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Amadeus in Altenburg

Amadeus in Altenburg

Mit dem Wort Superstar kann heutzutage schon jedes Kindergartenkind etwas anfangen. Einen, der diese Bezeichnung - mehr oder weniger - verdient, kennt jeder Dreikäsehoch.

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Ist er's oder ist er's nicht? Juri Tetzlaff (r.) präsentiert überschwänglich Amadeus, den Superstar (Takahiro Nagasaki).

Quelle: Stephan Walzl

Aber "Amadeus Superstar"? Wer, bitteschön, soll das denn sein? Bei DSDS jedenfalls gab's keinen mit einem solchen Namen.

 

Wenn der ungewöhnliche Titel des jüngsten Familienkonzerts diese Überlegungen assoziierte, hat das Altenburg-Geraer Theater schon das Wichtigste erreicht: Neugier geweckt. Und mit dieser Neugier vielleicht den Weg in den Altenburger Musentempel geebnet, auf dass man erfahre, wer wirklich dahinter steckt.

 

Natürlich, die Erwachsenen wissen es längst, es ging um Wolfgang Amadeus, den berühmten Mozart, der in einer Zeit zum Superstar avancierte, als es dieses Wort nun wirklich nicht gab. Aber ein Wunderkind, das war er schon. Selbiges und seine unvergesslichen Werke, die vor 250 Jahren zwar nicht die Charts stürmten, aber für Beifallsstürme in Konzerten sorgten, dem jungen Publikum vorzustellen, war Ziel dieses ungewöhnlichen, einstündigen Konzerts am Sonntagnachmittag im Landestheater.

 

Einer, der weiß, wie man so etwas am besten macht, ist Kika-Moderator Juri Tetzlaff. Nicht von ungefähr kauft ihn sich das Theater regelmäßig in gleicher Funktion fürs Familienkonzert ein. Und er wurde diesmal seinem guten Ruf mehr als gerecht. Bis auf die etwas langatmig geratene Eingangssequenz hielt Tetzlaff die Zuschauer im leider nicht einmal zur Hälfte gefüllten Großen Haus permanent bei Lust und Laune.

 

Seine Story: Das Salzburger Wunderkind höchstselbst werde aus der Vergangenheit nach Altenburg kommen. Man müsse halt nur richtig laut "Puh" rufen und kräftig mit den Füßen aufstampfen.Und tatsächlich, da erschien er. Aber er war so scheu, dass er sich mit Tetzlaff eine lustige Verfolgungsjagd quer durch den Saal lieferte - während die Kinder lauthals dem Verfolger den Weg wiesen.

 

Diese herrliche Atmosphäre schwappte auf die Bühne über, wo die Thüringen Harmonie - das Bläserensemble des Philharmonischen Orchesters Altenburg-Gera - lustvoll Mozarts "Hits" von der Kleinen Nachtmusik, über Ausschnitte aus der Zauberflöte bis hin zum Türkischen Marsch spielte. Alles eigens von Solo-Klarinettist Hendrik Schöke für dieses Konzert bearbeitet, da ja fast komplett auf Streicher verzichtet wurde. Mehr noch, die Musiker waren auch für jeden Spaß zu haben. Ob sie nun gleichfalls aufstampften oder desinteressiert mit ihren Handys spielten, um den Kindern zu zeigen, was ein Triller ist. Jene kurz vibrierende Tonsequenz nämlich, womit ein Musiker am Ende eines Solos seinen Kollegen zu verstehen gibt, dass sie jetzt wieder "mitmachen" müssen. Musikalisches Hintergrundwissen auf wunderbar kindgerechte Art vermittelt - nicht nur in diesem Fall. Hörner umschrieb Tetzlaff beispielsweise zum Gaudi des Publikums als goldene Schneckennudeln.

 

Mit großer Spielfreude dabei war auch der vermeintliche Mozart - Dirigent und Chor-Repetitor Takahiro Nagasaki des Theaters. Er gestand ein, nicht aus der Vergangenheit zu kommen, aber Klavierspielen konnte er trotzdem toll und sogar blind. Beifallsstürme waren sein und am Ende aller Akteure verdienter Lohn.

 

Und der Ehrlichkeit halber sei erwähnt, dass Kinder im Publikum saßen, die mit "Amadeus Superstar" sehr wohl etwas anzufangen wussten. Ein Mädchen zum Beispiel erkannte nach nur wenigen Tönen, dass diese Noten aus der "Zauberflöte" stammten.

 

Wer sein Kind ebenso an die Klassik heranführen möchte, hat dazu ab kommender Spielzeit nicht nur in Familienkonzerten die Möglichkeit, sondern auch beim Ablegen eines neu aufgelegten Orchesterführerscheins - dem Abzeichen für kleine Orchester-Experten. Dafür müssen unterschiedliche Stationen durchlaufen werden, bei denen es für Vor- und Grundschüler allerlei zu erleben und entdecken gibt. Dazu gehören ein Schülerkonzert, ein Besuch einer Orchesterprobe, eine Theaterführung und ein ebenfalls neu entwickelter Workshop "Der Instrumentenkoffer".

 

© Kommentar Seite 11

 

Buchung bei Jugendreferent Marco Schmidt (Tel. 0365 8279102).

Ellen Paul

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