Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg Andrang auf Kindersachenbörsen in Altenburg und Nobitz
Region Altenburg Andrang auf Kindersachenbörsen in Altenburg und Nobitz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:17 02.04.2017
Die sechsjährige Massa (links) und die Maria (8) freuen sich über Bücher und Spiele, die ihnen die Eltern auf der Börse in Altenburg gekauft haben. Quelle: Nicole Rathge-Scholz
Anzeige
Altenburg/Nobitz

Die Kinder- und Jugendsachenbörse hat noch gar nicht geöffnet, da reihen sich die Interessenten schon vor dem Eingang der Nobitzer Mehrzweckhalle. Es herrscht mal wieder Andrang, auch zur nunmehr 42. Auflage dieser Veranstaltung des Evangelisch-Lutherischen Magdalenenstifts Altenburg. Doch die Ehrenamtler rund um Leiterin Katharina Kielmann sind darauf vorbereitet. Sie haben sich, damit es kein Chaos gibt, etwas einfallen lassen: Einlassbegrenzung. „Wir geben große Taschen aus, und wenn die alle sind, müssen die nächsten warten, bis die anderen fertig gestöbert und gekauft haben und ihre Tasche wieder abgeben“, erklärt Kielmann. Dieses Konzept habe sich bereits gut bewährt.

Ja, sie sind ziemlich beliebt, die Kleiderbörsen, die im Altenburger Land an verschiedenen Orten mehrmals im Jahr im Kalender stehen. Sowohl bei Käufern als auch bei privaten Anbietern. In Nobitz dürfen 160 Familien bis zu 30 Artikel abgeben, die dann von den Ehrenamtlern nach Art und Größe sortiert werden. „Die Leute geben wirklich ausschließlich sehr gut erhaltene Sachen ab, denn sie möchten ja etwas verkaufen“, erklärt die Börsenleiterin und kassiert schon nach den ersten zehn Minuten die ersten Kunden ab. Neben Anziehsachen sind vor allem Gegenstände wie Fahrräder, Babywiegen und Kinderwagen sehr gefragt, weiß die zweifache Mama Katharina Kielmann.

Am 2. November 1996 fand die erste Kindersachenbörse statt, damals noch in den Räumlichkeiten der Malteser, anschließend in der Gnadenkapelle Altenburg und nun hier in der Nobitzer Mehrzweckhalle. Anfangs konnten aus logistischen Gründen nur 15 Familien ihre Artikel abgeben, mittlerweile hat sich das Volumen mehr als verzehnfacht. Und auch das Rahmenangebot ist gewachsen: Für das leibliche Wohl der Käuferschaft sorgte diesmal der Kindergarten Ehrenhain, der mit dem Verkauf von selbst gebackenem Kuchen seine Abschlussfahrt für die Vorschulkinder finanzieren möchte.

Vom Erlös der verkauften Sachen fließen 80 Prozent den Verkäufern zu. Die übrigen 20 Prozent kommen der sozialpädagogischen Jugend- und Familienhilfe im Magdalenenstift zugute, die damit für sozial benachteiligte Familien zum Beispiel Ferienaktivitäten finanziell unterstützt. „Ich komme gern hierher, weil es einfach günstig ist“, erklärt die Altenburgerin Anja Prachensky, die verschiedene Börsen besucht. Beim Magdalenenstift gefällt ihr vor allem die große Auswahl an Spielzeug und Kinderwagen bis hin zum Roller.

Und während in Nobitz am Samstag rege gesucht, geprüft und gekauft wird, findet zeitgleich auch im Bürgerzentrum in Altenburg-Nord eine ähnliche Börse statt. Der örtliche Bürgerverein und der städtische Kinder- und Jugendtreff Abstellgleis sind dort die Veranstalter. Auch hier bleiben von den verkauften Sachen 80 Prozent des Erlöses bei den Familien, mit dem Rest finanziert der Bürgerverein Ferien- und Freizeitaktivitäten. „Wir freuen uns, dass unsere Börse immer gut besucht ist und so die Sachen neue Eigentümer bekommen. Das ist auch sehr nachhaltig“, sagt Jugendtreff-Mitarbeiterin Monika Haubenschild. Hier können 40 Familien jeweils bis zu 90 Artikel zum Verkauf anbieten. „Spielzeug geht natürlich immer gut“, erklärt Leiterin Antje Köhler, die Tage vor der Börse mit ihren Mitarbeitern dafür sorgt, dass alle Artikel nach Größe geordnet sind.

Sehr zur Freude von Besuchern wie der Altenburgerin Jana Matuszczak. „Ich bin das erste Mal auf so einer Börse und positiv überrascht“, erzählt sie. „Für meinen ersten Sohn hatte ich damals alles neu gekauft, für meinen zweiten, der sich noch im Bauch befindet, wollte ich mich mal hier umschauen und bin begeistert. Die Sachen sind günstig und sehr gut erhalten. Und auf diese Weise kann man nachhaltig wiederverwenden, was noch gut nutzbar ist. Darüber“, fügt Jana Matuszczak hinzu, „freuen sich schließlich auch die Verkäufer.“

Die nächste Kinder- und Jugendsachenbörse in Altenburg-Nord findet am 4. November ab 9 Uhr statt. Der nächste Termin in Nobitz ist der 9. September, 9 Uhr.

Von Nicole Rathge-Scholz

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Seit zwei Jahren leitet Professor Stefan Dhein den Fachdienst Gesundheit im Landratsamt. Am 1. April 2015 trat der Humanmediziner, Pharmakologe und Toxikologe den Dienst an. Parallel dazu absolvierte der gebürtige Rheinländer die 24-monatige verwaltungsrechtliche Qualifikation zum Amtsarzt. Die OVZ sprach mit ihm über seine Tätigkeit.

01.04.2017

Kaum ist Frühling, schon verwandelt sich Altenburg in eine Baustelle. Das fordert Geduld und Nerven bei Autofahrern. Denn neben der gesperrten Käthe-Kollwitz-Straße und dem zum Nadelöhr mutierten Teichknoten geht es ab Montag in der Leipziger Straße und an zahlreichen weiteren Stellen los. Die Folge: Auf den Umleitungen und Schleichwegen wird es eng.

01.04.2017

Wie viele stadteigene Bäume stehen in Altenburg? Christine Fischer weiß das ziemlich genau: 10.692. Im Moment, ohne den Stadtwald, ohne Privatbäume. In ein paar Tagen kann das schon wieder anders aussehen. Mitte der 1990er-Jahre begann die Stadt, ein Kataster zu erstellen. „Kataster für Altenburgs Bäume entsteht“ titelte die OVZ am 6. Januar 1996.

26.07.2017
Anzeige