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An Altenburger Schulen fehlen Schwimmlehrer

An Altenburger Schulen fehlen Schwimmlehrer

Das entspricht einer Quote von 77 Prozent. Im Vorjahr waren es noch gut 80 Prozent der damals 667 Schüler."Bundesweit sind wir aufgrund unserer hohen Anforderungen immer noch weit vorne dabei", beurteilt Ute May das Abschneiden differenziert.

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Unterricht in der Schwimmhalle: Michael Rothe und Stefanie Warkus vom Aqua Fun Wintersdorf bringen Anna und Nelly (vorn) sowie Lennart und Julia (hinten, jeweils von links) Schwimmbewegungen bei.

Quelle: Mario Jahn

Das entspricht einer Quote von 77 Prozent. Im Vorjahr waren es noch gut 80 Prozent der damals 667 Schüler.

 

"Bundesweit sind wir aufgrund unserer hohen Anforderungen immer noch weit vorne dabei", beurteilt Ute May das Abschneiden differenziert. "Aber wir können in Thüringen nicht zufrieden sein, weil wir die hohen Anforderungen schon oft geschafft haben." Laut Vorgabe des Kultusministeriums wären 80 Prozent Schwimmer unter den Drittklässlern wünschenswert.

 

Die Gründe, warum man im Kreis nun wieder auf das Level von 2013 abgerutscht ist, sieht May vor allem in zwei Dingen. "Zum einen fehlen weitere gut ausgebildete, engagierte und für das Fach Schwimmen die gesundheitlichen Voraussetzungen mitbringende Sportlehrer", sagt sie mit Verweis auf die derzeit nur noch fünf Schwimmlehrer, die im Durchschnitt 50 Jahre alt sind, und zum Teil an ihren Stammschulen als Klassenlehrer arbeiten oder als Sportlehrer an anderen Schulen aushelfen.

 

"Zum anderen denke ich an die große Anzahl der Schüler mit Handicap." Allein 41 Drittklässler hatten im vergangenen Schuljahr schwere Krankheiten wie Asthma oder Epilepsie, große Koordinationsprobleme, Verhaltensauffälligkeiten oder einfach nur Angst, weil sie noch nie vorher baden waren.

 

Das erklärt wiederum, warum es 49 Kinder (Vorjahr: 41) und damit fast jeder 13. Drittklässler im Altenburger Land (7,4 Prozent, Vorjahr: 6,4 Prozent) nicht schaffte, mindestens 25 Meter ohne Hilfsmittel zu schwimmen. "Das sind zu viele", bedauert May. "Dabei wissen wir doch alle, wie wichtig eine regelmäßige, gut organisierte und fachlich fundierte Schwimmausbildung ist. Denn Schwimmen können, kann leben retten." Das belegen 392 Todesopfer, die es laut Deutscher Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) 2014 bundesweit gab.

 

Warum man im Altenburger Land trotz des Rückgangs der Schwimmer dennoch bundesweit ganz vorn mitmischt, erklärt die Schwimmlehrerin anhand einer anderen Zahl. "Wenn wir die Schüler dazu zählen, die mindestens das Seepferdchen haben, kämen wir auf 91,6 Prozent", sagt May. Denn meist würden nur die niedrigeren Anforderungen gezählt und verglichen.

 

In Thüringen und damit auch im Kreis verlangt man, um sich Schwimmer nennen zu dürfen, fast die Leistungen für das Jugendschwimmabzeichen in Bronze. Für das Seepferdchen reicht es hingegen, einen Sprung vom Beckenrand zu machen und 25 Meter zu schwimmen sowie einen Gegenstand aus schultertiefem Wasser heraufzu- holen. "Das kann uns jedoch in keinster Weise zufriedenstellen", meint May kritisch.

 

Was sie dagegen mehr als zufrieden stellte, ist der Fakt, dass beim Schwimmwettkampf der vierten Klassen "Jugend trainiert für Olympia" zwölf Grundschulen mit 117 Aktiven teilnahmen. Zudem unterboten gleich zwei Mädchenmannschaften dabei den von der Altenburger Wilhelm-Busch-Schule 2002 aufgestellten Rekord von 1:43,99 Minuten. So brauchte die 100-Meter-Staffel aus Wintersdorf nur 1:37,47 und die der Grundschule Nobitz nur 1:40,47 Minuten. "Das war ein Traum", sagt May, die in Nobitz unterrichtet.

 

Dinge wie diese bestärken sie und ihre Kollegen im Kreis weiterzumachen. "Die Schwimmlehrer werden trotz aller vorhandenen Probleme mit aller Kraft und Freude im neuen Schuljahr alles geben, um die Kinder zum Schwimmen zu bringen", verspricht Ute May. "Dazu wünschen wir uns den engen Kontakt zu den Eltern und deren Unterstützung, ihre Kinder im Vorfeld an Wasser zu gewöhnen und Baderegeln vorzuleben. Es sollten auch alle beachten, dass es ein großer Unterschied ist, in der Schwimmhalle bei ruhiger Wasserfläche ausdauernd zu schwimmen als im See oder am Meer."

Thomas Haegeler

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