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Amtsarzt will im Altenburger Land bessere und zielgerichtetere Drogen-Prävention

Nach Studie Amtsarzt will im Altenburger Land bessere und zielgerichtetere Drogen-Prävention

Im Nachgang der Drogen-Studie unter Jugendlichen im Altenburger Land hat sich Amtsarzt Professor Stefan Dhein für eine zielgerichtetere Prävention ausgesprochen. Unter anderem mit Schulleitern und Sozialarbeitern sowie Schul- und Jugendamt will er am 26. September über das weitere Vorgehen sprechen. An dem Treffen soll auch Landrätin Michaele Sojka (Linke) teilnehmen.

Spricht sich für bessere Drogenprävention aus: Amtsarzt Professor Stefan Dhein.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Sie schockieren noch immer, die Zahlen der Sucht-Studie, die Amtsarzt Professor Stefan Dhein im Juni vorstellte. Demnach konsumiert ein Viertel der 16-Jährigen im Altenburger Land Cannabis und sechs Prozent nehmen Crystal Meth. Nun will das Landratsamt gegensteuern und die Präventionsarbeit in Sachen Drogen verbessern. Zu diesem Zweck ist laut Dhein derzeit für den 26. September ein Treffen geplant, um darüber zu reden, was wann wie und wo von wem getan werden kann. Die Einladungen sind bereits verschickt.

Ursprünglich war die Zusammenkunft schon für diesen Monat geplant, musste aber wegen zur vieler Verhinderter verschoben werden. „Die Anzahl der Anmeldungen entscheidet, ob es nun im September stattfindet“, sagte der Amtsarzt. „Es ist nicht ganz einfach, die Interessen und Terminpläne so vieler Leute unter einen Hut zu bekommen.“ Neben den Schulleitern und Schulsozialarbeitern aus dem Kreis nehmen an der Runde auch Landrätin Michaele Sojka (Linke) sowie Vertreter des Jugendamtes, des Schulamtes Ostthüringen, des Fachbereichs Soziales und des Fachdienstes Gesundheit des Landratsamts teil.

„Ziel ist es, die Präventivarbeit an Schulen in Sachen Drogen zu ergänzen, zu verbessern und zu erweitern“, sagt Dhein. Dabei gehe es zunächst um eine bessere Klassifikation. „Wir haben hier kein Problem mit Heroin, sondern vor allem mit Cannabis und Crystal und müssen uns darauf konzentrieren.“ Die bisherige Prävention ziele über Aufklärung aber vor allem in die Breite. „Wir müssen etwas obendrauf setzen und gezielter Konsumenten und potenzielle Konsumenten erreichen.“ Wer das sei, lasse sich am Risikoprofil der Studie erkennen. „Und dann geht es um die Fragen: Wie können wir auf sie zugehen? Wer hat Zugang? Wie machen wir das?“ Darüber hinaus gehe es auch darum, wer das Problem erkenne und es wie weiter melde oder Jugendliche besonders anspreche. „Das ist schwierig, weil etwa auch Klassenlehrer einer gewissen Schweigepflicht unterliegen.“

Laut Studie, bei der 1000 Schüler zwischen 16 und 17 Jahren zu ihren Erfahrungen und ihrem Konsum von Drogen und Rauschmitteln befragt und fast 950 Fragebögen ausgewertet wurden, zeigen vor allem Jugendliche mit gebrochenen Biografien eine Anfälligkeit für ein Drogen-, vor allem aber für ein Crystal-Problem. „Es sind junge Erwachsene von 16, 17, 18 Jahren, in der Pubertät, aus Trennungshaushalten, die ein Elternteil verloren haben“, präzisiert Dhein. Besonderer Knackpunkt sei der Übergang von der Schule zur Ausbildung. „Wenn der Jugendliche dann dort noch Misserfolge erlebt, verlieren wir ihn an die Sucht.“

Deshalb setzt sich Dhein auch dafür ein, dass diese Zielgruppe zumindest am Anfang der Ausbildung mit begleitet wird. „Das ist nur in einer Kooperation zwischen Jobcenter, Sozial- und Jugendamt und Schulen möglich“, erklärt der Amtsarzt. Auch darüber wird in dem Gespräch zu reden sein. „Denn das heißt letztlich auch, dass wir eine Personalstelle schaffen müssen, die mit den Jugendlichen redet.“ Es gehe letztlich um „spezifische zielgruppengerichtete Präventivarbeit“.

Eher etwas für den allgemeinen Unterricht, in dem Themen wie Drogen, Scheidung und ähnliches mehr Raum brauchen, sei hingegen der Einsatz von Drogenabhängigen oder früheren Süchtigen. „Das würden wir gern versuchen, in die Aufklärung mit einzubeziehen“, sagt Dhein. „Das ist authentischer als Schreckensbilder und sorgt daher eher dafür, dass das Interesse an Drogen und der Gedanke, dass deren Konsum etwas Cooles sei, verschwindet.“

Von Thomas Haegeler

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