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Altenburg Altenburger zahlen ab 2018 weniger für Wasser und Abwasser
Region Altenburg Altenburger zahlen ab 2018 weniger für Wasser und Abwasser
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04:24 07.12.2017
Trink- und Abwasser wird ab Januar 2018 für die meisten Altenburger billiger. Das beschloss jüngst der Stadtrat. Quelle: dpa
Altenburg

Trink- und Abwasser werden ab 2018 für die meisten Altenburger billiger. Dazu segnete der Stadtrat jüngst zwei Vorlagen des Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsbetriebes Altenburg (Waba) mit klarer Mehrheit ab. Beim Trinkwasser stimmten 26 Stadträte einer Preisanpassung zu, zwei sagten nein und vier enthielten sich. Beim Abwasser gab es eine Ja-Stimme weniger, dafür aber eine Enthaltung mehr.

Hintergrund für die Senkung der Verbrauchs- beziehungsweise Einleitungspreise bei gleichzeitiger Erhöhung der Grundgebühr sind „Kostenüberdeckungen der Vorperiode“ und „die Entwicklung der Inflationsraten“, heißt es. Bei der Überprüfung der Preiskalkulation von 2014 bis 2017 stellte der Waba fest, dass die seinerzeit angenommenen Preise zu hoch waren und man dadurch mehr Geld einnahm als nötig. Zudem zog zuletzt die Inflation wieder merklich an.

„Wir haben die Gebührenschuldner zu hoch zur Kasse gebeten und müssen sie nun entlasten“, sagte Waba-Werkleiter Ubald Greger. Man habe aber dafür Rücklagen gebildet. „Es schlägt also für den Waba nicht durch.“ Insgesamt schlussfolgerte das städtische Unternehmen: „Die Gesamtbelastung für die Gebührenpflichtigen verringert sich bei Betrachtung der erhöhten Grundgebühr und der verminderten Verbrauchsgebühren gegenüber der vorangegangenen Gebührenperiode.“

Konkret bedeutet das für die Altenburger, dass sie ab 1. Januar bis zunächst 31. Dezember 2021 für einen Kubikmeter Trinkwasser 1,87 Euro (bisher: 2,69 Euro) bezahlen. Je Kubikmeter Schmutzwasser werden künftig 2,36 Euro (bisher: 2,51 Euro) und je Kubikmeter Regenwasser 1,71 Euro (bisher: 1,53 Euro) fällig. Letzteres wird also teurer. Wird eine Vorklärung des Abwassers verlangt, sinkt die Gebühr auf 0,85 Euro/m³ (bisher: 1,05 Euro).

Dem gegenüber steigen die Grundgebühren – erstmals seit 2010 – beim Trinkwasser um gut 18 Prozent. Die Zahlen sind aber schwer vergleichbar, weil sich die Bezugsgröße geändert hat. Neben Zählern mit Nenn- gibt es nun auch solche mit Dauerdurchfluss. Exemplarisch steigt die Gebühr in der kleinsten Bezugsklasse um 25,68 Euro pro Jahr auf 166,92 Euro und in der größten um jährlich 154,08 Euro auf 1001,52 Euro. Ähnlich beim Abwasser: Hier verteuert sich die Grundgebühr um gut 16 Prozent. In der kleinsten Bezugsklasse um 12 Euro im Jahr auf 85,08 Euro und in der größten um 72 auf 510,48 Euro.

„Der Trend geht in Deutschland zu Grundgebührenerhöhung, weil trotz der Bevölkerungsentwicklung der Vorhalteaufwand der gleiche ist“, begründete Greger diesen Schritt. In Altenburg sei der Bevölkerungsrückgang besonders dramatisch. „Zum Glück sind die Mengen nicht weiter gesunken. Für die meisten Gebührenschuldner sinkt die Belastung.“ Auch wenn er „Extremfälle mit äußerst niedrigem Verbrauch“, bei denen nun Mehrkosten auflaufen, nicht ausschloss.

Mit dem Verweis auf den Bundestrend und einen hohen Aufwand begründete Greger zudem, warum man weiter Grundgebühren erhebt, anstatt nach Wohneinheiten abzurechnen. Das kritisierte Detlef Zschiegner hart. So seien die Grundgebühren zu indifferent und für ein mit zwei Personen bewohntes Haus genauso hoch wie für ein von 30 Menschen bewohntes Mehrfamilienhaus, sagte der FDP-Stadtrat. „Das ist pro Kopf die zehnfache Belastung.“

Dem hielt Greger Rechenbeispiele entgegen, wobei ein Drei-Personen-Haushalt im Einfamilienhaus künftig insgesamt rund 50 Euro oder 6,2 Prozent pro Jahr weniger zahle. Für ein Mehrfamilienhaus/Neubaublock sinken demnach die Wasser- und Abwasserkosten um etwa 1800 Euro oder 16 Prozent.

Zudem wird der Waba auch künftig keine Starkverschmutzerzuschläge für Betriebe wie Schlachthof oder Klinikum erheben. „Das ist nicht allzu populär, die wenigsten Kommunen praktizieren solche, weil der Aufwand höher ist als der Nutzen für die Nutzer“, so Greger. Es gebe laut einer vom Waba beauftragten Rechtsanwaltskanzlei zudem keine Verpflichtung dazu. „Es macht nur Sinn, wenn die stark verschmutzte Menge mehr als zehn Prozent des gesamten Abwassers ausmacht. Der Schlachthof leitet nicht besonders viel ein, sondern die Konzentration ist problematisch.“ Daher müsse man erst verschiedene Modellberechnungen und Überprüfungen durchführen. „2018 wissen wir mehr.“

Allerdings argumentiert die Kanzlei der Gerechtigkeit wegen schon für eine Einführung, sieht aber vor allem rechtliche Probleme. In diesem Sinne kritisierte Zschiegner: „So subventioniert eine Familie in Altenburg weiter die Abwasserreinigung der Industrie. Das kann und darf nicht sein.“

Von Thomas Haegeler

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