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Altenburg Angelika Kiesewetter-Lorenz: Schnitt für Schnitt zu filigranen Kunstwerken
Region Altenburg Angelika Kiesewetter-Lorenz: Schnitt für Schnitt zu filigranen Kunstwerken
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16:00 17.03.2018
Angela Kiesewetter-Lorenz vor ihren Werken. In den Händen hält sie „Das doppelte Zahnrad“, das sie für ihren Mann Falk, einen Zahntechniker, geschnitten hat. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Mit Scherenschnitten und Farbpapiercollagen zeigt Angela Kiesewetter-Lorenz in der 135. Ausstellung des Kulturbundes ihre andere Seite. Für sie ist es seit 2015 erst die dritte Präsentation überhaupt – und sie tritt mit dieser Facette sozusagen aus der Anonymität heraus. Durch ihre Wirkungsfelder im Bürgerservice des Landratsamtes, im Bereich Kultur und Touristik der Region und bei der Integration ausländischer Mitbürger ist sie im Altenburger Land allerdings keinesfalls anonym, sondern eher ein bekanntes Gesicht. Jetzt präsentiert sie sich aber als Künstlerin.

So kamen zur Vernissage zahlreiche Freunde, Wegbegleiter sowie Interessierte. Diese wurde musikalisch bereichert durch die Cellistin Tatjana Pospelowa mit Werken von Johann Sebastian Bach. Bestens passend zum Ambiente des Saales der Galerie Brühl 2. Die Künstlerin und die Leitung des Kulturbundes hatten sich dazu entschieden, die Vernissage nicht mit einer manchmal ermüdenden Laudatio, sondern mit einem Zwiegespräch zu gestalten.

Dieses führte zurück in das Jahr 1984, als die ohnehin kreative Schmöllnerin einen Kreis Gleichgesinnter suchte und ihn schließlich im heutigen „Freundeskreis Scherenschnitt“ fand. Die dortigen Möglichkeiten schenkten ihr bis heute den Freiraum, die andere Seite auszuleben und zugleich einen Ausgleich zu den anderen Lebensaufgaben oder nach schwierigen Situationen zu finden. Das künstlerische „Handwerkszeug“ verdankt die 56-Jährige der unvergessenen Luise Neupert und deren Mann Hans. Die Dankbarkeit dafür wurde auch während der Vernissage erlebbar und gilt weiter ihrer Ideengeberin Ingeborg König, dem „Ausstellungsvater“ Wido Hertzsch sowie ihrer Familie.

Erfreulicherweise vermittelt die Ausstellung viel Informatives zu drei Aspekten. „Märchenhaftes in Papier“, „Papiercollagen von A bis Z“ und „Im doppelten Sinne und geflügelte Worte“ erzählen viel vom Schaffen des Freundeskreises. So entstanden zahlreiche Gruppenarbeiten, die bis dahin kahle Wände an öffentlichen Gebäuden freundlicher gestalten. Auch vom gemeinsamen Ringen, Dinge anders künstlerisch umzusetzen, wird erzählt. Für den Betrachter, der sich bisher die Technik des Scherenschnittes nicht erklären konnte, wird diese am Bild von den „Sieben Schwaben“ nachvollziehbar.

Angela Kiesewetter-Lorenz zeigt in der Ausstellung die ganze Palette ihres künstlerischen Schaffens. Acht Scherenschnitte sind neu für die Präsentation in der Kulturbund-Galerie entstanden. Das zu Betrachtende zeugt vom Erwerb hoher Fertigkeiten in der Kunst des Scherenschnitts. Gleich ob Märchen-, Tier-, Menschenmotiv oder Sinnspiel, den Besucher erwarten viele freudvolle Begegnungen. Besonders reizvoll sind die Arbeiten, die mit dem Wort spielen, wie „Rabenschwarz“, „Zebrastreifen“ oder „Rübezahl“. Nachdenklich stimmt eine Arbeit zu Altenburg, die die Stadt im doppelten Sinne als „alt“ trotz ihrer Schönheit erscheinen lässt. Sie entstand durch ein Gespräch mit französischen Austauschschülern.

Neben Saxofonspiel gehört die Liebe der Hobby-Künstlerin auch dem Yoga. Als ausgebildete Yogalehrerin bietet sie am 10. April, 18.30 Uhr, im Rahmen der aktuellen Ausstellung einen Kurs Stuhlyoga an. Dieser ist als Benefiz für das Kulturbund-Domizil am Brühl gedacht. Bis zum 3. Mai können sich Interessierte am Schaffen von Angela Kiesewetter-Lorenz erfreuen.

Öffnungszeiten der Kulturbund-Galerie in Altenburg, Brühl 2: montags und freitags von 10 bis 12 Uhr, dienstags bis donnerstags von 10 bis 17 Uhr.

Von Frieder Krause

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