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Auch junge Rosskastanien am Großen Teich von Miniermotte befallen

Auch junge Rosskastanien am Großen Teich von Miniermotte befallen

Sämtliche Rosskastanien rund um den Großen Teich sind von der Miniermotte befallen, darunter auch Bäume, die nach den Sturmschäden der Vergangenheit erst neu gepflanzt wurden.

Altenburg.

 

 

 

 

Von Jens Rosenkranz

Hässliche braune Flecken oder gänzlich verschwundenes Grün - die Blätter der Kastanien sorgen seit Wochen für einen bemitleidenswerten und wenig erbaulichen Anblick. Selbst ganz junge Bäume sind stark befallen und leiden - und mit ihnen Naturfreunde. Weil die Blätter auch vor der Zeit herunterfallen, fühlten sich manche Spaziergänger bereits Ende Juli in den Herbst versetzt.

Ursache ist die Miniermotte, die seit Ende der 90er-Jahre Kastanien in ganz Deutschland befallen hat, nicht nur in der Skatstadt. Die kleinen Falter überwintern im Laub und legen ab April 30 bis 300 Eier in jedem Blatt ab - und das drei- bis viermal im Jahr. Die Raupen saugen die Zellen aus und benagen, älter geworden, dann auch die Innenseiten. Folge sind die braunen Flecken und vor der Zeit absterbende Blätter. Der Baum geht so geschwächt in die Winterruhe, womit sich das Problem Jahr für Jahr verschärft. Die Motte macht keine Unterschiede und befällt alte und junge, große und kleine, dicke und dünne Kastanien. Das war den Verantwortlichen bekannt, als nach dem Orkan Emma im März 2008 viele Kastanien entwurzelt woren oder gefällt werden mussten, weil ihre Standsicherheit gefährdet war. Trotzdem wurden erneut Kastanien am Großen Teich nachgepflanzt, groben Schätzungen zufolge seither zwischen 70 und 100 Stück.

Für Stadtförster Ralf Thalheim ist der Standort am Großen Teich für die Rosskastanie ohnehin nicht optimal. Dort sei es zu nass, es drohe Pilzbefall und Wurzelfäulnis. Auch ist die Kastanie in Deutschland gar nicht beheimatet, sondern kommt aus Südost-Europa, wo es wärmer und trockener ist. Sicher wären Erlen, Weiden oder Pappeln für diesen Standort aus ökologischer Sicht geeigneter, sagt der Fachmann.

Aber die Kastanie ist seit hunderten von Jahren wesentlicher Bestandteil des historischen und mittlerweile denkmalgeschützten Gewässer-Ensembles. Der Modebaum hatte es bereits den barocken Landschaftsgestaltern angetan, die beispielsweise um 1720 mit der aufgeschütteten Insel der Altenburger Hof-Gesellschaft eine neue Lustbarkeit am zehn Hektar großen Teich verschafften.

Und so soll es auch bleiben, trotz Nässe und Pilzen und trotz der Miniermotte, die sich erst seit kaum 15 Jahren durch die Blätter frisst, die Bäume schädigt und den Park verschandelt. Stadtförster Thalheim weist darauf hin, dass die Stadtverwaltung bei den Nachpflanzungen auf Fördergelder angewiesen war, die jedoch an Auflagen der Denkmalschutzbehörden geknüpft waren. Eine davon sei das Beharren auf der für das Ensemble unverzichtbaren Rosskastanie gewesen. Ob man dies angesichts des drohenden Mottenfraßes hätte verhindern können oder sogar müssen, will Thalheim nicht beantworten.

Stattdessen gibt er zu bedenken, dass Bäume ebenso anderen schädlichen Einflüssen unterliegen, wie Hunde-Urin, Streusalz und Nässe. Auch andere Baumarten seien vom Schädlingsbefall betroffen, die damit selbst zurecht kommen und trotzdem sehr alt werden könnten. Mit Motte und braunen Blättern an seinem herrlichen und historischen Teich muss Altenburg wohl noch sehr lange leben, vermutet der Förster. Der Schmetterling könnte von selbst verschwinden, niemand wisse jedoch, wann. Eine chemische Bekämpfung sei am Großen Teich ausgeschlossen, sagt Thalheim. Auch die bisherige Taktik habe bislang nichts gebracht, nämlich das Einsammeln des Laubes, um die Motte vom Teich zu verbannen. Da kleine Reste immer liegen bleiben, bleibt auch der Schädling.

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