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Altenburg Anschlag: Altenburger Landratsamt sagt Ausstellungen ab
Region Altenburg Anschlag: Altenburger Landratsamt sagt Ausstellungen ab
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09:59 04.01.2017
Die Scheibe am Fenster rechts neben dem Eingang des Ordnungsamtes der Stadt Altenburg in der Neustadt wurde mit einer Pistole durchschossen. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Im Nachgang der Explosion eines Sprengsatzes in der Vorwoche hat das Landratsamt Altenburger Land die Sicherheitsvorkehrungen erhöht. Wie die Behörde am Dienstag auf OVZ-Nachfrage bestätigte, gehört dazu die Absage „aller publikumswirksamen Ausstellungen“ im Lichthof „bis zum Sommer“. Die Betroffenen wurden darüber Anfang der Woche informiert. Durch die „Sachbeschädigung an unserem Verwaltungsgebäude haben wir beschlossen, bestimmte Vorkehrungen zu treffen, welche die allgemeine Sicherheit in unserem Hause für Besucher und Mitarbeiter erhöhen“, teilte das Landratsamt mit. Es handle sich dabei „um eine Vorsichtsmaßnahme“.

Zu weiteren Maßnahmen schweigt die Behörde. Nach OVZ-Informationen sind die Mitarbeiter seit der Detonation am Donnerstagmorgen zu erhöhter Wachsamkeit im und um die Gebäude in der Lindenaustraße aufgerufen. Allerdings wussten weder Polizei noch Staatsanwaltschaft von den verschärften Sicherheitsvorkehrungen. „Wir haben diese nicht empfohlen“, sagte Andreas Pöhler, Leiter der Polizeiinspektion Altenburger Land. Man sehe auch keinen konkreten Anlass für eine besondere Gefährdung.

Nachdem über den Jahreswechsel auch noch eine Scheibe des Ordnungsamtes der Stadt Altenburg mit einer Waffe durchschossen wurde, erhöhten die Behörden am Dienstag den Ermittlungsdruck und setzten unter Leitung des Altenburger Kripo-Chefs Ulrich Zeppernick eine Arbeitsgruppe ein. Weitere Details: Fehlanzeige. Auch ob beide Vorfälle zusammenhängen, wissen die Ermittler noch nicht. „Das können wir derzeit weder bejahen, noch ausschließen“, sagte der stellvertretende Sprecher der Staatsanwaltschaft Gera, Martin Zschächner. „Wir ermitteln weiter in alle Richtungen.“

Details zum Sprengsatz, der am Donnerstagmorgen kurz nach Mitternacht in einem Büro neben dem Bürgerservices im Erdgeschoss des Landratsamts explodiert war, wollte Zschächner „aus ermittlungstaktischen Gründen“ nicht kommentieren. Nach OVZ-Informationen handelt es sich dabei um einen Sprengsatz, dessen Splitter Schränke durchschlagen haben. Auch bezüglich einer Einordnung tat sich der Staatsanwalt schwer. Ob es ein Dummer-Jungen-Streich oder ein Anschlag gewesen sei, hänge am Tatmittel, wozu man jedoch nichts sage, so Zschächner. Allerdings nannte er es naheliegend, dass man für einen Streich nicht solch einen Aufwand betreibe.

Eher keinen Zusammenhang sieht Altenburgs Polizei-Chef Pöhler hingegen derzeit zwischen dem durchschossenen Fenster in Altenburg und einem angeschossenen in Ponitz. Dort war in einem Mehrfamilienhaus in der Crimmitschauer Straße zwischen dem 27. Dezember und dem 2. Januar die äußere Scheibe einer Wohnung offenbar durch eine Luftdruckwaffe beschädigt worden.

Zu Pöhlers Einschätzung passen auch erste Ermittlungsergebnisse. Denn bei der Tatwaffe am Altenburger Ordnungsamt handelt es sich nach OVZ-Informationen um eine 6,35-Millimeter-Kleinkaliber-Pistole. Mutmaßliche Marke: Browning. Deren Projektil durchschlug eine Scheibe des Fensters rechts neben dem Eingang in der Neustadt zwischen dem 30. Dezember und dem 2. Januar, prallte danach gegen einen Schrank und blieb auf einem Tisch liegen.

Die Polizei erbittet weiter sachdienliche Hinweise zu allen Taten unter Tel.: 03447 4810 oder 03447 4710.

Von Thomas Haegeler

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