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Amtsgericht Altenburg brummt dreistem Dieb fast zwei Jahre Haft auf

Einbrüche in Nachbarschaft Amtsgericht Altenburg brummt dreistem Dieb fast zwei Jahre Haft auf

Das Amtsgericht Altenburg hat einen 25-Jährigen zu einem Jahr und neun Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt. Der Alkoholkranke gestand, in die Wohnung seiner Nachbarin eingebrochen zu sein und dort Technik und Co. gestohlen zu haben. Mit einem gefundenen Schlüssel drang er zudem noch in den benachbarten Friseursalon ein, wo er die Kasse plünderte.

Ein alkoholkranker 25-Jähriger ist vom Altenburger Amtsgericht zu einem Jahr und neun Monaten Haft verurteilt worden.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. „Das war ein kleener Aussetzer“, antwortet Tom P. auf die Frage, warum er ausgerechnet in die Wohnung seiner Nachbarin einbrach. Er habe – wie immer – bei sich in Haselbach ein paar Bierchen getrunken. „Irgendwann kam mir die Idee, weil ich wusste, dass sie nicht zu Hause war.“ Das, der Diebstahl von Technik und Co. sowie die folgende Plünderung der Kasse in dem ebenfalls im Haus befindlichen Friseursalon mit dem bei seiner Nachbarin gefundenen Schlüssel brachten dem 25-Jährigen am Mittwoch vor dem Altenburger Amtsgericht ein Jahr und neun Monate Haft ein.

Dass die Strafe wegen Wohnungseinbruchsdiebstahls und besonders schweren Diebstahls nicht zur Bewährung ausgesetzt wurde, erklärte Richter Sandy Reichenbach mit Verweis auf den Vorstrafenkatalog, auf die unbehandelte Suchtproblematik, die unter Alkoholeinfluss steigende Neigung zu Straftaten und die sich daraus ergebende schlechte Prognose des Angeklagten. „Sie sind ein Vielfachtäter“, so Reichenbach aufgrund von sieben Vorstrafen mit unter anderem 16 Diebstählen und mehrfachen Gefängnisaufenthalten.

Als er das sagt, schaut ihn Tom P. aufmerksam an – und nickt zustimmend. Aber der Richter sagt auch: „Wir sind guter Hoffnung, dass es klappt.“ Das bezieht sich auf die Auflage, dass Tom P. seine Alkoholsucht stationär therapiert. Diese hatte ihm zuvor Gutachterin Angela Trommer-Wentzel genauso bescheinigt wie „eine leichte geistige Behinderung“ und eine Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Beides führt zu einer „Störung des Sozialverhaltens“, so die Fachärztin für Psychiatrie, die ihn dennoch für voll schuldfähig hält.

Anders ist die Dreistigkeit des Angeklagten auch kaum erklärbar. Zumal er zwischendrin in seine Wohnung zurückkehrte und nach eigenen Aussagen noch weitere drei Bier trank. Auch machte er mit einer gestohlenen Digital-Kamera Fotos von dem in seinem Schlafzimmer montierten gestohlenen Fernseher. Der Gedanke, dass der Verdacht wegen fehlender Einbruchsspuren am Haus sofort auf ihn fallen würde, sei ihm jedoch erst später gekommen.

Noch am selben Tag, dem 17. März dieses Jahres, an dem er mithilfe eines Schraubendrehers die Wohnungstür aufhebelte, stand die Polizei vor seiner Tür. Allerdings verschwanden die Beamten wieder, weil P. auf einen Durchsuchungsbeschluss bestand. Anstatt das Diebesgut beiseite zu schaffen, ging er mit seiner Schwester einkaufen. Allerdings gelang es ihm dabei nur, einen kleinen Teil der im Friseursalon erbeuteten 500 Euro auszugeben. Auch deshalb zahlte er noch 150 Euro auf das Konto seiner Schwester ein. Dann kamen die Polizisten zurück...

Welchen Schaden P. neben Beute- und Sachschaden von 2300 Euro anrichtete, erklärt eine Geschädigte. Unter den gestohlenen Gegenständen befand sich neben Fernseher, Blu-ray-Player und Kamera auch eine Festplatte, die gelöscht wurde. „Da waren Familien-Fotos drauf, fast 2000 Stück, auch von der Hochzeit meines Sohnes“, sagt sie mit brüchiger Stimme und ist den Tränen nahe.

Aufgrund der besonderen Geschichte seines Mandanten hatte Verteidiger Helge Klein nur sechs Monate Haft gefordert und denkt nun über Berufung nach. Deshalb ist das Urteil auch noch nicht rechtskräftig. Denn für Staatsanwalt Ralf Mohrmann, der zwei Jahre gefordert hatte, geht das Urteil „in Ordnung“.

Von Thomas Haegeler

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