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Altenburgs Ex-Sportbundchef wird ausgezeichnet – und erleidet Kollaps

Harald Moritz Altenburgs Ex-Sportbundchef wird ausgezeichnet – und erleidet Kollaps

Welch ein Lebenswerk: Für sein über 50-jähriges ehrenamtliches Engagement ist der frühere Vorsitzende des Kreissportbundes (KSB) Altenburger Land, Harald Moritz, gleich doppelt geehrt worden. Und sorgte am Ende noch für einen Notarzteinsatz. Bei seiner Abschiedsfeier am Dienstag erlitt er einen Schwächeanfall.

Nach 21 Jahren an der Spitze des Kreissportbundes Altenburger Land freut sich Harald Moritz dessen erster Ehrenvorsitzender zu sein.
 

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Harald Moritz lebt für den Sport. Das zeigen nicht nur über 50 Jahre als Aktiver und ehrenamtlicher Übungsleiter sowie als Vereins- und Verbandsfunktionär. Denn wann immer es um Tore, Taktik und Co. geht, blüht der 75-Jährige auf. Das war auch bei seiner offiziellen Abschiedsfeier, an der am Dienstag rund 40 Gäste aus Sport, Politik und Wirtschaft teilnahmen, im Goldenen Pflug nicht anders.

Einstige Weggefährten des pensionierten Sportlehrers ließen es sich nicht nehmen, ihm zu danken und ihn auszuzeichnen. Und das gleich doppelt. So wurde Moritz vom Kreissportbund (KSB) für seine 21-jährige Arbeit an dessen Spitze zum Ehrenvorsitzenden ernannt – ein bisher einmaliger Vorgang in der Geschichte des Verbands. Im Anschluss daran zeichnete der Präsident des Landessportbunds (LSB), Peter Gösel, den früheren Spieler, Trainer, Abteilungsleiter und Vorsitzenden des LSV beziehungsweise Traktor Ziegelheim noch mit der GutsMuths-Ehrenplakette in Gold aus – die zweithöchste Auszeichnung im Sportland Thüringen.

Geschont hat sich Moritz während seiner sportlichen Karriere selbst wahrlich wenig. Denn selbst als vor einigen Jahren eine Nierentransplantation nötig wurde, blieb er für den Sport am Drücker. Und die Gesundheit machte auch seiner Doppelehrung zum 8. Kreissporttag am 23. Oktober einen Strich durch die Rechnung. Denn diese musste auf Dienstag verschoben werden, weil er nach einer Operation noch zur Rehabilitation war.

Aber vielleicht wollte er das Ganze nun etwas zu schnell nachholen. Denn noch während seiner Abschiedsfeier erlitt er einen Schwächeanfall und musste zur Beobachtung ins Krankenhaus. Inzwischen geht es ihm aber wieder etwas besser.

Harald Moritz

Harald Moritz, das Ziegelheimer Handball-Urgestein, führte seine Handballerinnen 1979 zum Gewinn des DDR-weit ausgetragenen Traktor-Pokals und im Jahr darauf zu den Aufstiegsspielen zur DDR-Liga. 120 Mannschaften aller Altersklassen coachte Moritz seit seinem Start als Übungsleiter anno 1957 – unzählige Titel inklusive.

Als Aktiver feierte er in den 1960er-Jahren als Spielmacher bei Aufbau Altenburg in Bezirksliga die größten Erfolge, stand aber noch über seinen 60. Geburtstag hinaus in der LSV-Reserve in der Verbandsliga auf dem Feld und sorgte für Tore. Allerdings hörte Moritz nie auf, Trainer zu sein. So formte er bereits vor rund 50 Jahren Aktive wie die Ex-Rekordnationalspielerin Petra Uhlig (geb. Kahnt), die an zwei Olympischen Medaillen und drei WM-Titeln beteiligt war und noch heute zu Geburtstagsfeiern nach Ziegelheim kommt. Auch seine Frau Regina, die ihm stets den Rücken frei gehalten hat, lernte er beim Handball kennen und betreute sie. Und selbst heute hilft er beim Kindergartensport, wann immer er gebraucht wird.

Dass der 75-Jährige nach seinem Ausstieg aus der Sportfamilie des Kreises die Finger gänzlich davon lassen wird, ist unwahrscheinlich. Aber es bleibt nun mehr Zeit für seinen Verein und für sich. Verbringen wird er diese eher weniger mit Gartenarbeit. Denn das ist so gar nicht sein Ding. Dafür wird der Schweden-Fan eher auf Reisen oder ins Kabarett gehen, sofern es die Gesundheit zulässt – und sich seiner Familie widmen. Denn schon in wenigen Tagen wird sein Sohn Steffen zum zweiten Mal Vater. Dann kommt zu Harald Moritz’ geliebter Enkelin noch ein Enkel hinzu, der möglicherweise die Familien-Tradition als Handball-Spielmacher fortsetzen wird.

Von Thomas Haegeler

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