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Atmosphärische Störungen bei Motor Altenburg

Atmosphärische Störungen bei Motor Altenburg

Motor Altenburg kommt nicht zur Ruhe. Bereits vor, aber verstärkt nach dem Wechsel von Toni Leutert und Patrick Reichel zum SV Rositz haben Fans und Mitglieder des Traditionsklubs Präsident Matthias Reichel kritisiert.

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Geladen wie beim Gewitter ist die Stimmung zwischen Motor-Präsident Matthias Reichel (oben), Fußball-Chef Thomas Lahr (l.) und Ex-Trainer Jens Wuttke.

Quelle: Frank Schmidt

Der wehrt sich nun und wirft der Fußball-Abteilung vor, ihn nicht zu informieren, gar gegen ihn zu arbeiten. Die Kicker weisen das als falsch zurück. Die Atmosphäre ist nachhaltig gestört.

 

Der Tropfen, der das Fass für Reichel zum Überlaufen brachte, war die Wortmeldung von Jörg Wenzel am OVZ-Lesertelefon am Dienstag. "Was ich nicht verstehen kann, ist die Tatsache, dass Motor-Präsident Matthias Reichel seine Ex-Spieler in Rositz besucht, statt sie vorher zu bewegen, bei Motor zu bleiben", meinte der Fußball-Fan und fügte spöttisch an: "Oder will Reichel Präsident des SV Rositz werden? Was freilich vielen Altenburger Anhängern recht wäre."

 

Reichels Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. "Das ist ein Angriff auf meine Person, den kann ich nicht auf mir sitzen lassen", sagte der Motor-Vorsitzende am Mittwochabend. "Wenn Spieler gehen, gibt es meistens handfeste Gründe. Über die Wahrheit spricht man natürlich nicht im Motor-Fußball." Auch er wolle das (noch) nicht, bestätigte lediglich OVZ-Informationen, wonach mangelnde Kommunikation und fehlende sportliche Perspektive ein Rolle gespielt haben. "Auch ein Präsident hat freie Wahl bei der Gestaltung seiner Freizeit und die Beobachtung seines Sohnes beim Fußballspielen ist eine davon." Im Übrigen sei sein Sohn 26 Jahre alt und treffe eigene Entscheidungen.

 

Darüber hinaus wehrte er sich dagegen, von den Fußballern wiederholt zum Sündenbock gemacht zu werden. "Die gesamte vergangene Saison konnte die Verbandsliga-Mannschaft auf Wunsch von Spielertrainer Wuttke selbstständig arbeiten", so Reichel weiter. "Reinreden sollte aus dem Präsidium niemand, damit in der Mannschaft keine Unruhe entsteht." Jetzt sei aber, wie im Vorjahr, das Präsidium schuld. Zudem warf er der Abteilung vor, über wichtige Dinge nicht zu informieren. "Ich erfahre nichts, habe das mit dem neuen Trainer aus dem Internet und der Zeitung, von den neuen Spielern weiß ich auch nichts", echauffierte er sich. Ähnliches gilt für die Spielgemeinschaft mit Lok. "Ich war beim ersten Treffen dabei, danach nicht mehr. Irgendwann bekam ich einen Vertrag und sollte unterschreiben." Das tat er, weil er es für sinnvoll halte.

 

Doch das war noch nicht alles. Denn Reichel holt zum Gegenschlag aus: "Ich warte aus dem Umfeld der Abteilung auf eine Reaktion. Kommt die nicht, sollen sie ihr Ding alleine machen." Bereits seit Mai habe er den Eindruck, dass die Fußballer gegen ihn und den Vorstand arbeitet. Deswegen will er am 4. September auch nicht zur Wiederwahl antreten.

 

"Die Vorwürfe entsprechen nicht der Wahrheit", entgegnete Wuttke. Reichel sei mehrfach von Fußball-Chef Thomas Lahr informiert worden. Viel mehr wollte der 36-Jährige dazu aber nicht sagen. "Ich finde es einfach schlecht, wenn es Motor nicht schafft, Dinge intern zu klären, die nicht in die Öffentlichkeit gehören." Auch bezüglich seiner eigenen Ambitionen auf den Präsidenten-Posten wollte er sich nicht äußern. "Man sollte dafür jemanden finden, der Motor in Wort und Gestalt ordentlich nach außen bringt und umkrempelt - egal, wer das ist." Das habe der Verein verdient. Lahr, der im Urlaub ist, war gestern nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

 

Hintergrund der erneuten atmosphärischen Störungen ist ein seit Längerem angespanntes Verhältnis zwischen Reichel und den Fußballern und insbesondere Ex-Vereinsvize Wuttke, der nach der Auflösung der zweiten Mannschaft Ende August/Anfang September 2012 zusammen mit dem Vereinschef und dem damaligen Abteilungsleiter Günter Grohmann zurückgetreten war. Reichel überlegte es sich aber wenig später anders und blieb Präsident.

 

Jetzt äußerte sich der einstige Trainer der Reserve, Olaf Schatz, und stellte klar, warum es das Team nicht mehr gibt: "Uns fehlte die Unterstützung und zwar sowohl seitens des Vorstands als auch von der damaligen Abteilungsleitung."

Thomas Haegeler

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