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Angehende Stadtplaner und Denkmalschützer erkunden Altenburg

Studienprojekt Angehende Stadtplaner und Denkmalschützer erkunden Altenburg

Eine Gruppe Studenten der TU Berlin erkundet derzeit die Skatstadt. Konkret sollen die 15 angehenden Stadtplaner und Denkmalschützer ein abgestecktes Stadtquartier Altenburgs näher untersuchen. Ausgesucht wurde jenes in der Gründerzeit ab 1860 bebaute Areal der so genannten unteren Stadt.

Auf Besichtigungstour: Studenten der TU Berlin nehmen Altenburg unter die Füße und zu Studienzwecken unter die Lupe.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Wenn die Skatstadt von einem reichlich hat, dann sind dies geschichtsträchtige Bauwerke. Ein vom Zweiten Weltkrieg komplett verschontes Stadtbild ist eine Besonderheit, die nur wenige vergleichbare Kommunen bieten können. Und auch die DDR-Zeit, in denen alte Bauwerke beileibe keinen hohen Stellenwert genossen und oft verfielen, überstand die Stadt zwar mit einigen schmerzlichen Narben, aber in der Gesamtheit relativ unbeschadet. Solch ein Stadtbild weckt natürlich reges Interesse.

Davon kann Jürgen Fröhlich, Chef der unteren Denkmalbehörde bei der Stadt, ein Liedchen singen. „Schon seit rund 15 Jahren arbeiten wir sehr eng mit verschiedenen Universitäten und Fachschulen zusammen, die sich mit den Themen Denkmalschutz und Stadtentwicklung befassen“, sagt Fröhlich. Kooperationen gab es beispielsweise schon mit der Bauhaus-Universität Weimar, der Hochschule für Bildende Künste Dresden und der Fachhochschule Erfurt.

Seit Kurzem erkundet eine Gruppe Studenten der TU Berlin die ehrwürdige Stadt. Die 15 Kommilitonen lernen dort am Institut für Stadt- und Regionalplanung, genauer gesagt in der Fachgruppe Denkmalpflege. Im Moment erstellen sie ihre Semesterarbeit. „Bei den Studenten hat Altenburg mit seinem riesigen historischen Gebäudebestand einen sehr guten Ruf. Es musste sogar das Los entscheiden, wer in der Arbeitsgruppe mitmachen darf, weil es mehr Anmeldungen als Plätze gab“, erzählt Fröhlich.

Konkret sollen die angehenden Stadtplaner und Denkmalschützer ein abgestecktes Stadtquartier näher untersuchen. Ausgesucht wurde jenes in der Gründerzeit ab 1860 bebaute Areal der so genannten unteren Stadt von der Lindenaustraße bis zum Altenburger Bahnhof. Jürgen Fröhlich, der die Studenten vor Ort unterstützt, ist gespannt, welche Ergebnisse und Schlüsse die jungen Leute erarbeiten. „Zielstellung soll es ja sein, für dieses Quartier, an dem in den zurückliegenden Jahren im Gegensatz zu anderen Stadtteilen die Entwicklung ein wenig vorüberging, vage aufzuzeigen, wie es attraktiver werden könnte.“

Ein ganz spannendes Thema wohlgemerkt, müssen hier doch Stadtplanung sowie Denkmalschutz eng zusammenarbeiten. Allein in den Aufgabenfeldern gibt es bekanntlich reichlich Reibungspunkte. „Es ist völlig neu, dass sich Studenten hier mit einem kompletten Quartier auseinandersetzen“, meint Fröhlich. „Ich bin jetzt ehrlich sehr gespannt, welche Anregungen von außen kommen. So ein Blick von völlig Unbelasteten kann ja überraschende Sichten beinhalten, die einem Einheimischen fremd geworden sind.“ Zum Beispiel gebe es in diesem Altenburger Wohnquartier keinen Spielplatz – dieses Manko erkennen auch Altenburger.

Den Nutzwert Altenburgs als Studienobjekt sieht auch Frauke Michler, die die Studiengruppe an der TU Berlin betreut: „Altenburg ist wirklich für jeden, der sich mit Denkmalschutz und Stadtplanung befasst, ein wunderbares Areal“, schwärmt sie. Die Uni sei durch einen Tipp auf Ostthüringen und die alte Residenzstadt gestoßen. „Und alle Studenten schwärmen nach dem ersten Besuch, legen sich jetzt voll ins Zeug.“

Von Jörg Wolf

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