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Altenburg Am Landestheater Altenburg tanzen Clowns die Geschichte Europas
Region Altenburg Am Landestheater Altenburg tanzen Clowns die Geschichte Europas
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19:27 19.03.2019
Auf der Bühne stehen Ensemble Mitglieder der Theater&Philharmonie Thüringen wie Ines Buchmann mit rumänischen Kollegen wie Theodora Bălan. Quelle: Ronny Ristok
Altenburg

Uraufführungen sind im Theater Altenburg selten. Am Sonntag war eine dieser rar gesäten Premieren. Zum ersten Mal wurde das Stück „Clowns“ gezeigt. Für ein ausverkauftes Haus reichte das aber letztlich nicht. Damit hatte aber auch niemand wirklich gerechnet, denn das Landestheater begibt sich mit der Tanz-Pantomime-Performance auf ungewohntes Terrain, was sich bereits in der Stadt herumgesprochen hatte. So wussten auch die anwesenden fast 200 Gäste, dass sie sich auf teils sperrige Materie einlassen.

Doch um es vorweg zu nehmen, am Ende hat wohl jeder Gast das Theater mit einem Lächeln verlassen. Was aber auch das Mindeste ist, wenn ein Stück schon „Clowns“ heißt. Natürlich ging es in diesem nicht vordergründig um Zirkusclownerie. Die Koproduktion mit dem rumänischen Teatrul National „Marin Sorescu“ Craiova hat vielmehr die jüngere Geschichte Europas im Visier. Natürlich abstrakt wie im Theater üblich und wie es erst recht von einem Stück zu erwarten ist, das komplett ohne jedes gesprochene Wort auskommt. Letzteres bedeutet aber auch, dass sich der Inhalt nicht ganz ohne Hilfe, sprich nicht ohne Einführung oder Programmheft, erschießt.

Eine Geschichte mit Höhen und Tiefen

Worum geht es? Um das Zusammenwachsen der europäischen Völker und die Probleme dabei. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs – oder auch dem Ende des Zweiten Weltkriegs – treffen sich alte Gegner in Frieden wieder. Auf der Theaterbühne erwachen die Weißclowns und Rotclowns und feiern tanzend ausgelassen die neu gewonnene Gemeinschaft. Doch bald kommen die einstigen Unterschiede wieder zutage. Die Weißen beginnen, die Roten zu dominieren, diese wiederum wehren sich und es geht erneut ein Riss durch Europa – und die Weißclowns und Rotclowns –, der nun in einem Auf und Ab mehr oder weniger gekittet wird. Letztlich erkennen die Clowns beim Fliegen lernen, dass sie trotz aller Unterschiede nur gemeinsam die Freiheit (eines Vogels) erreichen und genießen können.

Dramaturgin Svea Haugwitz sowie die Choreografen Katerina Vlasova und Amadeus Pawlica inszenieren ihr kurzweiliges Stück sporadisch, bisweilen karg. Bis zum zweiten Teil agiert das achtköpfige Ensemble auf einer praktisch leeren Bühne, in deren Hintergrund sogar abgestellte Requisiten anderer Abführungen in einer Ecke lehnend zu sehen sind. Gespart wurde aber nicht nur am Bühnenbild, das im zweiten Teile dann aus einer großen, zu einer Art Zelt aufgespannten Folie bestand, sondern auch bei der Musik. Diese kam leider nur vom Band und nicht live gespielt aus dem Orchestergraben, was wie eine vertane Chance der Inszenierung wirkte.

Manchmal fast wie beim Dorffasching

Hauptsächlich zu Kompositionen von Philip Glass, aber auch zu Ludwig van Beethoven oder Wolfgang Amadeus Mozart führten die Darsteller vom Landestheater und vom rumänischen Teatrul National eine Art Tanzperformance auf. Da auf der Bühne nicht nur ausgebildeten Tänzer stehen, drängte sich bisweilen jedoch der Vergleich zum ambitionierten, aber amateurhaften Männerballett beim Dorffasching auf. Erst im zweiten Teil nach der Pause bewiesen die Darsteller bei den pantomimischen Darbietungen ihr professionelles Können als Mimen. So brachten sie das Publikum zum Lachen und verleiteten es ein ums andere Mal zu Szenenapplaus. Das Lächeln in den Gesichtern blieb, bis der Vorhang fiel, der Premierenapplaus abgeklungen war und die Gäste im Dunkeln des Abends verschwanden.

Von Jörg Reuter

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