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Altenburg Altenburgs OB André Neumann verteidigt Arbeit von City-Managerin Katharina Schenk
Region Altenburg Altenburgs OB André Neumann verteidigt Arbeit von City-Managerin Katharina Schenk
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18:09 30.11.2018
Seit Sommer ist Katharina Schenk als City-Managerin für die Stärkung der Altenburger Innenstadt zuständig. OB André Neumann verteidigte sie und ihre Arbeit nun gegen erste Kritik aus dem Stadtrat. Quelle: Ronny Seifarth
Altenburg

Der Altenburger Stadtrat ist seinem Ruf treu geblieben. Bei kurzen Tagesordnungen schwillt in der Regel der Anfragen-Teil entsprechend an. So auch am Donnerstag. Im Zentrum der gut anderthalbstündigen Sitzung stand diesmal eine Diskussion der Arbeit von City-Managerin Katharina Schenk. Eröffnet hat diese Pro-Altenburg-Fraktionschef Peter Müller mit einer Reihe Fragen. Kritisch äußerste sich auch der Vorsitzende der Fraktion Stadtforum/Grüne, Johannes Schaefer. In der Reaktion darauf verteidigte Oberbürgermeister André Neumann (CDU) seine Angestellte und zeigte sich mit ihrer Arbeit vollauf zufrieden.

Pro Altenburg stellt eine Reihe kritischer Fragen

So wollte Müller wissen, ob die einstige Referentin von Ex-OB Michael Wolf (SPD) und neue SPD-Kreischefin nach über 120 Tagen im neuen Amt den Leerstand der Geschäfte ermittelt habe und wie hoch dieser sei. „Was wurde unternommen, um eine bessere Belegung zu erreichen“, fragte der Friseurmeister und wollte zudem wissen, mit wie vielen Filialisten außerhalb der Stadt über ein Ansiedlung gesprochen wurde. Auch der Stand bei einheitlichen Öffnungszeiten und einer Wiederbelebung der 2015 zerfallenen Werbegemeinschaft interessierten ihn und seine Fraktion.

OB sieht bereits kurzfristige Belebung der Innenstadt

„Mit ihrer Anfrage zwingen Sie mich zu einem Werbeblock fürs City-Management“, antwortete Neumann und versprach Müller, die Ergebnisse der Leerstandsaufnahme bei genauerer Definition des Gebiets zukommen zu lassen. Durch das Aus der Werbegemeinschaft habe es nur noch die Frühlingsnacht als Veranstaltung gegeben. „Seit dem Amtsantritt von Frau Schenk im August gab es aber sechs solcher Aktionen.“ Als Beispiele führte er unter anderem das Kürbisfest, den Vorlesetag, die Wegwerfwoche und den Geschäftsadventskalender an. Dadurch seien kurzfristig Schaufenster und Innenstadt belebt worden.

Ergebnisse der Passantenbefragung erwartet

Daneben habe es „eine Verstetigung der Gewerbestammtische“ und „regelmäßige Ansprache von Händlern“ gegeben, so Neumann. Der Markt sei in Prioritäten eingeteilt und Eigentümer angeschrieben worden. Wie der OB weiter informierte, hat das Kölner Institut für Handelsforschung im Auftrag der Stadt eine Passantenumfrage durchgeführt, deren Auswertung noch im Dezember erwartet wird. Zudem habe es sechs Gespräche mit Filialisten außerhalb Altenburgs gegeben – noch ohne zählbares Ergebnis.

Öffnungszeiten und Vereinsgründung bleiben Baustellen

Auch bei den Öffnungszeiten sei man noch nicht viel weiter gekommen. „Ich kann niemanden zwingen, länger aufzumachen“, so der OB. Zudem favorisieren die Händler keine Wiederbelebung der Werbegemeinschaft, sondern den Gewerbestammtisch in jetziger Form. „Um einen zentralen Geschenk-Gutschein umzusetzen, wäre eine Vereinsgründung günstiger.“ Daneben betonte er sein Interesse an einer transparenten Bewertung von Schenks Arbeit. „Nach anfänglicher Skepsis einiger Händler habe ich jetzt 100 Prozent positives Feedback“, erklärte Neumann. Ein Treiben wie im Herbst habe er auf dem Markt noch nicht gesehen. „Und das nach so kurzer Zeit.“

Kritik reicht von „nichts Neues“ bis „Herumdoktern“

Das wollte Müller so nicht stehen lassen. „Was Sie Werbeblock nennen, nenne ich nicht Neues“, kritisierte er und verwies auf frühere Aktionen. „Nur attraktive Geschäfte führen zu einer Belebung der Innenstadt.“ Das konterte Neumann: „Die Händler sind dort, wo die Leute sind. Ich glaube an unser City-Management.“ Nachdem die Mehrheit des Stadtrats das klopfend kommentiert hatte, erneuerte Schaefer die Kritik des Stadtforums. Er bezeichnete das City-Management als „Kosmetik und Herumdoktern an Problemen, die wir anders lösen müssen“. Statt Wohnpark Lindenau hätte man besser in die Entwicklung der innerstädtischen Quartiere zwischen Spiegelgasse und Josephinum oder zwischen Sporenstraße und Weibermarkt investieren sollen. Dem entgegnete Neumann, dass man jetzt Symptome bekämpfe, für die Ursachen aber Zeit brauche.

Von Thomas Haegeler

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