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Altenburgs Rathauschef kündigt Strategie-Wechsel bei Schloss-Finanzierung an

Altenburgs Rathauschef kündigt Strategie-Wechsel bei Schloss-Finanzierung an

Es ist das Prunkstück der Stadt. Das Altenburger Residenzschloss mit seinen Museen, Sälen und Ausstellungen. Aber es leidet unter chronischem Personal- und Geldmangel.

Diese Situation hat sich seit dem Wegfall der Bürgerarbeiter zum Ende des vergangenen Jahres noch verschärft. Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) will die Situation deswegen grundlegend ändern und zieht mittelfristig die Gründung eines Eigenbetriebes in Erwägung, der sich selbst finanzieren und darüber hinaus auch andere Geldquellen anzapfen muss.

 

Letzter Anstoß für diesen Strategiewechsel dürfte die Situation zu Beginn dieses Jahres gewesen sein, als die Anzahl der Führungen auf ein Drittel reduziert werden musste. Es stand nur noch ein Wachschutz mit vier Leuten zur Verfügung, der reine Aufsichtsaufgaben wahrnehmen konnte. Die Führungen müssen durch das Museumspersonal abgedeckt werden. Stündlich, wie zuvor, sind sie nicht mehr zu leisten.

 

Als einen unendlichen Kampf hatte Wolf kürzlich vor der Presse seine Bemühungen bezeichnet, Personal über den zweiten Arbeitsmarkt anzuheuern. Denn selbst bezahlen könnte dies die Stadt nicht.

 

Heike Praetz, die Leiterin des Jobcenters, hatte gegenüber der OVZ klar gemacht, dass die Zeiten vorbei seien, als mithilfe von ABM oder anderen Maßnahmen Arbeit der Gemeinden übernommen wurde, beispielsweise im kulturellen und sozialen Bereich oder der Landschaftspflege. "Gerade das Schloss hat eine lange Tradition mit öffentlich geförderter Beschäftigung", weiß Heike Praetz. Allerdings seien seit der Hartz-IV-Reform die im Moment üblichen Arbeitsgelegenheiten (AGH) weitestgehend für Menschen gedacht, die schrittweise wieder an den Arbeitsmarkt herangeführt werden. Ihnen wird geholfen, wieder eine Struktur im Leben zu finden, die ein regelmäßiges und pünktliches Erscheinen auf Arbeit ermöglicht, also zum Beispiel morgens aufzustehen.

 

Für die kürzlich wiedereröffnete Spalatin-Ausstellung auf dem Schloss stellte das Jobcenter dennoch zwei AGH zur Verfügung. Der OB weiß, dass dies keine Lösung auf Dauer ist und will deswegen eine Zäsur in der Schloss-Strategie und einen damit verbundenen Ge­nerationswechsel einleiten. Denkbar seien ein Regie-, ein Eigenbetrieb oder eine Betriebs-GmbH, die einen festen Geldbetrag erhalten, mit dem sie auskommen müssen. Darüber hinaus rechnet Wolf mit der Kreativität auf Leitungsebene, weitere Geldquellen, zum Beispiel Fördertöpfe, anzuzapfen. Als Beispiel nannte er das Naturkundliche Museum Mauritianum, das in den letzten Jahren vor allem über Programme der Europäischen Union erkleckliche Beträge ins Altenburger Land geholt hat. "So etwas muss auch beim Schloss möglich sein", sagte der OB. Eine Entscheidung soll in den nächsten Jahren fallen. "Es muss etwas passieren", zeigte sich Wolf unzufrieden mit der derzeitigen Situation. "Entweder schaffe ich das noch in meiner laufenden Amtszeit oder ich brauche dazu noch eine weitere." © Kommentar

Jens Rosenkranz

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