Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg Am häufigsten zwitschern im Altenburger Land Spatzen von den Dächern
Region Altenburg Am häufigsten zwitschern im Altenburger Land Spatzen von den Dächern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 05.02.2017
Wurden im Altenburger Land am häufigsten gezählt: Spatzen. Quelle: F. Derer
Anzeige
Jena/Altenburg

Im Altenburger Land haben sich mit fast 230 Bürgern etwas weniger an der Wintervogelzählung beteiligt als im Vorjahr. Dagegen vermelden Naturschutzbund (NABU) und der Landesbund für Vogelschutz mit über 5000 Vogelfreunden thüringenweit einen neuen Rekord. Was die gute Nachricht für Klaus Lieder, Sprecher des Landesfachausschusses für Ornithologie im NABU Thüringen, ist. Schlecht sei, dass die Bestände bis auf einige wenige Arten alle rückläufig seien, sagt er der OVZ. Und das, obwohl die absoluten Zahlen dies so nicht, besser noch nicht, abbilden würden.

Beispielsweise wurden diesmal im Altenburger Land 1166 Haussperlinge gezählt. Seit Jahren im Freistaat wie auch deutschlandweit die am häufigsten vorkommende Vogelart. Zwar kamen hier im Vorjahr 1280 zusammen, dagegen waren es 2015 nur 621 Spatzen auf den Zähllisten im Kreis und 2014 lediglich 561. Jedoch beteiligten sich seinerzeit mit etwa 140 Vogelzählern rund hundert Bürger weniger im Landkreis als in diesem und im Jahr zuvor. „Das ist ja ganz klar, weniger Teilnehmer zählen weniger Vögel“, betont Lieder. Auch deshalb stehe bei der Stunde der Wintervögel vorerst der pädagogische Nutzen im Vordergrund, statt eines wissenschaftlich belastbaren Ergebnisses. Denn zum einen lernen so Bürger und vor allem Kinder die heimischen Vögel kennen und wissen bestenfalls danach, wie Buchfinken (2017 wurden im Landkreis 125 gezählt) oder Kleiber (95 Sichtungen) aussehen. Und dass es neben den bekannten Kohl- (866) und Blaumeisen (612) auch noch Schwarz- (93), Sumpf- (16), Weiden- (9) oder Tannenmeisen (3) gibt.

Zum anderen werde dadurch die Aufmerksamkeit auf Vögel und die Veränderung in der Population gelenkt, so Lieder. Und die gebe es definitiv, stellt der Thüringer Ornithologensprecher klar. Das belegen heute schon Studien – und in etwa zehn Jahren würden das wohl auch die Zählaktionen untermauern. „Bis jetzt sind da die Ungenauigkeiten noch zu groß. Die Populationen schwanken natürlich. Das gleicht sich erst mit der Zeit aus, eben so wie die unterschiedliche Zahl der Beteiligten.“ Dennoch empfiehlt Klaus Lieder einen Blick auf die Zahlen pro Garten, wo er jetzt schon den Trend zu schrumpfenden Populationen durch die Zählergebnisse belegt sieht.

Deutlicher fällt aber das Ergebnis einer Studie der Universität Exeter in Großbritannien aus, die der Experte zitiert. Die Wissenschaftler belegten den Rückgang des Haussperlings zwischen 1980 und 2009 um 61 Prozent. „Oder des Feldsperlings, dessen Zahl um 46 Prozent zurück ging“, so Lieder. Bei der jüngsten Zählaktion war der Feldspatz übrigens mit 813 Sichtungen der dritthäufigste Vogel im Altenburger Land hinter Kohlmeise und Hausspatz. Bundesweit zählten 118 000 Vogelfreunde den kleinen Vogel 457 633 mal. Die zweithäufigste Art waren Amseln mit 351 729 und gefolgt von 300 624 Kohlmeisen.

Von Jörg Reuter

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Am Donnerstag wurde ein 76-jähriger Mann in Lucka (Altenburger Land) von einem Unbekannten angesprochen, der Geld gewechselt haben wollte. Der Rentner zeigte sich hilfsbereit, jedoch fielen ihm dabei das Geld, das er kurz zuvor abgehoben hatte, sowie die Geldkarte auf den Boden. Der Unbekannte ergriff Geld und Karte und flüchtete.

02.02.2017

Aufgrund von Straßenglätte rutschte ein Winterdienstfahrzeug am Mittwoch in Zumroda (Altenburger Land) von der Fahrbahn. Dabei kollidierte das Fahrzeug mit einem Telefonmast, einem Verteilerkasten und einer Grundstücksumfriedung. Der 56-jährige Fahrer blieb unverletzt.

02.02.2017

Wie kommt ein Theater zu genügend Geld, um krisenfrei überleben zu können? Es gründet eine theatereigene Bank und verhandelt mit dem Trump-Enkel Dagobert und Carlo Berlusconi über Gastspiele in den USA und der Mailänder Scala. Völliger Quatsch? Nun ja, beim Faschingskonzert im Landestheater Altenburg ist alles möglich.

02.02.2017
Anzeige