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Amerikanische Familie erkundet die eigenen Wurzeln

Amerikanische Familie erkundet die eigenen Wurzeln

Wer sind wir? Wo kommen wir her? Gewichtige Fragen, die sich auch die amerikanische Großfamilie Schmidt stellt. Auf der Suche nach Antworten führten sie die Spuren bis ins Altenburger Land - dorthin, wo ihre deutschen Vorfahren einst lebten.

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Gemeinsam mit Arnhild Kump posieren Bonnie Schmidt, die Dobitscher Pfarrerin Ulrike Reichhardt, Jon und Debbie Schmidt, Tara und Chris Copeland (v.l.) sowie die Kinder Gavin Schmidt, Nicholas und Mya Copeland (v.l.) für ein Erinnerungsbild.

Quelle: privat

Letzte Woche reiste die achtköpfige Familie, die aus dem mittleren Westen der USA, aus dem Bundesstaat Missouri, stammt, in die Heimat ihrer Vorfahren. Ein einfacher Familienausflug, der sich allerdings über zwei Kontinente und mehrere Generationen erstreckt.

 

"Seit meiner Kindheit weiß ich von der deutschen Herkunft der Vorfahren meines Vaters. Seitdem habe ich großes Interesse, die Geschichte unserer Familien zu erforschen", erzählt die 70-jährige Bonnie Schmidt. In alten Kirchenakten, durch akribische Internetrecherche sowie mit professioneller Hilfe von Ahnenforschern aus Deutschland und den USA fand sie vor etwa 20 Jahren die Ursprünge ihrer Herkunft: Nämlich, dass ihre Familie eine enge Verbindung zum Altenburger Land hat.

 

Die Reise nach Deutschland jetzt sei für sie wie ein wahrgewordener Traum. Besonders freut sie sich gemeinsam mit den Familien ihrer Tochter und ihres Sohnes, die Spurensuche über Generationen zurück zu ihrem Ur-Ur-Ur-Großeltern machen zu können. Ihr Weg durch das Land ihrer Vorfahren fing in Kassel an. Ein amerikanischer Ahnenforscher hatte den Schmidts den Kontakt zu einem Kollegen dort vermittelt. Von Hessen besuchten sie erst Erfurt, Eisenach und Weimar und dann führten sie die Spuren ins Altenburger Land.

 

Der Kasseler Ahnenforscher empfahl ihnen den Ahnenforschungskreis in Altenburg und dieser wiederum die Starkenbergerin Arnhild Kump, die hier viele noch als Arnhild Ratsch kennen, als sie Bürgermeisterin von Tegkwitz war. 2001 begab sie sich auf Pilgerfahrt nach Rom (OVZ berichtete). Seit sie zurück ist, agiert sie als eine Art ehrenamtliche Botschafterin des Altenburger Landes und führt gern Touristen durch den Kreis. Dabei unterstützt sie auch Menschen, die auf der Suche nach ihren familiären Wurzeln sind. "Dabei lerne ich viele Leute wie die Familie Schmidt kennen, die ihre eigene Familiengeschichte persönlich erleben wollen. Solche Begegnungen sind auch immer Brücken zwischen unseren Ländern", sagt sie

 

Mit Arnhild Kumps Hilfe kämpften sie sich durch Kirchenbücher und blätterten in alten Dokumente, um weitere Hinweise zur Familiensaga zu finden. "Mein Ur-Ur-Ur-Großvater Christian Kertscher war damals Hobbyarchäologe und hat das Triptychon der alten Kirche in Braunshain gefunden, das heute in der Lumpziger Kirche zu sehen ist. Deswegen war mir ein Besuch hier besonders interessant", berichte Bonnie Schmidt, was sie Neues entdeckt hat.

 

Vielleicht noch wichtiger für die Schmidts war aber, dass sie mit Arnhild Kump die Orte Dobitschen, Braunshain, Lumpzig, Hartha und Altenburg erkundeten, wo ihre Blutsverwandten einmal gewesen sein müssten beziehungsweise wo sie tatsächlich gelebt haben. "Uns hat die historische Entdeckungsreise sehr gut gefallen, aber was mich am meisten beeindruckt hat, war die Freundlichkeit und das Entgegenkommen der Leute hier, sie haben uns so viel während des Besuchs geholfen", schwärmt Bonnie Schmidt, die vor Jahren Archivarin einer Lutheraner-Kirchgemeinde in Missouri war.

 

Diese Gemeinde befindet sich übrigens in einem Dorf, das nicht weit weg von Altenburg ist - die Namensschwester der Kreisstadt am Fluss Mississippi. "Unser Altenburg ist nicht so groß, hat nicht so viele beeindruckende Gebäude und ist natürlich nicht annähernd so alt", erzählt Bonnie Schmidt, die es einst zufällig in die Nähe des Dorfes Altenburg verschlagen hat. Heute leben in dem Örtchen im Süden von Missouri etwa 300 Einwohner, aber von der einstigen deutschen Ausprägung ist inzwischen nicht mehr viel zu bemerken.

Krysta Brown

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