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Altenburg Altenburgs Landrätin Sojka schlägt Fusion mit Saale-Holzland vor
Region Altenburg Altenburgs Landrätin Sojka schlägt Fusion mit Saale-Holzland vor
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05:00 07.05.2016
Sojkas Plan: Eine Landbrücke vorbei an Gera soll die Verbindung zwischen dem Altenburger Land und dem Saale-Holzland herstellen, Gera aber kreisfrei bleiben. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Mit einem spektakulären Vorschlag hat Landrätin Michaele Sojka (Linke) die Debatte über die geplante Kreisgebietsreform befeuert. Gegenüber der OVZ sprach sie sich erstmals für eine Fusion des Altenburger Landes mit dem Saale-Holzland-Kreis aus. Außerdem warnte sie vor den Risiken eines Zusammenschlusses mit Gera.

Bei dem neuen länglichen Kreis-Gebilde gibt es nur ein Problem. Die beiden Partner grenzen nirgendwo aneinander. Dies will die Landrätin mit einer Landbrücke lösen, wozu allerdings Gebiete östlich und westlich von Gera benötigt werden. Diese Landbrücke bezeichnete Sojka als die einzige Schwierigkeit. Kein Wunder: Denn dazu müsste der Landkreis Greiz geteilt werden.

Mit diesem Vorschlag greift Sojka historische Gegebenheiten auf. Von 1603 bis 1918 war die Region Holzland als sogenannter „Westkreis“ Bestandteil des Herzogtums Sachsen-Altenburg. Das Altenburger Land bildete mit Ronneburg den „Ostkreis“. Darauf hatte die Landrätin bereits auf ihrer Rede zum Jahresempfang vor einigen Tagen im Landratsamt hingewiesen und als Beweis die Wappen von Kahla, Stadtroda und Orlamünde im Landschaftssaal des Landratsamtes angeführt. So richtig ernst hatte dies allerdings kaum jemand genommen, schon gar nicht die dazu nötige Teilung von Greiz.

Doch selbst über diesen heiklen Punkt will Sojka bereits inoffizielle Gespräche geführt haben. „Ich sondiere seit mehr als einem Jahr. Und alle, mit denen ich auf den unterschiedlichsten Ebenen sprach, gaben mir Recht, dass es eine vernünftige Lösung sei“, sagte sie auf eine OVZ-Anfrage. Ihr sei es wichtig, zu erfahren, was die Menschen in den Regionen wollen. „Gerade deshalb möchte ich jetzt und nicht erst in einem Jahr diskutieren.“

Wenn zum Beispiel die Ronneburger sagen, dass sie auch gern zum Altenburger Land gehören möchten, könnte sie sich das vorstellen. Vom Ronneburger Markt ins Altenburger Landratsamt seien es 22 Minuten und 26,6 Kilometer. Für die knapp 31 Kilometer zum Greizer Landratsamt brauche man dagegen 32 Minuten.

Sojka sprach sich außerdem dafür aus, Gera bei dessen Bestrebungen zu unterstützen, kreisfrei zu bleiben. Eine Einkreisung unter den momentanen Rahmenbedingungen „würden neue Konflikte in der Region auslösen, eine gute Entwicklung im Altenburger Land behindern, und sie wäre eine sehr schwere Mitgift für den neuen Landkreis“, warnte die Landrätin. „Das wäre aus meiner Sicht ein Fehlstart, der nicht riskiert werden darf.“

Aus der Diskussion der vergangenen Jahre sei für sie klar, dass die Gemeinden im Altenburger Land nicht in der Lage sind, über die Kreisumlage einen Sanierungsbeitrag für Gera zu zahlen. „Ich kenne derzeit keine seriöse Berechnung, welche finanziellen Folgen die Einkreisung Geras für andere Gemeinden und Städte hätte. Diese Frage muss aus meiner Sicht beantwortet werden, bevor Einkreisungsentscheidungen gefällt werden“, forderte sie.

Wenn Gera ein erfolgversprechendes Konzept für die Einwohnerrückgewinnung vorlegt, solle man der Stadt zehn Jahre Zeit geben. Falls das Konzept nicht fruchte, könne man Gera immer noch in den Kreis aufnehmen. „Man könnte auch schon jetzt festlegen, dass die Einkreisung im Misserfolgsfall dann vollzogen wird. So hätte die Stadt eine faire Chance“, sagte die Politikerin.

Mit der Ablehnung einer Fusion mit Gera folgt nun auch Sojka dem Altenburger Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD), der sich kürzlich klar gegen einen Zusammenschluss ausgesprochen hatte. Mit der Präferenz für das Saale-Holzland erteilt sie außerdem dem bislang favorisierten Zusammenschluss des Altenburger Landes mit dem gesamten Landkreis Greiz eine klare Absage.

Die ganze Kreisgebietsreform geht Sojka außerdem viel zu schnell. Das hat sie unterdessen in einer Stellungnahme an den Thüringer Landkreistag deutlich gemacht. Vergleichbaren Reformen in anderen Bundesländern sei mindestens der doppelte Zeitfonds zugebilligt worden, heißt es da. Die neuen Kreise sollten demnach erst nach einer Gemeindegebietsreform entstehen. Bei dem vorgegebenen Tempo bestehe ansonsten die Gefahr, unfertige Lösungen ins Lebens zu rufen.

Von Jens Rosenkranz

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