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Auch Nobitz spricht sich gegen Hühnermast bei Gleina aus

Landwirtschaft Auch Nobitz spricht sich gegen Hühnermast bei Gleina aus

Die Gegner der geplanten Hähnchenmast-Anlage bei Gleina werden mehr. Seit Mittwoch zählt Nobitz dazu, dessen Gemeinderat sich am Abend einstimmig gegen den Betrieb mit rund 207.000 Tieren auf einem Acker rund 200 Meter vom Bundeswehrstandort aussprach.

Die Einwohner von Gleina sind gegen die geplante Hühnermast. (Symbolfoto)

Quelle: dpa

Nobitz.
Bislang hatten die Stadt Schmölln, eine Bürgerinitiative und über 600 Bürger per Unterschrift und durch zahlreiche Petitionen im Landtag Widerspruch angemeldet.

Der Gemeinderat Nobitz brachte drei fachliche Gründe für sei Veto vor. Laut den Plänen des Investors soll der Tierkot in einer Halle in Löpitz gelagert werden, ein benachbarter Ortsteil von Gleina. Diese Halle ist nach den Worten von Bürgermeister Hendrik Läbe (SPD) aber nicht Bestandteil der vorgelegten Planungen und soll offenbar in einem weiteren Verfahren beantragt werden. Nobitz fordert nun, dass die Halle dem jetzigen Genehmigungsverfahrens angegliedert wird. Außerdem wird für den Tierkot eine eingehauste Halle auch am Standort Gleina verlangt, da ansonsten Geruchsbelästigungen befürchtet werden. Der zweite ungeklärte Punkt ist der Weg von der B 7 zum Mastbetrieb, der im Moment direkt am Bundeswehrstandort auf einem Privatgelände und keiner öffentlichen Straße entlangführt. Da keine Aussagen für Grunderwerb oder Flächentausch vorliegen, gilt für die Gemeinde die Erschließung des Baugeländes als nicht gesichert. Auch deswegen, weil der Investor keine Aussagen zur Befestigung und Verbreiterung getroffen hat. Hinzu kommt, dass seit Jahren ein Planverfahren für den Ausbau der Bundesstraße 7 zwischen Großstöbnitz und Gleina inklusive einer dritten Spur sowie dem Knotenpunkt vorangetrieben wird. Der Weg zum Mastbetrieb ist darin nicht enthalten, ebenso die Verkehrsbelastung.

Für den Bürgermeister am kritischsten ist die Nähe zu Gleina, die der Investor mit 500 Meter angegeben hat. „Das ist für uns zu nah an der Wohnbebauung“, sagte Läbe. Außerdem wird gefordert, den exakten Abstand nachzuweisen.

In der Diskussion hatte Gemeinderat Berndt Apel (PCC) vor der generellen Ablehnung neuer Tiermastanlagen gewarnt. „Landwirte müssen das Recht haben, zu investieren“, forderte Apel, der auch Vorsitzender des Kreisbauernverbandes ist. Doch selbst er sieht Klärungsbedarf wegen der Kot-Halle und der fehlenden öffentlichen Zufahrt und stimmte schließlich gegen das Vorhaben. Ebenso wie Thomas Grünler (CDU), der auf die Taupadeler Hühner-Anlage mit rund 50.000 Tieren aufmerksam machte, die seiner Meinung nach niemanden belaste. Doch auch Grünler bezeichnete die fehlende Kot-Halle als problematisch.

Zuvor hatten Bürger aus Gleina und Lehndorf ihrem Ärger Luft gemacht. Einer wolle Geld verdienen und 1000 Einwohner würden leiden, hieß es und dass die Anlage im Antrag schöngerechnet werde. Kritik äußerten die Bürger ebenso am Ort Gemeinderatssitzung in Nobitz. Angesichts der Brisanz hätte die Tagung in Saara stattfinden müssen, weil die Bürger von dort direkt von der Hänchenmast betroffen seien. Der Bürgermeister wies dies zurück, mit dem Verweis, dass die Einwohner auch aus der Saaraer Gegend problemlos nach Nobitz fahren könnten.

Neben den Einwänden der Gemeinde tauchen nach und nach weitere Merkwürdigkeiten in den Planungen auf. So ist vorgesehen, die Abwässer aus dem Sozialgebäude in einem abflusslosen und zehn Kubikmeter fassenden Behälter zu sammeln und danach extern entsorgen zu lassen, da der Betrieb nicht an das Kanalnetz angeschlossen ist. Das Wasch- und Reinigungswasser aus den Ställen soll in geschlossenen Auffanggruben bis zu sechs Monate zwischengelagert und danach auf Felder ausgebracht werden. Offen ist auch die Trinkwasserversorgung. Möglich ist der Anschluss an das öffentliche Netz oder die Errichtung einer eigenen Brunnenanlage.

Alle Einsprüche sollen auf einer Anhörung unter Federführung am 19. Januar in der Nobitzer Mehrzweckhalle erörtert werden. Durch die Vielzahl der Widersprüche ist diese Veranstaltung um einen Tag, den 20. Januar, erweitert worden.

Von Jens Rosenkranz

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