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Altenburg Auch in Altenburg ging 1999 die Millenniums-Angst um
Region Altenburg Auch in Altenburg ging 1999 die Millenniums-Angst um
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00:18 31.05.2017
Sieht das Klinikum Altenburger Land für den Havariefall gewappnet: der technische Leiter Tilo Knoblauch am Notstromaggregat im Medicum. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Zusammenbrechende IT-Systeme, abstürzende Aktienkurse, Katastrophen allerorten: In die allgemeine Vorfreude auf das neue Jahrtausend mischte sich am 31. Dezember 1999 weltweit auch einiges an Unbehagen. Die Angst vor dem großen Crash ging um, mit Sorge blickten Verantwortliche auf den Jahreswechsel.

Auch im Altenburger Land bereitete man sich akribisch auf das mögliche Chaos vor. „Krisenszenarien sind durchgespielt, Computer und Fahrzeuge gecheckt“ berichtete die OVZ am 11. Dezember 1999. Insbesondere Rettungsdienste und Klinikum stockten massiv auf. Bei der Altenburger Berufsfeuerwehr wurde das Einsatzpersonal für die Silvesternacht verdoppelt. „Außerdem feiern die Angehörigen von 18 Wehren des Kreises im Gerätehaus“, teilte Kreisbrandinspektor Frank Schmiedel in der OVZ mit. Im Landratsamt wurde vorsorglich ein Krisenstab eingerichtet, der sich bei Notfällen in den Gemeinden um die Koordination der Rettungsdienste kümmern sollte.

Besonders intensiv liefen die Vorbereitungen im Altenburger Klinikum ab. „Vorbereitungsmaßnahmen zur Vermeidung und Reduktion der Folgen eventueller Probleme wurden vom damaligen Geschäftsführer Peter Jansen zur Chefsache erklärt“, erinnert sich Reiner Selent. Der heutige IT-Leiter des Klinikums war damals als Millennium-Beauftragter für die Vorsorge verantwortlich.

Bereits zum Jahresanfang 1999 habe man mit den Vorbereitungen begonnen, die eingesetzten Software-Verfahren in Abstimmung mit den Herstellern analysiert und bewertet. Teils wurden Systeme umgestellt, teils gleich ganz ersetzt, so Selent. Im Keller wartete ein großes Notstromaggregat auf seinen Einsatz im Ernstfall.

Trotz der optimalen Vorbereitung – die Anspannung blieb. Und führte zu ungewöhnlichen Maßnahmen: „Wir hatten damals Kontakt zu einem Krankenhaus in Japan aufgenommen, erhielten nachmittags von dort eigens eine E-Mail“, erklärt er. Der Inhalt der um 0.20 Uhr Ortszeit versandten Nachricht: „Business as usual“ – alles wie gehabt. „Wir sind dennoch bis ein Uhr früh geblieben. Glücklicherweise ist nichts Gravierendes passiert. Erst zuhause habe ich auf das neue Jahr angestoßen“, beschreibt Selent seine Silvesternacht.

Die Katastrophe ist ausgeblieben, die Herausforderungen für die Sicherheit im Klinikum sind indes nicht kleiner geworden. „Eine Bedrohung für den IT-Bereich kommt heute sowohl von außen als auch vom sorglosen Benutzer“, erklärt Reiner Selent. Generell stelle die zunehmende Komplexität der Software erheblich höhere Anforderungen an die Verantwortlichen. „Fände das Millennium jetzt statt, wäre es deshalb wohl viel schwieriger zu meistern“, ist Selent überzeugt.

Entsprechend werden kontinuierlich Vorkehrungen getroffen, um gewappnet zu bleiben. Das inzwischen implementierte Sicherheitskonzept des Hauses entspreche den neuesten Standards des Bundesverbands für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Daneben regelt eine Dienstanweisung das Verhalten der Mitarbeiter in Notsituationen, zwölf Mal pro Jahr werden zudem die Maßnahmen bei Feuer von der Pflegedienstleitung und dem Technischen Leiter Tilo Knoblauch überprüft. Regelmäßige Schulungen im Katastrophenschutzstab des Kreises gehören ebenfalls zur Vorsorge dazu.

Käme es dennoch zur Havarie, sei man auch dafür gewappnet, berichtet Knoblauch. Neben dem hausinternen Notstromaggregat steht inzwischen ein Zweites im nahen Medicum bereit. „Das kann im Ernstfall auch den Hauptkomplex des Klinikums versorgen.“

Von Bastian Fischer

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