Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg Amtsgericht Altenburg verurteilt 22-Jährigen zu sechs Monaten auf Bewährung
Region Altenburg Amtsgericht Altenburg verurteilt 22-Jährigen zu sechs Monaten auf Bewährung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:55 10.03.2016
Vom Altenburger Amtsgericht kassierte ein 22-Jähriger eine sechsmonatige Freiheitsstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Grund: Er hatte Joints an Minderjährige weitergereicht. Quelle: Mario Jahn
Anzeige
Altenburg

So schnell kann’s gehen: Gerade einmal drei oder vier Joints hat Andreas G. mit Kumpels geraucht, schon landete er vor Gericht. Denn es war nicht nur sein Gras, aus dem der 22-Jährige die „Tüten“ gebaut hatte, sondern zwei der Mitkiffer waren auch noch keine 18 Jahre. Unerlaubte Verbrauchsüberlassung von Betäubungsmitteln an Minderjährige heißt das im Justizjargon. Und deswegen kassierte der gebürtige Bornaer am Mittwoch vorm Altenburger Amtsgericht eine sechsmonatige Freiheitsstrafe, die allerdings auf zwei Jahre Bewährung ausgesetzt wurde, plus 160 gemeinnützige Arbeitsstunden und ambulante Suchtberatung.

Angeklagter gut bedient

Dass G. damit gut bedient war, machte Richter Sandy Reichenbach in der Urteilsbegründung klar. „Wir haben Ihnen Ihr Geständnis hoch angerechnet“, sagte Reichenbach. „Eigentlich sieht das Gesetz einen Strafrahmen ab einem Jahr vor.“ Allerdings hielt man das Ganze für einen minder schweren Fall, auf den drei Monate bis maximal fünf Jahre Freiheitsstrafe stehen. Eine moderate Erhöhung habe man angesichts von sieben Vorstrafen und vier Geschädigten, von denen zwei minderjährig waren, jedoch für nötig gehalten. Zugute hielt man dem Angeklagten außerdem, dass er für die Minderjährigen nicht den Erstkontakt zu Drogen herstellte, dass er therapiebereit und abstinent ist. „Aber Sie müssen jetzt die Kehrtwende reinkriegen, sonst ist es mit der Nachsicht vorbei“, mahnte der Richter.

Passiert war Folgendes: An einem Juli-Abend vergangenen Jahres saß der heute in Frohburg lebende G. mit Kumpels aus Altenburg und Gößnitz in seiner damaligen Wohnung in der Skatstadt. Spontan kam man auf die Idee, Marihuana zu rauchen. Da der Arbeitslose etwas da hatte, drehte er aus einem Gras-Tabak-Gemisch drei oder vier Joints, die die Runde machten, erklärte er. Anschließend wurde es mit einer Pudding-Schlacht lustig und laut, was eine Nachbarin und dann die Polizei auf den Plan rief. Schließlich ging es inzwischen auf Mitternacht zu. G. ließ die Beamten ein, die sahen, was die Stunde geschlagen hatte, lösten die Party auf und nahmen eine 15-Jährige Ausreißerin mit aufs Revier.

Geständnis macht Zeugen überflüssig

Den Vorfall hatte der Angeklagte gleich zu Beginn des Prozesses unumwunden eingeräumt, so dass Richter Reichenbach mit Einverständnis der anderen Beteiligten auf vier der fünf geladenen Zeugen verzichtete. Nur ein Polizist, der seinerzeit mit in der Wohnung war, wurde gehört und lieferte Details rund um den „lustigen“ Abend. Aber auch er „hatte keine Anhaltspunkte, dass dort jemand zu irgendwas gezwungen wurde“. Dass die 15-Jährige nicht zum ersten Mal Drogen zu sich nahm, ergab übrigens ein entsprechender Test, der zudem auch noch den Konsum von Crystal zu Tage förderte. Das habe es aber nicht bei ihm gegeben, versicherte der Angeklagte glaubhaft.

Angesichts der klaren Ausgangslage plädierte Staatsanwalt Arnd Knoblauch auf einen minder schweren Fall der Verbrauchsüberlassung und hielt deswegen sieben Monate auf Bewährung plus 120 Arbeitsstunden für angemessen. Dem schloss sich Verteidiger Thomas Lehe weitgehend an, sah aber sechs Monate für ausreichend an, weil es das erste Drogen-Delikt war, mit dem sein Mandant auffällig wurde. Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig.

Von Thomas Haegeler

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Erich Kästners „Emil und die Detektive“ ist vielen in der Regel aus Kindheitstagen vertraut. Mit seinem „Fabian“ sieht dies anders aus. Gut also, dass traditionell eine Woche vor der Premiere der Altenburger Theaterverein zum Theaterfrühstück einlädt. Dessen Ziel war und ist es, das Publikum einzustimmen auf Werke, die weniger bekannt sind oder eine neue Lesart von Vertrautem zu erwarten ist.

10.03.2016
Altenburg Nobitz startet Offensive zur Ankurbelung der Wirtschaft - Flyer wirbt für Ansiedlungen auf Industriepark am Leipzig-Altenburg Airport

Nobitz stellt eine neue Werbestrategie mit ungewohnten Ansätzen vor. Dazu zählt unter anderem ein „sprechender“ Flyer, der Unternehmen die Vorzüge einer Ansiedlung auf dem 70 Hektar großen Gewerbe-Park Nobitz empfiehlt. Ebenso gehört dazu ein Online-Firmenverzeichnis, das die Firmen der Kommune untereinander vernetzen soll.

10.03.2016

Am Mittwoch hat die Arbeitsagentur Altenburg-Gera zum neunten „Tag der Berufe“ geladen. 700 Schüler haben sich im Agenturbereich für den Aktionstag angemeldet. Besonders beliebt bei den Jugendlichen war wieder einmal die Klinik Altenburger Land.

09.03.2016
Anzeige