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Altenburg Am Altenburger Residenzschloss gehen die Strahler 21 Uhr aus
Region Altenburg Am Altenburger Residenzschloss gehen die Strahler 21 Uhr aus
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18:00 25.08.2016
So sieht es bis 21 Uhr aus: Das Altenburger Schloss wird angestrahlt. Danach wird die Beleuchtung ausgeschaltet. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Mitte des 20. Jahrhunderts waren die Nächte in Städten und Dörfern noch dunkel. Im Laufe der Jahre kam dann immer mehr Licht dazu, sowohl auf privatem Grund und Boden, als auch im öffentlichen Raum. In den Jahren nach der Wende erreichte dies hierzulande einen Höhepunkt. In den 90er-Jahren war das Anstrahlen von Gebäuden groß in Mode. Doch mit der Zeit wurde das immer mehr zum Kostenfaktor, und Umweltschützer beschwerten sich über die Energieverschwendung. Worauf es wieder dunkler wurde.

Auch in Altenburg wird seit geraumer Zeit Licht und damit Strom gespart. Doch dass die Strahler des Residenzschlosses inzwischen 21 Uhr abgeschaltet werden, gefällt nicht jedem. Gerade im Sommer, wenn Einheimische und Touristen gleichermaßen die Abendstunden im Freien beim Spaziergang oder auf dem Balkon verbringen, ist nach Sonnenuntergang kaum mehr was vom Schloss über Altenburg zu sehen, klagen immer wieder Leser der OVZ.

„Klar wäre es wünschenswert, wenn die Strahler länger an bleiben könnten“, meint auch Schlossdirektor Thomas Knechtel. Denn das mit Licht in Szene gesetzte Schloss würde nicht nur die Altenburger erfreuen, sondern hat auch durchaus einen werbewirksamen Effekt auf Touristen. „Aber es war eine zentrale Entscheidung, eher abzuschalten, und das betrifft ja nicht nur das Schloss“, erklärt Knechtel mit Verständnis für den Beschluss.

Dieser wurde natürlich gefasst, um zu sparen, räumt Rathaussprecher Christian Bettels ein. „Zum Vergleich: Vom 1. Januar 2015 bis zum 30. Juni 2015, in diesem Zeitraum wurde noch bis 24 Uhr das Licht angelassen, summierten sich die Stromkosten auf 2144 Euro. Ein Jahr später fielen zwischen 1. Januar und 30. Juni, nachdem die Anstrahlzeit auf 21 Uhr verkürzt wurde, noch 1556 Euro an“, rechnet Bettels vor. Daraus ergibt sich eine Ersparnis von über 1000 Euro pro Jahr. Klingt angesichts eines städtischen Haushaltes von insgesamt rund 55 Millionen Euro nicht viel. Andererseits weiß der Volksmund: auch Kleinvieh macht Mist.

Außerdem stellt das Abschalten auch einen kleinen Beitrag zum Umweltschutz dar. Denn neben dem Stromsparen – was ebenso allen Gegnern von Windkraftanlagen und Stromtrassen entgegenkommt – werden Tiere geschützt. Nachtaktive Insekten, wie Falter, verenden in Größenordnungen durch heiße Strahler. „Das ist zwar nicht der einzige Grund, warum die Bio-Masse der Insekten zurückgeht, dafür ist vor allem die Zerstörung ihrer Lebensräume ursächlich. Aber auch solche und andere Lampen tragen ihren Teil dazu bei, das ist nicht zu bestreiten“, bestätigt Biologin Kathrin Worschech, stellvertretende Direktorin im Altenburger Mauritianum. Was, weil etwa Nachtfalter und Co am unteren Ende der Nahrungskette stehen, durchaus weitreichende Auswirkungen für zahlreiche andere Tiere hat, angefangen bei Fledermäusen und Vögeln bis hin zu den Jägern, die sich wiederum von diesen ernähren.

Von Jörg Reuter

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