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Altenburg Amtsgericht Altenburg: Duo stiehlt und verkauft über Jahre Computerteile aus Firma
Region Altenburg Amtsgericht Altenburg: Duo stiehlt und verkauft über Jahre Computerteile aus Firma
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08:00 07.05.2016
Amtsgericht Altenburg Quelle: Mario Jahn
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Altenburg/Meuselwitz

Am Ende saßen sie da wie begossene Pudel. Die Blicke von Mike Keller* und Silvio Bertram* senkten sich gen Boden und verrieten: Sie bereuen. Als Richter Florian Gempe das Urteil am Amtsgericht Altenburg verkündet, wird ihnen die Dimension ihres Tuns bewusst. Je ein Jahr Freiheitsstrafe, die auf drei Jahre Bewährung ausgesetzt wird, plus je 1000 Euro, die an den St.-Elisabeth-Hospizverein zu zahlen sind, bekamen die beiden Angeklagten wegen besonders schweren Diebstahls und gewerbsmäßiger Hehlerei.

Auf das von Gempe verkündete Urteil hatten sich alle Prozessbeteiligten zuvor verständigt. „Das ist das erste Mal, dass ich einen Verständigungsvorschlag mache und auch der erste Fall, bei dem es sinnvoll ist“, begründete Gempe sein Ansinnen angesichts der angeklagten 313 Diebstahlfälle von Computerteilen und -software und einer drohenden umfangreichen Beweisaufnahme. So sicherte er den nicht vorbestraften Angeklagten im Falle eines Geständnisses eine relativ milde Strafe zu. So kam es auch.

Ganz konkret räumte Keller ein, von seinem Ex-Arbeitgeber, einem Meuselwitzer Computerhersteller, zwischen 2009 und Juni 2012 insgesamt 100 PC-Komponenten und auch Software im Wert von rund 10 000 Euro gestohlen zu haben. Diese habe der Mittvierziger dann an den selbstständigen Bertram weitergereicht, der sie – trotz Verdacht, dass die Ware gestohlen sein könnte – im Internet verkaufte. Den daraus entstandenen Gewinn teilte man sich entsprechend.

Im Geständnis des Diebes gab dessen Anwalt Heinz Pagel die Erklärung ab, dass seinem Mandant versehentlich mehr Teile ausgehändigt worden seien und er diese dann mitgenommen habe. Die geschädigte Firma stellt das jedoch anders dar. Demnach soll Keller ein ausgetüfteltes System entwickelt haben. So habe er die Teile mehrfach bei der Arbeit verräumt, so dass sie immer näher zu seinem Rucksack kamen und darin verschwanden. Er soll nur so getan haben, als habe er nur etwas zu trinken aus dem Rucksack geholt. Danach sei er zur Warenausgabe gegangen und habe das vermeintlich fehlende Teil beanstandet.

Die Diebstahlserie hatte den Betriebsfrieden über drei einhalb Jahre massiv beeinträchtigt. Trotz Videoaufzeichnungen dauerte es lange, bis man einen konkreten Verdacht hatte. Die Aufnahmen überführten den Dieb schließlich – bei einer Durchsuchung fand sich dann weiteres Diebesgut. Auf seine Spur war das Unternehmen aber erst durch die Internetverkäufe gekommen.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Zudem lehnte Richter Gempe den Antrag, die Schadenersatzansprüche mit dem jetzigen Urteil zu verbinden, ab. „Dafür sind weitere Ermittlungen nötig“, begründete er. Folglich muss sich die Firma darum separat bemühen.

* Namen geändert

Von Thomas Haegeler

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