Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 3 ° stark bewölkt

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Altenburgs CDU-Kreischef: Wirtschaft muss sich bei Flüchtlingen mehr engagieren

Parteipolitik Altenburgs CDU-Kreischef: Wirtschaft muss sich bei Flüchtlingen mehr engagieren

Die CDU wird wegen der Flüchtlingspolitik ihrer Kanzlerin kräftig durchgeschüttelt, spürt aber auch Zuspruch wegen ihres Widerstands gegen die Gebietsreform. Die OVZ sprach darüber mit dem Kreisvorsitzenden und Kreistagsfraktionschef Uwe Melzer.

CDU-Kreisvorsitzender Uwe Melzer fordert bessere Integration und kritisiert Gebietsreform.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Die CDU wird wegen der Flüchtlingspolitik ihrer Kanzlerin kräftig durchgeschüttelt, spürt aber auch Zuspruch wegen ihres Widerstands gegen die Gebietsreform. Die OVZ sprach darüber mit dem Kreisvorsitzenden und Kreistagsfraktionschef Uwe Melzer.

Der Union weht der Wind wegen der Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin ins Gesicht. Pfeift’s auch im Altenburger Land?

Ja, dafür gibt es verschiedene Gründe. Die Partei-Basis ist sauer, weil für den Satz „Wir schaffen das“ alle Mitglieder verantwortlich gemacht werden. Die Bürger kritisieren uns, weil sie die Situation als Krise empfinden. Die Kanzlerin hat auch zu spät eingelenkt. Es ist gut, dass sie nun einiges klargestellt hat. Aber unsere Gesprächsangebote werden von den Bürgern leider zu wenig angenommen. Das ist schade. Hier müssen wir besser werden, um das Thema nicht allein der AfD zu überlassen.

Gab es schon Austritte wegen der Flüchtlingskrise?

Ja, und sie wurden mit der Bundespolitik begründet. Aber gleichzeitig verzeichnen wir im Altenburger Land auch Eintritte von Leuten, die genau deswegen bei uns Mitglied werden wollen.

Was in Berlin mit den Flüchtlingsströmen ausgelöst wurde, haben die Kommunen auszubaden. Wie hat der Landkreis das bisher bewältigt?

Gut. Was noch besser werden muss, ist die Integration. Hier erwarte ich mehr Unterstützung durch die Unternehmen, in Form von mehr Engagement bei der Ausbildung von Migranten und Einstellungen. Auch bei Eignungstests, wie die einzelnen Flüchtlinge schon ausgebildet sind und für welche Jobs sie infrage kommen, muss mehr von den Firmen kommen. Schließlich hat gerade die Wirtschaft die Zuwanderung begrüßt, weil man dadurch den Fachkräftemangel entschärfen wollte. Nur mit dem Finger auf die Politik zu zeigen, ist zu wenig.

Wenn Sie dem Kreis gute Leistungen bescheinigen, blenden Sie die überdurchschnittlich hohe Belastung von Altenburg und die Probleme in Nord aber aus.

Die Sorgen der Menschen in Altenburg-Nord berühren mich sehr. Es ist aber Aufgabe der Landrätin, diese Situation zu entschärfen. Sie hat dafür das Personal und die finanziellen Mittel. Sicher haben einige Städte und Gemeinden noch Reserven. Aber viele Kommunen haben sich nicht verweigert, sondern oft gar keine Möglichkeiten. Die Lage wird sich nicht dadurch entspannen, indem man mehr Migranten auf die ländlichen Gemeinden verteilt, weil dort die Integration nicht gelingt und sich die Flüchtlinge letztendlich hin zur Stadt Altenburg orientieren. Hier brauchen wir pragmatische Lösungen, mit denen die Einwohner leben können und mit denen keine Konzentration auf einen Stadtteil stattfindet.

Die Menschen bewegt auch die geplante Gebietsreform. Zieht sie die Landesregierung gnadenlos durch oder kann sie noch gestoppt werden?

Ich bin optimistisch, dass sie verhindert wird, vor allem aber die schlimmsten Auswüchse. Zum Beispiel die Fusion mit dem Kreis Greiz, mit dem wir überhaupt nicht zusammenpassen, weil er sich in Richtung Vogtland orientiert. Oder die Zerschlagung der für Thüringen typischen und lange gewachsenen ländlichen Strukturen zugunsten der Städte. Die CDU in Thüringen unterstützt das Volksbegehren und plant eine eigene Klage gegen das Vorschaltgesetz der Regierung. Aber auch einige Landkreise und Städte werden den Rechtsweg einschlagen. Ich hoffe, dass die Regierung wegen dieses Drucks von sich aus Stopp sagt – oder es sagen eben die Gerichte.

Von Jens Rosenkranz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Altenburg
  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Angestupst
    Mikrologo Angestust

    Die aktuelle Förderrunde der Aktion „Angestupst“ von LVZ und Sparkasse Leipzig ist beendet. So haben Sie abgestimmt! mehr

  • LVZ-Fahrradfest
    Logo LVZ-Fahrradfest

    LVZ-Fahrradfest 2016: Sehen Sie hier einen Rückblick mit vielen Fotos von allen Starts, Videos und mehr. mehr

  • 24 Stunden in der Region

    Firmen und Unternehmen in der Region Leipzig stellen sich vor. mehr

  • TAW - Technische Akademie Wuppertal
    TAW  - Technische Akademie Wuppertal

    Ein Werbespecial der LVZ für die Technische Akademie Wuppertal mit Infos zum breitgefächerten Angebot. mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Great Barrier Reef" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Great Barrier Reef im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr