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Altenburg Am kleinen Teich fühlen sich die Reptilien pudelwohl
Region Altenburg Am kleinen Teich fühlen sich die Reptilien pudelwohl
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00:18 11.06.2017
Auf den Stufen gleich neben dem Kunstturm hat es sich am Sonnabend eine Ringelnatter gemütlich gemacht. OVZ-Leser Peter Wunderlich hielt sie im Bild fest.
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Altenburg

Als am Samstagnachmittag gegen 14.30 Uhr Peter Wunderlich am Kunstturm unterwegs war, traute er seinen Augen nicht: Mitten auf einer Treppe hatte sich eine waschechte Schlange ein ruhiges Plätzchen gesucht. „Damit rechnet man nun wirklich nicht“, sagt Wunderlich, der umgehend sein Handy zückte und ein Beweisfoto schoss.

Zudem rief er vorsorglich im hiesigen Tierheim an, um seinen Fund zu melden. „Ich wusste ja auch nicht, um was für ein Reptil es sich handelt, ob die Schlange vielleicht ausgebüchst oder ausgesetzt worden ist und vielleicht sogar giftig. Ohnehin sei es ungewöhnlich, mitten in der Stadt solch einem Reptil zu begegnen.

„Aber schon im Tierheim konnte man beruhigen. Allein die äußeren Merkmale ließen darauf schließen, dass es sich um ein einheimisches und harmloses Tier handelt. „Vermutlich eine Ringelnatter.“

Kathrin Worschech ist als Diplombiologin eine Frau vom Fach. Und die stellvertretende Direktorin vom Naturkundlichen Museum Mauritianum braucht auch nur einen kurzen Blick auf den Schnappschuss zu werfen, um endgültig Klarheit zu schaffen: „Das ist zweifelsfrei eine hier heimische und völlig harmlose Ringelnatter, die übrigens auf diesem Areal rund um die Kunst ideale Lebensbedingungen vorfindet“, so Worschech.

Bei der fotografierten Schlange handele es sich übrigens „um ein sehr schönes Exemplar, wahrscheinlich ein Weibchen, das bis zu 1,30 Meter lang werden kann“. Umgangssprachlich heiße die Ringelnatter auch Wasserschlange, was dem Faible für Wasser geschuldet ist. „Sie sind auch sehr gute Schwimmer und die dortigen Hälter sowie der Kleine Teich mitsamt der umliegenden Grünflächen stellen für sie ein ideales Biotop dar“, erklärt die Expertin. Wenn man einige Zeit die Uferbereiche beobachte, sehe man sicher im Wasser schwimmende Ringelnattern. „Zudem lieben sie, wie alle Reptilien,sonnige und warme geschützte Plätze, die sie in der dortigen Natursteinmauer finden“, sagt die Mauritianum-Mitarbeiterin.

Auch im Altenburger Tierheim ist das Thema nicht unbekannt. Anrufe wegen Schlangen habe es dort schon einige gegeben, erzählt die Chefin des Tierschutzvereines Altenburg und Umgebung, Sibylle Börngen. Zumeist handele es sich um eigentlich scheue einheimische Arten, neben der Ringelnatter noch die Kreuzotter und die oft für Schlangen gehaltene Blindschleiche. Deren Aussehen und die für die drei Arten markanten Merkmale sollte eigentlich jeder aus dem Heimatkundeunterricht parat haben, findet Börngen. „Damit spart man sich auch unnötige Aufregung.“

Trotzdem sei es immer richtig und gut, die Mitarbeiter des Tierheimes über solche Beobachtungen zu informieren. Einerseits könne es ja auch Unsicherheiten in der Artbestimmung geben und andererseits müsse man heutzutage immer auch damit rechnen, dass Exoten ausgebüxt oder ausgesetzt worden sind, die alles andere als harmlos sind. „Gerade in Zeiten, in denen man via Internet fast jedes noch so exotische Tier problemlos bekommen kann, ohne dass es eine Überprüfung für eine sachkundige und artgerechte Haltung gibt, kann dies passieren. Gegen solche Auswüchse kämpfen wir Tierschützer vehement“, so Börngen.

Von Jörg Wolf

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