Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg Anwohner ärgern sich erneut über Müll in Altenburg-Nord
Region Altenburg Anwohner ärgern sich erneut über Müll in Altenburg-Nord
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 03.07.2017
In der Albert-Levy-Straße kam es in den vergangenen Wochen immer wieder zu Falschbefüllungen von Containern, die deshalb vom Entsorger nicht abgeholt wurden. Quelle: privat
Anzeige
Altenburg

Das Müll-Problem in Altenburg-Nord ist wieder da. Wie schon im Vorjahr kommt es Anwohnern zufolge seit etwa vier Wochen wieder verstärkt zu Falschbefüllungen von Containern und zu unangemeldeten oder falschen Sperrmüllablagerungen, die dann in Windeseile anwachsen und sich schnell verteilen. Besonders betroffen sind die Albert-Levy- und die Siegfried-Flack-Straße. Entsorger, Behörden und Eigentümer sind sich dessen bewusst und arbeiten bereits an Lösungen.

„Ich weiß mir keinen Rat mehr“, schrieb ein Leser vor gut 14 Tagen an seinen Vermieter, an die Stadtverwaltung Altenburg und die OVZ. „Egal ob Sperrmüll, Altpapier oder auch die gelben und grünen Tonnen. Alles ist permanent überlastet und/oder nicht ordnungsgemäß abgelagert, so dass sich dann auch Entsorgungsunternehmen weigern, dies abzutransportieren.“ Eine Reaktion gab es nur von der Städtischen Wohnungsgesellschaft (SWG). Bereits am Tag nach der E-Mail schwärmten Hausmeister aus und sortierten den falsch befüllten Papiermüll.

Daher befanden sich die Müllsammelplätze in der Levy-Straße 40-68 bei einem Vor-Ort-Besuch in ordentlichem Zustand. Anders sieht es freilich rings herum aus. Dort findet sich von kaputten Bürostühlen über abgelegte Matratzen bis hin zu Schrankteilen und der Stoßstange eines Autos so ziemlich alles. Seit rund vier Wochen sieht das – mit kleinen Veränderungen – so aus, erzählen mehrere Anwohner. So lange steht auch ein Kühlschrank in der Otto-Dix-Straße 42. Zwar versprach die SWG, sich auch darum zu kümmern, passiert aber ist nichts.

Ähnliches erzählen Bewohner der Flack-Straße 39-59. Und auch in Südost gibt es wieder Probleme, weswegen bereits heute eine erneute Einwohnerversammlung angesetzt ist. Hier wie da werden immer wieder ausländische Mitbewohner für die Probleme verantwortlich gemacht. Gesehen aber wurde niemand.

Das streitet die Integrationsbeauftragte des Landkreises, Ivy Bieber, auch nicht ab, sieht aber auch Einheimische als Verursacher. Sie hat ebenfalls Beschwerden erhalten, diese weitergeleitet und plädiert für einfache Lösungen. „Die Anwohner sind belastet, da sollten wir sensibler sein und unbürokratischer wegräumen“, so die Mitarbeiterin des Landratsamts, die Ausländern in Mietschulungen die wichtigsten Regeln nahebringt und seit Herbst 2016 sechs Säuberungsaktionen in Altenburg organisiert hat. „Sperrmüll und Ruhezeit nach 22 Uhr sind Todesfragen. Wer die falsch beantwortet, bekommt das Zertifikat nicht.“ Rund 70 Zertifikate wird sie bis Ende der Woche ausgestellt und sagt angesichts von 1400 Flüchtlingen: „Wir brauchen noch etwas Zeit, das geht nicht von heute auf morgen.“ Daher versuche man gerade, die Schulungen auf mehr Schultern zu verteilen.

Obgleich in der Regel die Vermieter für falsche Müllentsorgung zuständig sind oder der Sperrmüllanmelder selbst, will sich auch Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) nicht aus der Verantwortung nehmen. „Wir sind dran, weil mir die Sache wichtig ist“, sagte der Rathauschef. Deswegen habe er für den 7. Juli auch eine Beratung einberufen, für die die Kreisabfallwirtschaft, Remondis und die drei großen Vermieter SWG, AWG und WAG zusagt haben. „Ich habe die Zielstellung, die Wohnungsgesellschaften dazu zu animieren, stärker in Kontrolle zu investieren“, so das Stadtoberhaupt. Zudem müsse zur Einhaltung des Müllreinhaltungsgebots aufgerufen und darüber informiert werden. „Auch mehrsprachig.“ Außerdem plädiert er für eine Info-Linie zwischen Vermietern und Entsorger und für Nachholetermine.

Remondis jedenfalls kann den falsch abgelegten Müll nicht einfach mitnehmen. Man stehe für „die kostenpflichtige Abholung der Fehlwürfe zur Verfügung“, sagte der Altenburger Betriebsleiter Robert Dressel. „Aber das muss beauftragt werden.“ Zudem erklärte er, dass Fehlwürfe wegen der Abfalltrennung stehengelassen werden. Auf Nachfrage räumte er aber auch Fehler ein, weil man die Sperrmüll-Abholtermine nicht immer einhalten kann. „Das sind aber Ausnahmen“, so Dressel. „90 Prozent sind fristgerecht.“ Mit dem Gesprächstermin verbindet er die Hoffnung auf eine Lösung und wird Ideen einbringen. „Das ist am Ende eine Geldfrage.“

Von Thomas Haegeler

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Viel gefragt wurde am Mittwoch bei der Sitzung des Meuselwitzer Stadtrates: Neben einer Zuschuss-Zahlung für die Sportanlage „Glaserkuppe“ waren es vor allem die zahlreichen Arbeiten an städtischen Liegenschaften, die die Diskussion bestimmten. Immer im Mittelpunkt der Debatte: die Finanzsorgen der Schnauderstadt.

29.06.2017

Es sind Nachrichten, auf die viele Akteure, insbesondere aus dem sozialen Bereich, in Altenburg über Jahre gewartet haben: Die Skatstadt soll nach langem Ringen nun endlich ein stationäres Hospiz erhalten. Schultern wollen das Vorhaben die Hospitalstiftung Altenburg/Thüringen und die Diako Thüringen gGmbH.

29.06.2017

Rund 600 Kinder im Altenburger Land werden voraussichtlich von den neuen Regeln zum Unterhaltsvorschuss profitieren. Wie die Kreisbehörde jetzt informiert, können bereits jetzt die Anträge abgegeben werden. Zur Bewältigung der neuen Aufgaben wurden im Landratsamt, das Bewilligungsbehörde ist, zwei Stellen geschaffen. Hartz IV-Empfänger profitieren nicht.

02.07.2017
Anzeige