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Amtsgericht Altenburg verurteilt Intensivtäter zu über zwei Jahren Haft

Betrug und Co. Amtsgericht Altenburg verurteilt Intensivtäter zu über zwei Jahren Haft

Das Amtsgericht Altenburg hat einen weiteren Intensivtäter aus dem Verkehr gezogen. Unter anderem wegen Betrugs und Fahrens ohne Führerschein muss Christian F. weitere zwei Jahre und zwei Monaten ins Gefängnis. Im Prozess hatte er rund 20 Taten gestanden.

Wegen Betrugs und Fahren ohne Führerschein bleibt Christian F. für weitere zwei Jahre und zwei Monate in Haft.

Quelle: Thomas Haegeler

Altenburg. Redete Christian F. während des Prozesses phasenweise wie ein Wasserfall, verstummte er nach dem Urteil. Immer wieder schüttelte der 30-Jährige den Kopf, verzog das Gesicht und warf den Stift auf seine Unterlagen. Verärgert reagierte der Angeklagte auf das Urteil des Schöffengerichts am Altenburger Amtsgericht. Zwei Jahre und zwei Monate Gefängnis verkündete Richter Alexander Reichenbach wegen Betrugs, Fahrens ohne Führerschein, Erschleichens von Leistungen und Urkundenfälschung. Zudem bleibt F. in Haft und darf zwei Jahre keinen Führerschein machen. Diesen hatte er 2010 verloren.

In der Verhandlung räumte der Angeklagte ein, zwischen Juli und November 2016 über 20 Straftaten im Raum Schmölln, Gera und Ronneburg begangen zu haben. Verurteilt wurde er jedoch nur für 18, weil das Gericht den Rest mit Blick auf die im Übrigen zu erwartende Strafe einstellte. Im Detail handelte es sich um neun Betrugsfälle, sechs Autofahrten ohne Führerschein, zwei Schwarzfahrten mit dem Zug und eine gefälschte Unterschrift auf einem Überweisungsträger. Dabei hatte er versucht, 650 Euro vom Konto seines Vaters auf das seiner damaligen Freundin zu transferieren. Das geschah, um sich zu rächen, wie er erzählte, weil sein Vater ihm während seines früheren Gefängnisaufenthalts seine kompletten Ersparnisse von fast 10 000 Euro unterschlagen haben soll.

Überhaupt spielten persönliche Motive eine große Rolle bei seinen Straftaten. So hatte er zulasten seines Vaters für sich und seine Freundin unter anderem Kommunikationsverträge abgeschlossen sowie Handys, Turnschuhe, Haarverlängerungen und Blumen bestellt. Zudem hatte er einmal getankt, ohne zu bezahlen. „Ich hätte die Sache mit meinem Vater anders regeln sollen“, sagte der 30-Jährige zum Schluss. „Mir tut es unheimlich leid und ich bereue es auch.“ Er stehe bereits in Kontakt mit der Schuldnerberatung, um die Schäden zu tilgen. „Ich werde versuchen, mein Leben auf die Reihe zu kriegen.“

Dass er das erst nach seinem nun verlängerten Gefängnisaufenthalt tun kann, begründete Richter Reichenbach vor allem mit seinem strafrechtlichen Vorleben und seiner Unbelehrbarkeit. „Bereinigt sind Sie sechs Mal wegen 42 Taten verurteilt“, sagte der Richter. Zudem habe er ein Großteil fast nahtlos an seine letzte Entlassung begangen. „Aus der Haft haben Sie nichts gelernt.“

Auch machte Reichenbach deutlich, dass es selbst bei einer unter zweijährigen Haftstrafe „wegen der Fülle der Taten“ und „bei der Vorgeschichte“ keine Bewährung mehr gegeben hätte. „Es sind auch keine besonderen Umstände ersichtlich.“ Eine noch höhere Strafe habe er hauptsächlich aufgrund seines umfassenden Geständnis vermieden, das „eine langwierige Beweisaufnahme erspart“ hat. „Normalerweise wären wir bei circa drei Jahren rausgekommen“, erklärte der Richter.

Mit seinem Urteil blieb das Schöffengericht knapp unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Dieses hielt zwei Jahre und drei Monate Haft für angemessen. Die Verteidigung plädierte hingegen für maximal ein Jahr und fünf Monate und bat, die Möglichkeit der Bewährung zu prüfen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Von Thomas Haegeler

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