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Altenburger radeln in sieben Tagesetappen bis in die Schweiz

Städtetour Altenburger radeln in sieben Tagesetappen bis in die Schweiz

Am 27. August brechen 23 Hobby-Radfahrer und neun Begleitpersonen vom Altenburger Markt zu einer ungewöhnlichen Städtetour auf, bei der sie Altenburgs Partnerstädte Offenburg (Baden-Württemberg) und Olten (Schweiz) ansteuern. Die Pedaleure werden in sieben Tagesetappen insgesamt 853 Kilometer unter die Reifen nehmen und 10 869 Höhenmeter bewältigen.

Mit dem Banner der Städtetour postieren sich die Radler nach der Einkleidung zum Erinnerungsfoto.

Quelle: Frank Prenzel

Altenburg. Sie sitzen sprichwörtlich in den Startlöchern: Am 27. August brechen 23 Hobby-Radfahrer und neun Begleitpersonen vom Altenburger Markt zu einer ungewöhnlichen Städtetour auf, bei der sie Altenburgs Partnerstädte Offenburg (Baden-Württemberg) und Olten (Schweiz) ansteuern. Die ausschließlich männlichen und durchtrainierten Pedaleure werden in sieben Tagesetappen insgesamt 853 Kilometer unter die schmalen Reifen nehmen und dabei 10 869 Höhenmeter bewältigen.

„Nach einem Jahr Vorbereitungszeit ist die Sache jetzt rund“, sagte Sten Wagner (39), als die Radsportler Ende voriger Woche beim Teilnehmer- und Sponsorentreffen auf die Tour eingestimmt wurden und ihre Trikots in Empfang nahmen. Nur Stunden später saßen alle zu einer 160 Kilometer umfassenden Testfahrt im Sattel.

Wagner, Rechtsanwalt von Beruf und Chef von Aufbau Altenburg im Ehrenamt, fährt selbst im Tross dieser Benefiz-Tour mit. Denn die 23 Radler strampeln sich nicht nur zum Vergnügen, sondern auch für einen guten Zweck ab. Jeder von ihnen legte wenigstens 600 Euro hin, die komplett der von Rotary Club und Lions Club Altenburg unterhaltenen Stiftung für benachteiligte Kinder und Jugendliche zugute kommen. Aktuell steht die stolze Summe von 18 766 Euro zu Buche. Beide Clubs und die Radsportler von Aufbau Altenburg sind auch die Impulsgeber der mit Erlebnissen gespickten Städtetour von Altenburg nach Olten. Und damit alles richtig rollen kann, sind 15 Sponsoren im Boot, die den Finanzrahmen der Tour von etwa 20 000 Euro abdecken.

Mit seinen 75 Jahren ist Klaus Rößner, der vor seiner Pensionierung als Instandhaltungsmeister in der Braunkohle arbeitete, der Älteste im Fahrerpulk. Er wolle sich diese „einmalige Gelegenheit“ nicht entgehen lassen, erzählte er und freut sich auf die gemeinsame Fahrt im Team. Fit wie ein Turnschuh ist Rößner, der Altenburger, der Mitglied bei Aufbau ist, bringt es im Jahr auf etwa 10 000 Kilometer im Fahrradsattel. Er hatte 2007 schon an der vom Rotary Club initiierten England-Tour teilgenommen, auf der die jetzige Idee zurück geht, und war von der Organisation begeistert.

Mirco Remmel muss sich hingegen Urlaub nehmen. Und das war alles andere als leicht. Denn der 46-jährige Altenburger ist Bauleiter in einer Straßenbaufirma. „Das ist mein erster Urlaub im Sommer seit 25 Jahren“, verriet er. In der Firma müsse er die Woche weitgehend vorbereiten. Doch der Reiz der Tour ist zu verlockend. „Das ist ein Erlebnis, das man nicht alle Tage bekommt.“ Remmel freut sich auf „schöne Etappen“ und den Spaß mit der Truppe, hat aber auch Respekt vor den anspruchsvollen Anstiegen. Auf der „Königsetappe“ von Offenburg nach Titisee-Neustadt im Schwarzwald liegen zum Beispiel mehr als 2200 Höhenmeter vor den Radenthusiasten, die im Schnitt mit 25 Stundenkilometer unterwegs sein werden.

Ob Geschäftsführer, Anwalt, Notar, Apotheker oder Arzt – viele in der Skatstadt bekannte Namen finden sich im 23-köpfigen Teilnehmerfeld und im Tross der Begleiter. Mit der Tour, deren Etappen von 93 bis 159 Kilometer reichen, wollen sie nicht nur den Partnerschaften zu Oldenburg und Olten einen neuen Impuls geben, sondern auch in der Ferne Werbung für die Skatstadt machen. Und nach den schweißtreibenden Kilometern warten jeden Tag unterhaltsame Stunden auf die Botschafter im Raddress. In Saalfeld steigen sie ins Innere des Talsperren-Kraftwerks Hohenwarte, auf dem Weg nach Hirschaid machen sie ein Zwischenstopp bei der Mutterfirma der Altenburger Bierbrauer in Altenkunstadt, sie durchstreifen die Mittelalter-Stadt Rothenburg ob der Tauber, bekommen auf dem Heidelberger Schloss eine eigene Führung und touren mit einer Bimmelbahn durch den Schwarzwald.

In Offenburg wird am 1. September ein Ruhetag eingelegt, an dem die Altenburger von Oberbürgermeisterin Edith Schreiner (CDU) empfangen werden, die Altstadt erkunden und abends eine Weinprobe auf Schloss Ortenberg genießen können. Und im 17 000-Einwohner-Städtchen Olten wird ihnen ein Trunk in der ältesten Bierstube der Schweiz versprochen. Beim Abendessen werden dann Vertreter beider Städte mit am Tisch der Radler sitzen, die dann mehr als 850 Kilometer in den Beinen haben.

Von Frank Prenzel

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