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Altenburgs Posaunenchor feiert Jubiläum

Altenburgs Posaunenchor feiert Jubiläum

Die Bläsermusiken des Posaunenchors Altenburg sind aus dem kulturellen Veranstaltungsreigen im Frühjahr nicht mehr wegzudenken. Dieses Jahr allerdings steht das Konzert am 30. Mai unter einem besonderen Motto: Der Posaunenchor begeht damit nämlich seinen 125. Geburtstag.

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Eine Aufnahme aus dem Jahr 1955

1890 gründete der Tuchfabrikant Franz Wagner aus Greiz das Ensemble. "Er hatte eine Bläsergruppe in Greiz und trat damals hier auf", erzählt Wilfried Hamann, der technische Leiter des Chors, über die Anfänge. Das Interesse für einen eigenen Posaunenchor sei in Altenburg so groß gewesen, das Wagner auch in der Skatstadt ein Ensemble ins Leben rief. "Damals war es so, dass die Posaunenchöre vor allem in Gottesdiensten spielten", beschreibt Hamann. Erst später, nach dem Zweiten Weltkrieg, habe sich auch das konzertante Blasen entwickelte.

 

Nach Ende des Krieges 1945 begann der Posaunenchor, der durch die Nationalsozialisten verboten worden war, wieder mit einer kleinen Besetzung. Aber erst, als der Landesobmann des Thüringer Posaunenwerks, Erich Roth, die Leitung der Gruppe übernahm, steigerte sich die Zahl der Auftritte. "Seit 1955 haben wir zu Weihnachten und Ostern in Krankenhäusern und Altenheimen geblasen", erinnert sich Hamann, der seit 1953 mit dabei ist.

 

Als er anfing, konnte er kein Instrument spielen, lernte zunächst Trompete-, später Tubaspielen im Chor. "Auch heute besteht noch die Möglichkeit, bei uns ausgebildet zu werden", sagt Hamann. Eine gewisse Vorbildung sei aber vonnöten. "Aber wie bei vielen anderen Ensembles auch gibt es nicht mehr so viel Nachwuchs." Trotzdem ist der Posaunenchor mit 30 Mitgliedern im Alter von 14 bis 74 Jahren gut aufgestellt. Gut 35 Mal sind sie im vergangenen Jahr aufgetreten.

 

Neben den Bläsermusiken im Frühjahr und Advent gehören Auftritte in Altersheimen, bei Festen und Veranstaltungen der Stadt Altenburg und das Turmblasen alljährlich zum festen Programm. Bereits seit 1958 wird in den Sommermonaten jedes Wochenende von einem Turm musiziert. In den Anfangsjahren war es noch die Bartholomäikirche, inzwischen nutzt das Ensemble den Nikolaiturm. "Zu DDR-Zeiten wurde mal versucht, das zu unterbinden", blickt Hamann zurück, "weil die Menschen auf der Straße gestanden und zugehört haben. Das hat den Verkehr behindert." Doch die Bläsergemeinschaft konnte sich durchsetzen.

 

Nicht die einzige besondere Begebenheit, die die Musiker im Laufe der Zeit erlebt haben. Noch gut erinnern sich Hamann und Trompeter Stefan Pleyer zum Beispiel an die Ungarn- reise 1989, die ihnen vom befreundeten Posaunenchor in Aalen ermöglicht wurde. "Das erste Kuriose war, dass wir im Bus Hausschuhe anziehen mussten, weil er mit Textilboden ausgelegt war", erzählt Hamann. Und Pleyer ist noch im Gedächtnis, dass ihnen erst in Ungarn richtig bewusst geworden sei, dass viele eine Reise in das Land zur Flucht aus der DDR nutzten. "Es herrschte Aufbruchstimmung, aber von uns überlegte keiner abzuhauen."

 

Auch nach der Friedlichen Revolution blieb das Ensemble, das inzwischen Erich Roths Sohn Joachim leitete, ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens in Altenburg. 1990 verlieh die Stadt dem Posaunenchor deshalb den Kulturpreis. In den folgenden Jahren folgten Teilnahmen an Landes- orchesterwettbewerben in Thüringen und dem Deutschen Orchesterwett- bewerb, zwei CD-Aufnahmen und weitere Reisen nach Frankreich, Spanien, Großbritannien und in viele andere Länder.

 

"Inzwischen reisen wir kaum noch, da die Mitglieder doch älter geworden sind", sagt Hamann. Dafür sei der Zusammenhalt zwischen den Bläsern nach wie vor sehr groß. "Es ist fast wie eine Familie", beschreibt der Tubaspieler, und Pleyer fügt hinzu, "wir unternehmen auch viel gemeinsam in der Freizeit." Und mit dem künstlerischen Leiter Philipp Göbel, der seit 2009 den Posaunenchor dirigiert, sind zunehmend modernere Stücke ins Repertoire aufgenommen worden. Wer sich davon überzeugen will, hat am 30. Mai zur Bläsermusik die Chance, den Chor zu hören. Was die Besucher ab 16.30 Uhr in der Brüderkirche erwartet, will Hamann noch nicht genau verraten. "Es wird ein kleiner Querschnitt von den 50ern bis Heute."

 

Der Eintritt für das Konzert am 30. Mai, 16.30 Uhr, in der Altenburger Brüderkirche ist frei.

Jenifer Hochhaus

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Von Redakteur Jennifer Hochhaus

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