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Amtsgericht Altenburg verurteilt 22-Jährigen zu sechs Monaten auf Bewährung

Joints für Minderjährige Amtsgericht Altenburg verurteilt 22-Jährigen zu sechs Monaten auf Bewährung

Einige Joints, die Andreas G. mit Kumpels geraucht hat, sind dem 22-Jährigen zum Verhängnis geworden. Deswegen stand er am Mittwoch vor dem Amtsgericht in Altenburg. Ihm wurde vorgeworfen, auch Minderjährigen Drogen überlassen zu haben. Nun traf ihn Justizias Arm.

Vom Altenburger Amtsgericht kassierte ein 22-Jähriger eine sechsmonatige Freiheitsstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Grund: Er hatte Joints an Minderjährige weitergereicht.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. So schnell kann’s gehen: Gerade einmal drei oder vier Joints hat Andreas G. mit Kumpels geraucht, schon landete er vor Gericht. Denn es war nicht nur sein Gras, aus dem der 22-Jährige die „Tüten“ gebaut hatte, sondern zwei der Mitkiffer waren auch noch keine 18 Jahre. Unerlaubte Verbrauchsüberlassung von Betäubungsmitteln an Minderjährige heißt das im Justizjargon. Und deswegen kassierte der gebürtige Bornaer am Mittwoch vorm Altenburger Amtsgericht eine sechsmonatige Freiheitsstrafe, die allerdings auf zwei Jahre Bewährung ausgesetzt wurde, plus 160 gemeinnützige Arbeitsstunden und ambulante Suchtberatung.

Angeklagter gut bedient

Dass G. damit gut bedient war, machte Richter Sandy Reichenbach in der Urteilsbegründung klar. „Wir haben Ihnen Ihr Geständnis hoch angerechnet“, sagte Reichenbach. „Eigentlich sieht das Gesetz einen Strafrahmen ab einem Jahr vor.“ Allerdings hielt man das Ganze für einen minder schweren Fall, auf den drei Monate bis maximal fünf Jahre Freiheitsstrafe stehen. Eine moderate Erhöhung habe man angesichts von sieben Vorstrafen und vier Geschädigten, von denen zwei minderjährig waren, jedoch für nötig gehalten. Zugute hielt man dem Angeklagten außerdem, dass er für die Minderjährigen nicht den Erstkontakt zu Drogen herstellte, dass er therapiebereit und abstinent ist. „Aber Sie müssen jetzt die Kehrtwende reinkriegen, sonst ist es mit der Nachsicht vorbei“, mahnte der Richter.

Passiert war Folgendes: An einem Juli-Abend vergangenen Jahres saß der heute in Frohburg lebende G. mit Kumpels aus Altenburg und Gößnitz in seiner damaligen Wohnung in der Skatstadt. Spontan kam man auf die Idee, Marihuana zu rauchen. Da der Arbeitslose etwas da hatte, drehte er aus einem Gras-Tabak-Gemisch drei oder vier Joints, die die Runde machten, erklärte er. Anschließend wurde es mit einer Pudding-Schlacht lustig und laut, was eine Nachbarin und dann die Polizei auf den Plan rief. Schließlich ging es inzwischen auf Mitternacht zu. G. ließ die Beamten ein, die sahen, was die Stunde geschlagen hatte, lösten die Party auf und nahmen eine 15-Jährige Ausreißerin mit aufs Revier.

Geständnis macht Zeugen überflüssig

Den Vorfall hatte der Angeklagte gleich zu Beginn des Prozesses unumwunden eingeräumt, so dass Richter Reichenbach mit Einverständnis der anderen Beteiligten auf vier der fünf geladenen Zeugen verzichtete. Nur ein Polizist, der seinerzeit mit in der Wohnung war, wurde gehört und lieferte Details rund um den „lustigen“ Abend. Aber auch er „hatte keine Anhaltspunkte, dass dort jemand zu irgendwas gezwungen wurde“. Dass die 15-Jährige nicht zum ersten Mal Drogen zu sich nahm, ergab übrigens ein entsprechender Test, der zudem auch noch den Konsum von Crystal zu Tage förderte. Das habe es aber nicht bei ihm gegeben, versicherte der Angeklagte glaubhaft.

Angesichts der klaren Ausgangslage plädierte Staatsanwalt Arnd Knoblauch auf einen minder schweren Fall der Verbrauchsüberlassung und hielt deswegen sieben Monate auf Bewährung plus 120 Arbeitsstunden für angemessen. Dem schloss sich Verteidiger Thomas Lehe weitgehend an, sah aber sechs Monate für ausreichend an, weil es das erste Drogen-Delikt war, mit dem sein Mandant auffällig wurde. Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig.

Von Thomas Haegeler

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