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Altenburg Altenburger üben Kritik – Stadt bisher zufrieden
Region Altenburg Altenburger üben Kritik – Stadt bisher zufrieden
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12:15 27.07.2018
Auch in der Rosa-Luxemburg-Straße liegen Plaste, Papier und anderer Unrat herum. Einige Straßen Altenburgs sollen nach Aussagen von Anwohnern in den vergangenen Monaten nur ein- oder zweimal gereinigt worden sein. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Die Sauberkeit der Stadt liegt Altenburgs Oberbürgermeister André Neumann (CDU) am Herzen. Das hat der 40-Jährige nicht nur im Wahlkampf, sondern auch bei seiner Antrittsrede vor knapp drei Wochen stets unterstrichen. Nach seiner Ansicht sei es damit seit Jahresbeginn „bereits besser geworden“. Doch Neumanns subjektives Gefühl teilen nicht alle Altenburger.

Eigentümer und Anwohner schütteln den Kopf

Einer, der darüber nur den Kopf schüttelt, ist Eberhard Schmidt. Er besitzt im Bereich Pestalozzi-, Amendestraße und Spalatinpromenade Grundstücke und zahlt nunmehr für 200 Meter Straße der Reinigungsklasse III, die alle drei Wochen gereinigt werden soll, 171 Euro pro Jahr. „Eine Verteuerung um elf Prozent“, sagt er. Trotz Erhöhung werde aber nur unregelmäßig oder selten gereinigt. Bis heute seien die zur Straße gehörenden Parkplätze an der Spalatinpromenade nur ein- oder zweimal gesäubert worden. Noch schlimmer sei es am Jahresbeginn gewesen. „Im Januar und Februar hätte jeden Tag gekehrt werden können, passiert ist nichts.“

Ähnliche Aussagen gibt es von Anwohnern aus der Gutenbergstraße, die bisher nur einmal gereinigt worden sein soll, aus der Terrassen- und der Wenzelstraße. In Letzterer fanden sich noch im April Böllerreste. Angesichts der Probleme möchten Schmidt und Co. nun wissen, ob man jetzt für die Nichtleistung mehr bezahle und was mit dem Geld werde. „Bekommt das die Firma trotzdem“, fragt er und stellt klar, dass er nicht auf Krawall aus sei. Aber er besitze im betroffenen Bereich auch Gartengrundstücke – und müsse die höhere Pacht erklären.

Referatsleiter: Böller kein Straßenkehricht

Wie der Leiter des zuständigen Referats Stadtwirtschaft, Denis Anders, erklärt, seien aus besagten Straßen weder früher noch aktuell vermehrt Beschwerden bekannt. Sofern es diese gebe, werde dem aber sofort nachgegangen und „im begründeten Fall entsprechende Veranlassung mit und gegenüber dem Reinigungsunternehmen getroffen“. Daneben weist Anders aber darauf hin, dass „Böllerreste grundsätzlich keinen Straßenkehricht darstellen, wenngleich bei der Kehrung auch solche aufgenommen werden“. Diese wegzuräumen, sei Sache der Verursacher. Weil das nicht passiert, sei man im Januar viel unterwegs.

Dass gerade am Jahresbeginn Reinigungstermine ausfallen, erklärt der Referatsleiter mit dem Zusammenspiel von Witterung und Kehrturnussen. So wird laut Anders nicht gereinigt, wenn „zumindest winterliche Temperaturen herrschen“ und selbst wenn es tagsüber keinen Frost mehr gibt, wird nicht gereinigt, weil das dann nur „bruchstückhaft und wirtschaftlich nicht vertretbar wäre“. Auch der Aufwand für die Schilder sei dann zu hoch. „Verbunden mit einem Kehrturnus von einer bis drei Wochen ist deshalb eine Wahrscheinlichkeit groß, dass mehrere Kehrtermine nicht wahrgenommen werden“, so Anders.

Vielfältige Gründe für ausgefallene Termine

Aktuell gibt es dafür aber noch mindestens zwei weitere Gründe: entfernte Halteverbotsschilder und zugeparkte Straßen. Während ersteres zuletzt die Külz-Straße traf und kein Einzelfall ist, stehen in der Rembrandtstraße regelmäßig Autos, wenn gekehrt werden soll. Dennoch sei „die Straßenreinigung in diesem Jahr bisher zufriedenstellend“, so Anders. „Kritikpunkte werden gemeinsam aufgearbeitet und abgestellt.“ Ihm sei aber auch bewusst, dass es immer Kritik geben werde. „Die Aufgabe besteht deshalb auch hier, diese abzubauen.“

Was das Finanzielle betrifft, war es bisher immer so, dass – aufgrund der Witterungsunsicherheiten – ein Puffer eingeplant war. Heißt: Die Stadt bezahlt die rund 250 000 Euro jährlich nicht auf Grundlage der maximalen Reinigungstermine, sondern für etwas weniger. „Sollte eine Straße aber – warum auch immer – nie gekehrt werden“, sagt Rathaussprecher Christian Bettels, „bitten wir um Meldung, dann hat die Stadt auch Möglichkeiten, das zu sanktionieren.“

Von Thomas Haegeler

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