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Altenburg Architektur-Studenten entwickeln kühne Visionen für Altenburg
Region Altenburg Architektur-Studenten entwickeln kühne Visionen für Altenburg
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12:01 18.03.2016
Wohnen im knallroten Pixelhotel auf dem Großen Teich.  Quelle: HTWK
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Altenburg

 Wie wär’s mit einem Spaziergang an der Grünen Flut? – Mit dieser Frage würde jeder Altenburger sein Gegenüber anschauen wie die berühmte Gans, wenn’s donnert. Denn das Flüsschen, das sich seit Jahrhunderten durch die Skatstadt schlängelt, ist zwar farblich eher eine ziemlich braune Brühe, dem Namen nach aber eben immer noch die Blaue Flut. Doch wenn es nach Architektur-Studenten der Leipziger Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) ginge, dann wäre diese Frage zumindest im übertragenen Sinn durchaus nicht so abwegig, wie sie klingen mag.

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Wohnen im knallroten Pixelhotel auf dem Großen Teich.

Denn in einem Projektseminar haben sich insgesamt 18 junge Menschen im Sommer vergangenen Jahres Altenburg bei einem Stadtspaziergang genauer angesehen. „Wir haben die Studenten gefragt, was sie sich an Veränderungen vorstellen könnten und ihnen dabei so gut wie keine Vorgaben gemacht“, erläutert Henry Fenzlein, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter das Projekt betreute. Herausgekommen sind 13 ganz unterschiedliche Vorschläge, die allesamt auf einer Sitzung des Bauausschusses des Altenburger Stadtrats in dieser Woche von Fenzlein und einigen Studenten der interessierten Öffentlichkeit präsentiert wurden.

Fehlender Naherholungswert

Drei von ihnen haben sich dabei besagter Blauen Flut angenommen und den fehlenden Naherholungswert entlang ihres Ufers kritisiert. Der Fluss werde heute von den Altenburgern eher als Hindernis wahrgenommen. „Den Studenten ist vor allem der Gestank aufgefallen, der viele Leerstand am Ufer und massenhaft ungenutztes Grün“, so Fenzlein. Vorgeschlagen wurden von ihnen beispielsweise am Flusslauf unterhalb des Schlosses Sitzgelegenheiten und ein kreativer Werkhof. Und an anderen Stellen sollten die großen Wiesen zum Spielen und Verweilen nutzbar gemacht werden. Eine Grüne Flut also.

Eine französische Gaststudentin schlägt vor, das Nordufer des Großen Teiches aufzuwerten, weil es zu wenig Aufenthaltsqualität habe. Hier ein Steg ins Wasser, dort Angebote zum Verweilen – so ihre Idee. Andere Studenten würden gern im Areal rund um das Martinsgässchen einen Innenhof mit Terrassenlandschaft entstehen lassen, wo auch ein Hoftheater oder eine Bar zum Kommen einladen könnten, ohne Parkmöglichkeiten und den Wäscheplatz zu vergessen. Auch seien in Altenburg nur die markanten Objekte wie Theater, Schloss oder Lindenau-Museum gut beleuchtet, da sei noch viel mehr möglich – beispielsweise könnten Uferbereiche der Blauen Flut oder Treppenaufgänge zum Schloss mit Bodenleuchten ausgestattet werden.

Pixelhotels waren Aha-Erlebnis

Was aber bei den Bauausschuss-Mitgliedern – die sich übrigens noch nie über so viele interessierte Besucher bei einer öffentlichen Sitzung freuen konnten wie diesmal – auf ganz besonderes Interesse stieß, waren die Vorschläge zum Ernestinum. Es war das einzige Gebäude, das den Studenten gezielt an die Hand gegeben wurde, weil die Stadt hier nach Lösungen sucht. Die Ideen: Eine Bildungsstätte oder ein Haus für betreutes Wohnen, wo zugleich eine Ausbildung für Pflegeberufe integriert ist. Auf jeden Fall aber müsse der Innenhof endlich genutzt werden. Ein Aha-Erlebnis waren auch die „Pixelhotels“ – eine Internetplattform für außergewöhnliche Übernachtungen. Mit kubischen Grundmodulen könnten transportable Mini-Unterkünfte entstehen, die auch mal junge Leute nach Altenburg ziehen.

„Das war wirklich hochinteressant, auch wenn sich viele Dinge sicher nur schwer bis gar nicht umsetzen lassen. Aber vor allem die Blaue Flut und das Ernestinum haben mich fasziniert“, dankte Ausschussvorsitzender Peter Müller (Pro Altenburg) den Studenten. Und noch ein gleichfalls begeisterter Zuhörer meldete sich zu Wort – der Vorsitzende des Vereins der Haus- und Grundstückseigentümer, Heinz Pagel. „Man muss viel mehr mit solchen Projekten in die breite Öffentlichkeit gehen“, sagte er und lud die Studenten und ihren Mentor noch an Ort und Stelle in eine Mitgliederversammlung von „Haus und Grund“ ein.

Von Ellen Paul

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