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Altenburg Andreas Hofmann ist neuer Chef vom Altenburger Kreisfeuerwehrverband
Region Altenburg Andreas Hofmann ist neuer Chef vom Altenburger Kreisfeuerwehrverband
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19:00 09.06.2016
Nachdenklich: Andreas Hofmann weiß, dass er den Kreisfeuerwehrverband in schwierigen Zeiten übernimmt.  Quelle: Jörg Wolf
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Nobitz

 „Ich habe mich vorher genau kundig gemacht und beraten lassen, damit die Wahl ohne Probleme über die Bühne geht, den Delegiertenschlüssel nochmals akribisch durchgeforstet und einen externen und damit neutralen Wahlvorstand gewonnen.“ Andreas Hofmann ist eine halbe Stunde vor dem Beginn der außerordentlichen Mitgliederversammlung am Mittwochabend in der Nobitzer Mehrzweckhalle die Anspannung deutlich ins Gesicht geschrieben. Heute darf sich so ein Fiasko wie an jenem 2. April an gleicher Stelle nicht wiederholen. Damals stand wie am Mittwoch der 54-jährige Ziegelheimer Hofmann an gleicher Stelle als einziger Kandidat für den Vorsitz des Verbandes zur Wahl. Aber die platzte, weil nach dreistündiger Sitzung nicht mehr die per Satzung vorgeschriebenen 50 Prozent aller Delegierten anwesend waren (die OVZ berichtete). Sowas zumindest drohte am Mittwoch nicht: Bei einer außerordentlichen Sitzung ist keine minimale Anwesenheit vorgeschrieben.

Doch obwohl die Wahl am Mittwoch eigentlich der einzige Tagesordnungspunkt war, geriet diese Sitzung zu einer denkwürdigen Abrechnung mit der Arbeit des Kreisfeuerwehrverbandes. Offenkundig wurde vor allem während der Diskussion, dass sich beileibe nicht jeder Feuerwehrmann von dem als Interessenvertreter aller Kameraden fungierenden Verband vertreten fühlt. Unter Beifall der anderen brachte es beispielsweise die Nobitzerin Steffi Heidel auf den Punkt: „Die Kameraden der Einsatzabteilungen fühlen sich durch den Kreisfeuerwehrverband nicht vertreten. Während der Verband große Anstrengungen in der Kinder- und Jugendarbeit sowie bei der Betreuung der Alters- und Ehrenkameraden sowie der Feuerwehrfrauen unternimmt, gibt es für die aktiven Feuerwehrleute, die täglich Einsätze fahren, überhaupt nichts“, meinte die Jugendwartin. Aber etliche der 90 anwesenden Feuerwehrleute stießen sich noch am allgemeinen Geschäftsgebaren der Verbandsführung. „Die aktuell gültige Satzung stammt aus den 1990er-Jahren und ist nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Sie muss in vielen Punkten angepasst, ja geändert werden“, so der Starkenberger Ortsbrandmeister Steffen Kühn, der zugleich eine ganze Reihe von konkreten Beispielen folgen ließ.

Vor all diesen Kritikpunkten stellt mancher gar die geplante Wahl des neuen Chefs an diesem Abend in Frage. Regelrecht weggebügelt wurden schon mal Hofmanns Vorschläge nach einem neuen Delegiertenschlüssel sowie sein Vorschlag, externen Gästen die Aufsicht für die Wahl zu übertragen. Als Ersatz für den als Wahlleiter geplanten stellvertretenden Landesfeuerwehrverbandschef Steffen Hönsch sprang Steffi Heidel ein.

 Sichtlich angespannt verfolgte Andreas Hofmann dann das folgende Wahlprozedere der 90 stimmberechtigten Delegierten, das gegen 20.10 Uhr abgeschlossen war. „Wir machen uns lächerlich, wenn wir das heute nicht hinbekommen“, warf ein Feuerwehrmann sichtlich aufgeregt noch ein, ehe Heidel das Auszählungsergebnis verkündete: Zwei Stimmen waren ungültig, 25 Delegierte stimmten gegen Hofmann, 63 für den 54-Jährigen. Fast schon erleichterter Applaus brandete im Saal auf, ehe Hofmanns letzte Worte des Abends allen Feuerwehrleuten galten. „Ich hoffe, dass wir alle fair und gut zusammenarbeiten. Auch all die, die heute gegen mich gestimmt haben.“

Von Jörg Wolf

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