Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg Aristona gehen im Irish Pub auf Zeitreise in die Rock-Geschichte
Region Altenburg Aristona gehen im Irish Pub auf Zeitreise in die Rock-Geschichte
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:18 31.10.2018
Sorgten für ordentlich Ohrenklingeln im Finnegan’s Irish House: Aristona rockten den Samstagabend. Quelle: Stefan Müller
Altenburg

Was und wer in den 60ern in Liverpools berühmtem Cavern Club, in Londons berüchtigtem Marquee Bar & Café oder im heutigen renommierten Ronnie Scott’s Club, in Hamburgs Star-Club oder in Leipzig im „Schwarze Ritter“, in Gaschwitz in der Centralhalle oder in Altenburgs legendären Teichterrassen sich auf den Rock’n’Roll–Bühnen die Ehre gab, ist aller Ehren wert.

Proppenvoller Irish Pub

Am 1. Juli 1962 traten im Marquee Club zum ersten Mal die Rolling Stones unter diesem Namen auf. In Altenburg und in Gaschwitz spielten wenig später Combos mit Namen wie Renft, Tigers, Cometen oder die Gerhard-Stein-Combo. Sie spielten frisch, fröhlich und gelegentlich genial ihre westlichen Vorbilder nach. Die Jimi-Hendrix-Adaptionen der Cometen sind bis heute absolute Legende.

Aristona haben diesen Rock’n’Roll-Himmel damals nicht erreicht. Umso mehr knallen sie uns nunmehr 50 Jahre nach Gründung als durchaus betagte Herren ihre Botschaft – genauso gültig wie damals – um die reifen Ohren. So geschehen im proppenvollen Finnegan’s Irish House am vergangenen Samstagabend. Eine unglaubliche Club-Atmosphäre war die Grundlage für ein Heimspiel im eigenen Wohnzimmer.

Aristona zelebrieren Rock-Basics

Frenetischer Beifall, als Punkt 21 Uhr Muddy Water’s „Hoochie Coochie Man“ und „Sunshine Of Your Love“ von Cream fast schon zornig in den Saal gedonnert wurden. Die ultimative Botschaft, als gäbe es schon heute kein morgen für die rundgelutschte Popmusik all jener Fans die durch die Ungnade der späten Geburt mit all dem aufwuchsen was ab den 80ern an Musik noch übrig blieb.

Mit dieser unbändigen Ur-Arroganz zelebrierten Aristona selbstverständlich die gesamten Basics der aufgeblühten Rockkultur jener Zeit. Selbstverständlich die Rolling Stones, die Animals, Jimi Hendrix, Small Faces, Eric Clapton, Deep Purple und immer wieder die Stones.

Traumwandlerische Sicherheit an den Instrumenten

Exzellente handwerkliche Leistungen hat man Thomas Seese an der Gitarre schon immer bescheinigen dürfen, am Samstag aber brillierte er. Erstaunlich das Solo zu Steve Vai‘s „Lotus Feet“. Gerd „Jagger“ Weber, mit stoischer Textsicherheit wenn er vom Blatt singen durfte, verblüffte mit Stimmlagen, Gesang und Phrasierungen die unglaublich an Eric Burdon erinnern.

Ob „Red House“ oder „All Along The Watchtower“, oder der 19. Nervenzusammenbruch der Stones – insgesamt eine tolle Performance des Frontmanns. Michael Anders traumwandlerische Bassführung ergab mit Drummer André Waidhas die Basis für die straighte, roh, rüde und wunderbare Leistung dieser Band mit großer Power.

Zu guter Letzt gesellte sich zu seinem ersten Auftritt der Gitarrist und Neil-Young- und Deep-Purple-Interpret Frank Linke nahtlos hinzu. Ohne Fisimatenten, geradeaus und schnörkellos bescherte Aristona dem Publikum einen Rock’n’Roll-Abend der es in sich hatte. Servietten wurden zu Ohrenstöpseln und am Sonntagmorgen haben wohl manche die Kirchenglocken nicht gehört. It’s only Rock’n’Roll – im wahrsten Sinne des Wortes. Klasse.

Von Stefan Müller

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Am frühen Morgen des Reformationstages ist ein 32-Jähriger in Altenburg brutal angegriffen worden. Der mutmaßliche Täter war stark alkoholisiert. Für den Geschädigten hatte der Übergriff Folgen.

31.10.2018

Feuerwehreinsatz am Dienstagnachmittag in Altenburg-Nord: In einem leerstehenden Gebäude standen zwei Räume in Flammen. Gegen 14.30 Uhr rückten die Kameraden der Freiwilligen und der Berufswehr aus.

30.10.2018

Die nächste große Hürde ist genommen: Mitte Oktober gründete sich der Verein „Jugendcafé Altenburg“. Janek Voos, erster Vorsitzender, spricht über die Entstehungsgeschichte seiner Idee und den Weg zum großen Ziel. Im Moment steckt das Team noch in praktischen Übungen.

30.10.2018