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Altenburg Antonio Lucaciu und „Baby“ Sommer begeistern im Lindenau-Museum
Region Altenburg Antonio Lucaciu und „Baby“ Sommer begeistern im Lindenau-Museum
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14:42 23.02.2018
Wirkten, als würden sie seit Jahr und Tag miteinander musizieren: Antonio Lucaciu ud Günter „Baby“ Sommer (v.l.) bei Konzert im Lindenau-Museum. Quelle: Foto: Mario Jahn
Altenburg

Altmeister trifft „jungen Wilden“? Von wegen! Dass man auch mit reichlich siebzig und ein paar Lenzen noch so richtig wild und junggeblieben sein kann, bewies Günter „Baby“ Sommer gemeinsam mit seinem kongenialen Duo-Partner Antonio Lucaciu am vergangenen Sonnabend im Lindenau-Museum.

Spitzbuben auf Klassenfahrt

Zu dem vom Jazzklub Altenburg organisierten Konzert hatte sich Sommer den jungen Saxophonisten mitgebracht und das zwischen den Beiden immerhin 44 Jahre Altersunterschied liegen, fiel dabei überhaupt nicht auf. Zum einen, weil sie musikalisch voll auf einer Wellenlänge liegen und zum anderen, weil sie sich auch menschlich bestens verstehen. Ein jeder lässt dem anderen Raum und Zeit, um sich entfalten und glänzen zu können. Keine Spur von Schüler-Lehrer- oder gar so etwas wie Vater-Sohn-Verhältnis. Eher zwei Spitzbuben, die auf Klassenfahrt gehen und zwischendurch auch noch etwas Musik machen.

Und zwar ganz außerordentlich gute Musik. Hier der junge Saxophonist Lucaciu, der seinem Instrument mit bestechender Präzision alle nur erdenklichen Klangfärbungen entlockt und dort der bemerkenswert jung gebliebene Schlagzeuger Sommer, der mit seinem auf das Wesentliche reduzierten Drumset für klangliche und rhythmische Variationen sorgt, die so vielen seiner Kollegen mit noch viel größeren Schlagwerken oftmals nicht annähernd gelingen wollen.

Musik in und aus allen Ecken

Aber natürlich hat sich der Schlagzeuger, wie er das immer so macht, noch jede Menge andere Dinge mitgebracht, mit denen sich Musik machen lässt und die ihn dann zu seinem ganz eigenen Percussion-Ensemble werden lassen. Eines dieser Percussion-Instrumente, eine knapp 1,50 Meter lange, handwerklich hervorragend gearbeitete Holzkiste, die an den Klang eines tiefer gestimmten Marimbaphons erinnert, diente dann im Laufe des Konzertes Herrn Sommer auch gleich noch für einen Bocksprung. Musik hält eben jung und fit!

Ein anderes Instrument, das von den Beiden ausgiebig genutzt wurde, war der Raum, der herrlich die Töne trägt und das Duo damit fast schon zum Trio machte. Gerade der weiche Klang des Saxophons kam hier wunderbar zum Tragen und erfüllte das ehrwürdige Gemäuer. Und da beide völlig unverstärkt und ohne aufwendige Mikrophonierung auftraten, konnte zum Spielen im Raum herumgewandelt und damit jede Ecke mit Musik gefüllt werden. Da konnte Jazz entstehen, bemerkenswert echt und frisch.

Blindes Verständnis

Beide Musiker brauchen keine Noten, alles wird nur in ganz groben Zügen vor dem Auftritt kurz umrissen und der Rest entsteht dann beim Spielen im Hier und Jetzt. Kein langes Proben und festlegen auf die kleinsten Noten, sondern einfach nur freudiges Improvisieren. Dazu setzt Sommer ab und an auch seine Stimme ein und wird somit streckenweise zu einem vierten Instrument, so dass aus dem Trio eigentlich schon ein Quartett wird. Der Meister seufzt, wiehert, stöhnt, schreit und explodiert dazu beinahe hinter seinen Trommeln. Und das Publikum hofft nach der gut einstündigen Session, das beide Musiker noch möglichst lange gesund und munter gemeinsam solch mitreißende Musik machen mögen.

Mammal Hands sind nächste Gäste

Beim nächsten Konzert des Jazzklub Altenburg wird es dann wieder etwas elektronischer. Am 23. März um 20 Uhr hat man sich das aus Manchester stammende Trio Mammal Hands eingeladen. Die drei Briten kommen auf ihrer, in Berlin und Köln schon jetzt ausverkauften, „Shadow Work“-Tour mit ihrer aktuellen, gleichnamigen CD auch in der Gabelentzstraße 15 (ehemals Thüringer Hof) in Altenburg vorbei. Verglichen werden sie gerne mit dem in der Skatstadt im April 2012 begeistert aufgenommenen Projekt Portico Quartet und auch mit den großartigen GoGo Penguin, zu ihren Fans zählen Bonobo und Jamie Cullum.

Karten für das Konzert gibt es wie immer im Vorverkauf, als Reservierung unter www.jazzklub-altenburg.de oder bei frühem Kommen auch an der Abendkasse (Einlass ab 19 Uhr).

Von Thomas Trummer

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