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Arthur Abraham zapft Altenburger – so lief es für regionale Unternehmen in Berlin

Grüne-Woche-Bilanz Arthur Abraham zapft Altenburger – so lief es für regionale Unternehmen in Berlin

Auch in diesem Jahr besuchten Hunderttausende die Internationale Grüne Woche, kosteten sich durch ein vielfältiges Angebot an Speisen und Getränken. So auch von Unternehmen aus dem Altenburger Land. Wir wollten von einigen Firmen wissen, wie es ihnen in Berlin gefallen hat und ob sie für nächstes Jahr planen, wieder dabei zu sein.

Boxer Arthur Abraham lässt sich nicht lange bitte, und zapft am Stand der Altenburger Brauerei fleißig Bier.
 

Quelle: Landratsamt

Berlin/Altenburg.  Auch in diesem Jahr besuchten Hunderttausende die Internationale Grüne Woche, kosteten sich durch ein vielfältiges Angebot an Speisen und Getränken, kauften Nahrungs- und Genussmittel aus aller Welt. So auch von Unternehmen aus dem Altenburger Land. Doch nach der Grünen Woche ist bekanntlich vor der Grünen Woche. Die Osterländer Volkszeitung wollte deshalb von einigen Firmen wissen, wie es ihnen in Berlin gefallen hat und ob sie für nächstes Jahr planen, wieder dabei zu sein.

„Für uns ist die Grüne Woche hervorragenden gelaufen, wir sind sehr zufrieden“, freut sich Karl Jungbeck, Chef der Altenburger Senffabrik. Dieses Lob wirkt doppelt, da der Altenburger Unternehmer in den vergangenen Jahren mit dem Auftritt des Landkreises meist nicht zufrieden war. Die Kräfte wurden nicht gebündelt, die Stände waren zu klein und zu versteckt, die Unterstützung durch die Politik zu gering, lauteten einige seiner Kritiken. Dies führte so weit, dass der Senffabrikant in Berlin eigene Wege ging. Davon konnte diesmal keine Rede sein. Jungbeck freut besonders, dass sein Firmenziel erreicht wurde – den Besuchern zu zeigen, was guter Senf ist. 70 verschiedene Sorten aus Altenburg konnten am Stand getestet werden, 50 Gläser wurden dabei täglich leergekostet, mehrere Tausend verkauft, darunter auch ein neues Produkt: der Landratsamtssenf – süß und scharf.

Einmal schaute Jungbecks langjähriger Freund Ulli Wegner vorbei. Der legendäre Boxtrainer hatte seinen derzeit besten Kämpfer, Arthur Abraham, im Schlepptau. Beide lotste Jungbeck zum Stand der Altenburger Brauerei, wo der Faustkämpfer sich sogleich an die Hähne stellte und munter Bier zapfte. Darüber freute sich natürlich Bastian Leikeim, der Chef des Skatstädtischen Brauhauses. Er hob die professionelle Organisation des Landkreis-Auftritts hervor und sprach von einem Gleichklang der Altenburger Unternehmen. Sein Ziel war, bei den Messebesuchern Lust auf Bier zu wecken und ihnen die Altenburger Sorten näherzubringen. Das ist uns sehr gut gelungen“, schätzt der Unternehmer ein. 2017 sei die Brauerei in Berlin natürlich wieder am Start.

Sehr zufrieden über die Präsentation des Landkreises zeigt sich auch Dietrich Hueck, geschäftsführender Gesellschafter der Altenburger Destillerie und Liqueurfabrik. Als besonders publikumswirksam erwies sich die tägliche Quizrunde auf der Thüringer Bühne. Bei einer Blindverkostung mussten die Teilnehmer die vier Geschmacksrichtungen der „Hüttensause“ herausfinden: Marille, Obst, Williams-Birne und Haselnuss. „Dass die große Mehrheit erfolgreich war, spricht für die Qualität unserer Spezialitäten“, meint Verkaufsmanager Marco Tietze, der als „Quizmaster“ wirkte. Und auch Vertriebschef Frank Zeil freut sich: „Auch hier ist unsere neue Serie Hüttensause auf Anhieb angekommen; der Whisky-Likör Six Sins war bereits am Sonnabend ausverkauft. Und der Altenburger Schwarzgebrannte lief wie immer sehr gut.“

Zum ersten Mal dabei war die Fleischerei Hartmann aus Göhren. „Für uns war das Neuland, fast ein Abenteuer. Aber es lief alles sehr gut. Die Vorbereitungen durch das Landratsamt und die Messebauer waren perfekt“, zieht Inhaber René Hartmann positive Bilanz. Schön, aber anstrengend sei es gewesen. Besonders schwierig war es, den Mutzbraten an die Messebesucher zu bringen. Denn während die Thüringer Roster jeder kennt, hatte kaum jemand bisher etwas von dieser aus Schmölln stammenden Spezialität gehört. „Bestimmt 200 Mal am Tag mussten wir erklären, was Mutzbraten ist“, sagt Hartmann. Wirtschaftlich komme er zwar voraussichtlich „nur“ mit einer schwarzen Null heraus. Aber er hofft auf Nachhaltigkeit. Denn noch nie habe er den Medien so viele Interviews gegeben, noch nie habe man so viel über seine kleine Firma berichtet. René Hartmann setzt darauf, dass dies sich auszahlt, wenn er ab 1. April einen Online-Shop eröffnet. „Ich habe mich auf jeden Fall für die Teilnahme im nächsten Jahr wieder beworben.“

Von Ellen Paul und Jens Rosenkranz

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