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Altenburg Anwohner in Sorge: Rund um Geraer Straße gibt’s bald keinen Lebensmittelmarkt mehr
Region Altenburg Anwohner in Sorge: Rund um Geraer Straße gibt’s bald keinen Lebensmittelmarkt mehr
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09:36 03.11.2018
In Osterland-Center in Altenburg gibt es zwar zwei Tedi-Märkte nebeneinander – dafür aber bald keine Lebensmittel. Quelle: Jens Rosenkranz
Altenburg

Die Skatstadt ist um eine deutschlandweit seltene, wenn nicht gar einmalige Attraktion reicher, kann damit allerdings nicht viel anfangen. Im Osterland-Center an der Geraer Straße gibt es zwei Tedi-Märkte, die unmittelbar gegenüber liegen, nur wenige Meter voneinander entfernt. Das Sortiment in den Hallen ist nahezu gleich: Koch-Geräte, Papierwaren, Geschenke, Kerzen, Nippes. Einen Unterschied aber gibt es schon: Die Warenträger sind in dem einen Tedi blau gehalten, in dem anderen schwarz.

Eigentümer hatte ehrgeizige Pläne

Statt solch eines Doppel-Moppels im Niedrigpreis-Segment gingen Stadtverwaltung- und Stadtrat einst von ganz anderen und höherfliegenden Plänen aus, um das Osterland-Center weiter zu entwickeln. Im Mai 2014 hatte Eigentümer Josef Hoffmann angekündigt, zwischen dem jetzigen Center und der Sternstraße für Aldi einen neuen Markt mit über 1000 Quadratmetern Verkaufsfläche bauen zu wollen (derzeit 800 m²). Zudem sollen alte Gebäude an der Ecke Geraer Straße abgerissen und der Freiraum unter anderem für weitere Parkplätze und Grünflächen genutzt werden. Und in der Sternstraße soll eine Bushaltebucht entstehen, kündigte Hofmann an, der Chef der bayerischen MJM Immobilien GmbH ist. Das angepeilte Gesamtvolumen des Neubaus und der Umfeld-Verschönerung: Immerhin 2,5 bis drei Millionen Euro.

Ankündigungen waren heiße Luft

Das alles war heiße Luft. Fakt ist, dass nach dem Auszug von Edeka auch Aldi bald seine Zelte abbricht, nachdem der Groß-Discounter an der Offenburger Allee einen neuen Markt baut und in Nobitz einen weiteren bereits errichtet hat, der ebenso von vielen Altenburger genutzt wir und kräftig Kaufkraft aus der Stadt abzieht.

Anwohner machen sich deswegen nun ernsthaft Sorgen, wie es danach mit der Lebensmittelversorgung in dem Viertel um die Geraer Straße weitergeht. Darauf machte Birgit Klaubert (Linke) zur jüngsten Stadtratssitzung aufmerksam. Sie fragte Oberbürgermeister André Neumann (CDU) sogar nach einem Notfallplan, falls die Versorgung mit Waren des täglichen Bedarfs dort gar nicht mehr stattfindet. Klaubert regte Verhandlungen mit dem Eigentümer an, für solche Angebote zu sorgen.

OB hat keinen Einfluss

So etwas aber wird schwierig bis unmöglich. Er habe überhaupt keinen Einfluss auf Hoffmann, welche Märkte er dort platziert und welche Investoren im Einzelhandel sich dorthin orientieren, sagte Neumann. Diese suchten sich ihre Standorte selbst aus. Allerdings äußerte das Stadtoberhaupt über die Entwicklung des Osterland-Centers offen seinen Unmut. Dieses habe sich „von einem Vollversorger zu einem Nullversorger entwickelt“, wenn Aldi sich dort zurückziehe, ärgerte sich der OB.

Niedergang geht weiter

In der Tat sind die besten Zeiten an der Geraer Straße lange vorbei. Der Niedergang setzte ein, als Edeka abzog und danach auch der Schuhanbieter Deichmann und der Modemarkt Vögele verschwanden. Im Moment gibt es neben den beiden Tedis und Aldi nur noch den Textil-Discounter KIK, den Reiseanbieter Sonnenkar und den Büroausstatter HSA. Etwa die Hälfte der Gewerbeflächen steht leer.

Von Jens Rosenkranz

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