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Auch im Altenburger Land gibt es Plastiktüten nicht mehr überall umsonst

Vereinbarung Auch im Altenburger Land gibt es Plastiktüten nicht mehr überall umsonst

Auch im Altenburger Einzelhandel ist die Vereinbarung angekommen, nicht mehr kostenlos Plastiktüten an die Kunden abzugeben. In den meisten Geschäften wurde sie aber schon vor dem Stichtag 1. Juli umgesetzt. Viele Handelseinrichtungen setzen inzwischen auf Papiertüten.

Plastik- und Papiertüten gibt es bei Edeka in Altenburg. Marie Klukas und Claudia Bauer (v.l.) halten für die Kunden beide Varianten bereit.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Zum Stadtbild gehören sie dazu: Plastiktüten. Bedruckt mit den Namen, Logos und Slogans der Geschäfte. Doch wo landen die Tüten, wenn der Einkauf zuhause verstaut ist und die neue Kleidung in der Waschmaschine steckt? Die meisten nutzen die Tüte nur einmal und werfen sie dann in den Müll. Um die unnötige Verschwendung von Rohstoffen zu vermeiden und der Belastung der Umwelt entgegen zu wirken, haben das Bundesumweltministerium und der Hauptverband des deutschen Einzelhandels (HDE) eine Vereinbarung getroffen, nachdem Plastiktüten ab dem 1. Juli nicht mehr kostenfrei abgegeben werden sollen, sondern gegen ein „angemessenes Entgelt“, wie es in der Vereinbarung heißt. Ziel ist es, den Plastiktütenverbrauch in Deutschland in den nächsten zehn Jahren um die Hälfte zu reduzieren.

Auch andere Handelsverbände beteiligen sich an der freiwilligen Regelung. Rund 71 Plastiktüten verbraucht der deutsche Durchschnittsbürger pro Jahr. Die Europäische Union fordert eine Reduzierung der Plastiktüten auf 40 Stück pro Jahr und Einwohner bis zum Jahr 2025.

Auch im Altenburger Einzelhandel ist die Verordnung angekommen. Ist aber in den meisten Geschäften schon vor dem Stichtag 1. Juli umgesetzt worden. So wie bei der Fleischerei Hartmann. „Seit etwa einem halben Jahr kosten die Plastiktüten bei uns Geld“, sagt Heike Hartmann, Ehefrau des Inhabers René Hartmann. Zur Auswahl stehen Tüten für 10 und 20 Cent, je nach Größe. „Zu Beginn haben die Kunden erstmal geguckt. Aber nur die Wenigsten haben sich beschwert.“ Generell macht Hartmann die Beobachtung, dass viele Menschen beim Einkaufen ihren eignen Stoffbeutel oder Korb dabei haben. Da erübrige sich die Frage nach einer Plastiktüte sowieso.

Dass die Kunden oft ihre eigene Tasche dabei haben, beobachtet auch Katrin Rehfeld, Angestellte in der Chocolaterie in Altenburg. „Vor allem mittwochs und samstags“, so ihr persönlicher Eindruck. „In der Regel gibt es Plastiktüten bei uns auch nur noch gegen Geld, für 10 oder 20 Cent.“ Wenn ein Kunde ein größeres Präsent kauft, gibt es die Tüte aber gratis dazu. Ebenfalls umsonst sind kleine Papiertüten für einzelne Pralinen oder andere Kleinigkeiten. „Die meisten der Kunden haben Verständnis für den Preis auf Plastikbeutel.“ Der Eindruck der 46-Jährigen: „Als es die Tüten bei uns noch kostenfrei gab, haben die Leute immer nach einer gefragt. Das wird jetzt deutlich weniger.“ Vor allem die jüngere Generation hat oft einen Mehrwegbeutel dabei.

Petra Falk von Fotoprofi Meuselwitz hält die freiwillige Selbstverpflichtung für eine sehr gute Idee. „Durch die kostenpflichtigen Tüten greifen die Kunden deutlich weniger zu. Das Umweltbewusstsein bei den Leuten steigt und es werden mehr eigene Stoffbeutel benutzen.“ Seit die Inhaberin zu Beginn des Jahres Plastiktüten nur noch gegen Geld rausgibt, ist die Nachfrage, so schätzt sie, um etwa die Hälfte gesunken.

Anders geht Julia Reinhold von der Buchhandlung Schnuphase in Altenburg an das Thema Plastiktüte heran. „Bei uns gibt es die Beutel nach wie vor kostenlos für die Kunden. Für mich gehört das einfach zu einem guten Service dazu“, erklärt sie. Dass viele Bürger auf Mehrwegtaschen setzten, beobachtet aber auch sie. Sollte es zur Pflicht werden, Plastiktüten nur noch gegen Geld an die Kunden zu geben, würde sie eher auf Papiertüten umsteigen.

Auf Gratistüten setzten auch die Bekleidungsgeschäfte. Jeanette Kriebitzsch vom Neuen Laden in Altenburg setzt auf Papiertüten und umgeht so das Thema Plastik. Alice Winkler von Modefenster Alice Winkler bleibt bei kostenfreien Plastiktüten, und auch beim Modehaus Fischer gibt es die Taschen umsonst.

Ganz anders verhält es sich in den Supermärkten. Hier sind es die Kunden schon seit Jahren gewohnt, dass die Plastiktüten etwas kosten. „Wir wollen die Kunden aber natürlich auch mehr dazu anregen, zu Papiertüten oder Stoffbeuteln zu greifen“, sagt Birgit Lang, Marktleiterin des Altenburger Edeka. Bisher kann sie aber noch keinen signifikanten Unterschied zwischen der Nutzung der Plastiktüten und der wiederverwendbaren Stoffbeutel erkennen. „Gerne genommen werden auch die Einkaufskartons, die wir seit einigen Jahren im Sortiment haben. Die können die Kunden auch immer wieder verwenden.“

Von Tatjana Kulpa

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