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Altenburg Atemlos durch die Kneipennacht
Region Altenburg Atemlos durch die Kneipennacht
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17:07 11.10.2016
Im Ponitzer Schlosscafé gab sich „Greenhill Disaster“ die Ehre. Insgesamt waren acht Lokalitäten mit von der Partie. Quelle: jens paul taubert
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Ponitz

Marita und Horst-Gerhard Knodel sind sich sicher: Das gibt es ein zweites Mal. Die Ponitzer traf ich am Samstagabend in ihrem Heimatort auf dem Weg zu ihrem dritten Veranstaltungsort. Mit ihnen auf Achse waren beim 1. Ponitzer Kneipenfest Uwe und Anita Ponig. Ebenso „Einheimische“ wie die Knodels und ebenso begeistert. Alle vier sind der „reiferen Jugend“ zu zuordnen, freuten sich über so eine lebendige Geschichte im Ort. Die vier Kneipenfest-Wanderer waren schon im vollen Bahnhof, wo das Duo Nordlicht spielte. Ich habe diese Location nicht geschafft, bei acht Kneipen mit acht Bands an einem Abend wohl verständlich. Gleich zuerst habe ich den Gemeindesaal aufgesucht, Zentromer spielte, und diese Musikanten animierten viele der Gäste zum Verweilen und natürlich dazu, das Tanzbein zu schwingen.

Für mich hieß es aber: ein Foto machen, mit ein paar Leuten quatschen und weiter. Vor Leo’s Bierstube gab’s Kartoffelsuppe aus der Gulaschkanone und drinnen Musik von „Musical Woodworm“ alias Claus Bönsch. Gehört hat Uta Leonhardt von dessen musikalischen Ohrwürmern vermutlich nicht viel. Sie war intensiv damit beschäftigt, die Hungrigen oder Appetit-Habenden rund um die Bierstube mit Essen zu versorgen. Sie ist die Mutti vom Gastwirt und gilt als gute Seele von diesem „Laden“. Ich wollte weiter, also keine Kartoffelsuppe mit BoWu.

Der Shuttlebus rollte heran, machte gut besetzt im Hof vor dem Renaissanceschloss Halt. Dem Ort, an dem im doch recht kleinen Ponitz alljährlich schon die Schloss- und Kirchennacht ihren Mittelpunkt hat.

Zum Vereinshaus wollte der Bus in diesem Moment nicht, ich musste also per pedes weiter. Nachdem ich die Richtung erfragt hatte, wusste ich wenigstens auch wo es lang ging. Dort spielte „Der Mölli“ und Katrin, Daniel, Stefanie, Steffen und Birgit, alles Ponitzer, hatten sich schon ein wenig festgesetzt. Es war erst ihre dritte Station, sie veranlasste die Truppe aber zum Verweilen. Am Ende aber noch nicht allzu lange, denn sie jubelten mir etwas später im Gemeinschaftssaal zu.

Doch ein wenig zurück. Die Mäckies in der Gaststätte „Zur Morgensonne“ agierten in ihrer allseits bekannten Art und vor dem gewohnt-bekanntem Publikum. Die Kneipe war rammelvoll und dies sicher nicht nur in dieser zehnten Stunde, zu der ich mich förmlich „durchtreiben“ ließ. Das Gartenlokal war früher als Vereinhaus Kult. Viele erinnerten sich noch an die alten Zeiten und wollten sie wieder erleben. Heinz Klein gehörte zu den Kurz-Verweil-Gästen in der Morgensonne, er fand’s Klasse, dass dieses erste Kneipenfest so gut angenommen wurde.

Das war im Schlosscafé nicht anders, Greenhill Desaster spielte immer vor reichlich – und wie es bei so einer Sache gewollt ist – stetig wechselndem Publikum.

Zurück im Gemeinschaftsaal hatte Zentromer gerade mal verdiente Pause und Sänger Bernd Witte Zeit für ein paar Antworten. Alle reinweg positiv, etwa in der Art: gute Organisation, alle Leute trotz des miesen Wetters gut drauf, man habe es leicht, die Leute zum Tanzen zu animieren. Und: „Wir merken das Interesse der Leute, Livemusik hören zu wollen.“ Das hört man doch gerne, vor allem von Musikerseite.

Und von Seiten des Veranstalters? Dies zu erfahren, gestaltete sich schwieriger. Macher René Jacobi, Chef der Cadillac Bar in Meerane, war von Veranstaltungsort zu Veranstaltungsort unterwegs. Es war wie bei Hase und Igel. Wenn ich kam, war er schon vor mir da und auch schon wieder weg. René schaute nach dem Rechten und wollte Eindrücke festhalten für Website und sonstige Internetpräsentationen.

Er freue sich über den Zuspruch, sagt er, als ich seiner doch irgendwann habhaft wurde und fand den Spontan-Satz eines Kollegen „Der exportiert die Meeraner Kneipenmeile jetzt nach Ponitz“ ganz treffend. Der Zuspruch bei der Erstauflage macht jedenfalls Mut für mehr, findet Jacobi.

Die Bilanz: An die 500 Gäste in den acht Lokalitäten, keinen Ärger, und etliche Ponitzer haben sich persönlich bei ihm bedankt und sich 2017 eine zweite Auflage gewünscht – und ihn überzeugt. „Wir machen das im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder“, versprach er.

Und noch einen Fürsprecher gibt’s, Bürgermeister Marcel Greunke. Der CDU-Mann sieht in solchen Veranstaltungen eine Steigerung der Lebensqualität in der 1514-Einwohner-Gemeinde.

Von Jens Paul Taubert

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