirtschaftsministerin, sprach Staatsekretär Sühl ein Grußwort. Er sprach über aktuelle Entwicklungen der Agrarpolitik und versicherte, sich für möglichst unbürokratische finanzielle Hilfen für Landwirte einzusetzen, die Ernteausfälle nach der Dürre erlitten haben. Knut Kreuch bedankte sich bei den Altenburgerinnen und Altenburgern, die fantastische Gastgeber seien, und eröffnete das aus regionalen Spezialitäten bestehende Buffet. Die Gäste des Bauernmahls konnten den Altenburger Ziegenkäse, mit Quark gefüllte Kartoffeln, gegrillte Blutwurst und Altenburger Hochzeitssuppe kosten.

Bauernmarkt am Sonnabend war sehr gut besucht

Einen Tag zuvor, am Sonnabend, hatten bereits Tausende Altenburger bei bestem Wetter den Bauernmarkt in der Innenstadt besucht. Dort wurden zig regionale Produkte, wie Lumpziger Mühlenbrot oder Landfrauenkuchen, feil geboten. Kinder freuten sich vor allem über eine Spielpyramide aus Strohballen. Der Bauernmarkt, ohnehin als Publikumsmagnet bekannt, übertraf in diesem Jahr noch einmal alle Erwartungen.

Von Pia Siemer

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