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Anhörung zur Hähnchenmast Gleina: Investor weist alle Einwände zurück

Landwirtschaft und Umweltschutz Anhörung zur Hähnchenmast Gleina: Investor weist alle Einwände zurück

Bei einer Anhörung zum Bau einer geplanten Hähnchenmastanlage bei Gleina am Dienstag in Nobitz hat der Investor alle Bedenken zurückgewiesen. Als kritisch stellt sich dennoch die Lage eines Trinkwasserhochbehälters der Ewa unmittelbar an den Stallungen dar. Die Bürgerinitiative zeigte sich über den Ausgang enttäuscht.

Während der Anhörung zur Hähnchenmast in Gleina.

Quelle: Mario Jahn

Nobitz. 849 Einwände wurden fristgerecht gegen die geplante Hähnchenmast bei Gleina vorgebracht. Die wichtigsten davon sind bei einer öffentlichen Anhörung am Dienstag in der Mehrzweckhalle in Nobitz diskutiert worden. Die Fachleute von Investor Richard Wermuth wiesen alle als unbegründet zurück.

Wermuth, der in der Nähe von Ingolstadt lebt, will 3,4 Millionen Euro in den Bau eines neuen Betriebes für rund 207 000 Tiere unmittelbar am Bundeswehrstandort in Gleina investieren. Damit hat er sich den Unmut der Einwohner umliegender Orte zugezogen, die Lärm, Gestank und die Verschmutzung der Umwelt befürchten. Auch Natur- und Tierschützer sind besorgt. Was jedoch allein zählt, sei die Einhaltung der Gesetze, machte René Nitzschke vom Landesverwaltungsamt Weimar klar, der die Anhörung leitete. Sei dies der Fall, habe seine Behörde keinen Ermessensspielraum und müsse die Anlage genehmigen. Eine Entscheidung dazu fällt frühestens in drei Monaten.

Kai-Uwe Koch, Sprecher einer Bürgerinitiative gegen die Mastanlage, zeigte sich am Ende der Veranstaltung enttäuscht, weil die Vertreter von Wermuth alle Einwände wegredeten, einschließlich aller Widersprüche, wie die unterschiedliche Einzeichnung der Entlüftungsanlagen, Differenzen bei der Entfernung zur Wohnbebauung oder die Verkehrsbelastung durch den Abtransport des Tierkots, dessen Menge ebenfalls zwischen 1500 und 4000 Tonnen pro Jahr variiert. Er hatte Wermuth während der Anhörung aufgefordert, seine Ställe in Ingolstadt zu bauen, da sie in Gleina niemand wolle. Etliche Zuhörer applaudierten daraufhin.

Wermuth hatte den Standort Gleina damit begründet, da dort so wenig wie möglich Menschen belästigt würden. Die Bürgerinitiative verbreite über die Medien Horrorszenarien, sagte Wermuth der OVZ. Mit der Realität habe das nichts zu tun. Auch die befürchtete Wertminderung an Gebäuden werde nicht eintreten. Eher sei das Gegenteil der Fall, da in der Region investiert werde. Die Aufforderung, lieber in seiner Heimat zu investieren, wies Wermuth als Polemik zurück.

Bedenken wegen Umwelt- oder Lärmbelastungen erklärten die von Wermuth beauftragten Fachleute als unbegründet. Insbesondere die Gefahr durch Bioaerosole, Ammoniak, Pilze, Keime und andere Mikroorganismen wurden als so gut wie nicht vorhanden bezeichnet. Ebenso eine Gefährdung seltener Tiere in der Umgebung oder die Beeinträchtigung des nahen Naturschutzgebietes Klaffholz und der Sprottenaue. Auch die von den Kritikern als zu gering bezeichneten Abstände zu Wohnbebauungen seien unbedenklich, solange sich in unmittelbarer Nähe, also in etwa 50 Metern Abstand, nicht Krankenhäuser oder Pflegeheime befinden, hieß es.

Das ist nicht der Fall. Aber in diesem Bereich befindet sich ein Trinkwasserhochbehälter für maximal 5000 Kubikmeter der Energie- und Wasserversorgung Altenburg (Ewa), einschließlich der Übergabestelle der Fernwasserversorgung für die Kreisstadt. Dass der Behälter, unmittelbar am Stall, nicht doch mit Erregern belastet werden könnte, sei durch den Investor nicht widerlegt, bemerkte Gerd Kerat, der zuständige Fachbereichsleiter der Ewa. „Damit habe ich ein großes Problem.“ Doch auch diese Gefahr gehe gegen Null, erwiderte die Gegenseite.

So einfach wird dies nicht. Nitzschke kündigte an, dass der Investor dieses Problem durch weitere Unterlagen entkräften müsse. Er bezeichnet die Einwände als sehr pointiert, die seine Behörde sehr ernst nehme. Nitzschke betonte, dass vor allem mögliche Gesundheits- und Umweltgefährdungen durch seine Behörde nochmals überprüft werden.

Von Jens Rosenkranz

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