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Altenburg Ansturm auf die Altenburger Karpfen – doch mancher kommt zu spät
Region Altenburg Ansturm auf die Altenburger Karpfen – doch mancher kommt zu spät
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00:20 25.10.2017
Zappelnde Karpfen, spritzendes Wasser, interessierte Besucher: Das Abfischen am Großen Teich ist jährlich ein Publikumsspektakel. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Wenn am Großen Teich in Altenburg zum Abfischen gerufen wird, ist der Andrang programmiert. Während das rund 15 Mann starke Team um Stefan Schröer am Wochenende teils hüfttief im Wasser stand, spazierte gefühlt halb Altenburg vorbei. Das schöne Wetter, ein kleiner Markt mit Trödel, Handwerkskunst oder Staubsaugern, Fisch- und Süßigkeitenständen sowie ein Minirummel luden zum Bummeln ein. Vor allem aber das Spektakel der Fischer.

„Ich hoffe, wir holen 2,5 Tonnen Karpfen heraus“, sagt Stefan Schröer, der Chef des Fischereibetriebes Altenburger Land mit Sitz in Wilchwitz. Für ihn und seine Mitarbeiter ein Knochenjob. Die einen füllen unten am Fangplatz, zu dem ein Netz die Fische treibt, große Beutel. Die werden per Kran hochbugsiert, wo der Rest der Truppe die wohlgenährten Karpfen nach Größe sortiert. Zappelnd und spritzend landen die Fische in großen Bottichen. Der Beifang extra: „Rotfedern, Barsche, Giebel, Zander. Und ganz wenige Schleien“, zählt Schröer auf.

An diesem Wochenende wird der Große Teich komplett abgefischt, erklärt er. Und dann ganz abgelassen – wegen der Bauarbeiten am Teichknoten. Zudem hofft der Fischwirt auf viel Frost, damit der Teichboden durchfriert. Dadurch bilden sich Risse und der Schlamm wird durchlüftet, was die Zersetzung im Gang bringe. „So wird Schlamm natürlich abgebaut“, erläutert Schröer, während er ein ums andere Mal von Zuschauern gefragt wird, ob die Karpfen zum Verkauf stehen. Grundsätzlich schon, doch die Exemplare frisch aus dem Teich sind noch nicht zum Verzehr geeignet. Weil sie beim Fressen Schlamm vom Grund aufnehmen, müssen Karpfen ein paar Tage im klaren Wasser schwimmen, gehältert werden, damit sie nicht nach Teich schmecken. Das passiert in Wilchwitz.

Frisch geschlachtete Karpfen gibt’s am Stand des Fischereibetriebs ein Stück weiter hinten. Theoretisch, denn schon auf dem Weg dorthin ist der Unmut etlicher Besucher nicht zu überhören. Und Verkäuferin Simone Jenisch bestätigt am Samstag bereits gegen halb drei: „Ja, alles alle, selbst die zerlegten Karpfen. Und wir haben waschkesselweise Fischsuppe verkauft.“ Sie vertröstet die Kundschaft auf Sonntag, bietet stattdessen Räucherfisch an.

„Wir sind wirklich enttäuscht“, sagt Volker Hatzel, und seine Frau Monika stimmt ihm zu. „Wer hierher kommt, will keine Steine oder Kleidung kaufen, sondern Fisch essen. Davon gibt es zu wenig und man muss ewig anstehen“, fasst der Altenburger seine Stippvisite zusammen. Auch das Rahmenangebot hat das Ehepaar nicht überzeugt. Letztlich lassen sich die beiden aber vom schönen Wetter trösten. „Und das Abfischen“, meint Monika Hatzel, „ist ja auch ganz interessant.“

Von Jörg Reuter

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