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An der Altenburger Mäder-Schule soll wieder Ruhe einziehen

Projekt Gemeinschaftsschule An der Altenburger Mäder-Schule soll wieder Ruhe einziehen

Thüringens Bildungsministerin Birgt Klaubert (Linke) sichert angesichts von Problemen die weitere Unterstützung ihres Hauses für die Gemeinschaftsschule Erich-Mäder in Altenburg zu. Das Lehrer-Kollegium sieht sich dagegen zu Unrecht kritisiert und den Standort gezielt schlecht geredet. Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) forderte ein enges Miteinander.

Die Erich-Mäder-Schule ist die einzige Gemeinschaftsschule im Altenburger Land.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Birgit Klaubert hat ein klares Bekenntnis zur Gemeinschaftschule Erich-Mäder abgegeben. Das tat die Linken-Politikerin nicht allein als Stadträtin zur Sitzung dieses Gremiums in der vergangenen Woche. Das tat sie gleichzeitig als Thüringer Bildungsministerin. „Wir wollen die Kollegen unterstützen und dürfen den Standort nicht zerreden“, sagte sie und sicherte zu, die nicht unumstrittene Schulform als Ministerin von außen zu unterstützen.

Die Worte werden Balsam für die Lehrer-Seelen an der Schule gewesen sein. Denn noch vor einigen Wochen hat es ordentlich gekracht, wofür auch Klaubert gesorgt hatte. In einer gemeinsamen Presseerklärung mit dem Altenburger Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) hatte sie eine mangelhafte Identifikation der Lehrer mit dem Schulkonzert beklagt, was zu zurückgehenden Anmeldezahlen bei neuen Schüler geführt habe. In offiziellen Erklärungen der Schule wird dies abgestritten. „Sehr schockiert waren das Kollegium und die Schulleitung der Erich-Mäder-Schule über die Aussagen im Fernsehen und im Zeitungsartikel der OVZ vom 22. April 2016“, heißt es in eine Schreiben des Lehrer-Kollegiums an die OVZ. „In der Öffentlichkeit wurde unsere Arbeit abgewertet und die Schule gezielt in ein schlechtes Licht gestellt, ohne dass im Vorfeld über die formulierten Probleme mit uns geredet wurde. Wir sind der Meinung, dass das nicht der richtige Weg war. Wir sind enttäuscht. Und wir haben den Eindruck, dass alle unsere Bemühungen, unsere Projekte und Ideen und unsere schulische Arbeit vergessen sind.“

Trotz dieser Darstellung kritisieren etliche Eltern in Altenburg diese Schulform, die der Schule von Erfurt übergestülpt wurde, worunter Schüler und Lehrer gleichermaßen leiden würden. Lehrer wären an andere Schulen gewechselt, andere würden irgendwie bis zur Rente durchhalten, schrieb beispielsweise eine Mutti in einem veröffentlichten Leserbrief an die OVZ. Klaubert und Wolf würden irren, dass Altenburger Familien sich diese Schulform wünschen, meinte sie.

Trotz der Probleme sei viel erreicht worden, hielt dem nun Birgit Klaubert entgegen. Ihr Optimismus ist verständlich. Schließlich verkauft die Landesregierung die Gemeinschaftsschule in Thüringen als Erfolgsmodell. Auch OB Wolf weiß, dass es seit seiner Kritik an der Schule rumort. Er bedauert, dass einige Kollegen die zugesicherte Unterstützung von ihm und Klaubert so interpretieren, als „hätten wir den Standort schlecht geredet“, sagte der OB vor dem Stadtrat. Es müsse aber alles getan werden, um den Standort zu stärken, und forderte ein enges Miteinander. Wolf bot einen Besuch in der Schule an, „am besten mit der Ministerin“. Denn an einem Treffen von verantwortlichen Mitarbeitern seiner Verwaltung mit der Schulleitung konnte Wolf aus terminlichen Gründen nicht teilnehmen.

Vertreten wurde der OB von seinem zuständigen Dezernenten Robby Tänzer. Dieser zeigte sich beeindruckt, dass bei diesem Termin alle Lehrer mit einem T-Shirt „Gemeinschaftsschule“ aufgetreten seien. Etwaige Differenzen seien ausdiskutiert worden, sagte er, sprach jedoch auch von Reibungs- und Informationsverlusten zwischen Lehrern, Schulleitung und Schulverwaltung, die ebenso ausgeräumt wurden. Ebenso wies Tänzer auf die kritischen Facebook-Kommentare von ehemaligen Schülern und Eltern hin, die das Projekt Gemeinschaftsschule alles andere als gutheißen.

Von Jens Rosenkranz

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