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Auf Gut Geier ist gut Kirschen essen, nur die Schädlingsfliege macht Stress

Auf Gut Geier ist gut Kirschen essen, nur die Schädlingsfliege macht Stress

Und langsam aber sicher breitet sich der Schädling weiter Richtung Norden aus. Bereits im vergangenen Jahr habe es auf den Obstplantagen rund um Lumpzig die ersten positiven Befunde gegeben, berichtet Geier.

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Die Obsternte im Obstgut Geier hat begonnen: Süßkirschen werden seit Montag geerntet - hier Henryka Paleretz (l.) und Barbara Przepiorka.

Quelle: Mario Jahn

"Wir haben auch in diesem Jahr Fallen aufgehangen und wieder einige Drosophila suzukii entdeckt." Ob sich der Befund auf die Ernte auswirken wird, oder ob der Betrieb wie 2014 keine Schäden davon trägt, sei aber noch nicht absehbar, so Geier weiter.

 

Wie dem auch sei, von der Kirschessigfliege geht eine erhebliche Gefahr für alle Obstplantagen aus. Deshalb gehört die Drosophila suzukii auch zu den meldepflichtigen Schädlingen. Das Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL) sammelt die Daten und wertet sie aus. "Im vergangenen Jahr und bis in den Januar hinein haben wir einen sehr kräftigen Flug der Kirschessigfliege beobachtet", sagt Eveline Maring von der TLL. Seit etwa Februar sei dies stark zurückgegangen. In den aufgestellten Fallen würden momentan extrem wenig Tiere gefunden. Ebenso konnte beim Fruchtmonitoring, beispielsweise an Erdbeeren, bis jetzt keine Eiablage beobachtet werden, so Maring auf OVZ-Anfrage. Das sei aber überhaupt kein Grund für eine Entwarnungen, betont sie. Dafür sei es viel noch viel zu früh. Es könne deshalb auch noch überhaupt nicht abgeschätzt werden, ob es Schäden geben wird. Maring: "Mal sehen, wie die Lange ist, wenn es nicht mehr so trocken ist."

 

Landwirte können indes nicht viel gegen den asiatischen Einwanderer unternehmen, denn die Fliege lässt sich wegen ihres enorm kurzen Generationszyklus' kaum oder gar nicht mit chemischen Mitteln bekämpfen. "Als Gegenmaßnahme hat uns die Landwirtschaftsministerin empfohlen, Netze über die Plantagen zu spannen", sagt Geier und empört sich über den Vorschlag. Ganz davon abgesehen davon, dass es sich dabei und eine kaum zu finanzierende Investition handele, sei der Vorschlag völlig an der Praxis vorbei. Rund sieben Hektar Süßkirschen bewirtschaftet das Obstgut Geier. Um dort Drosophila suzukii auszusperren, dürfe nirgends ein Loch sein, dass größer ist als ein Millimeter. Aus Geiers Sicht keine Option, die praktikabel ist.

 

Doch auch ohne Schädlingsbefall, werden die Preise für Kirschen in diesem Jahr über dem Niveau des Vorjahres liegen, heißt es aus Lumpzig. Zum einen führe der Mindestlohn für die rund 30 Erntehelfer zu erhöhten Produktionskosten. Zum anderen sei 2015 kein ausgemachtes Kirschen-Jahr, ganz anders als vor zwölf Monaten. "Man sagt, alle sieben Jahre ist ein Kirschen-Jahr. Bei uns sieht es in diesem Jahr nur mittelprächtig auf den Bäumen aus", so Geier. Darüber hinaus habe die Trockenheit der vergangenen Wochen dazu geführt, dass die Früchte verhältnismäßig klein geblieben sind. Und als ob all das nicht schon genug wäre, sind am Wochenende auch noch durch Hagel 90 Hektar - also die gesamten Anbaufläche - geschädigt worden.

 

"Erntestart ist in dieser Woche bei den Kirschen und voraussichtlich auch bei den Erdbeeren", kündigt Geier an. Was die Erdbeeren betrifft, erwartet sie einen guten Ertrag. Doch dafür müsse das Wetter mitspielen und trocken bleiben. "Mal ein kräftiger Regenschauer schadet nichts, aber dauerhafte Feuchtigkeit sorgt für Verluste."

 

Während im Obstgut Geier die Erntezeit gerade beginnt, endet sie auf dem Spargelhof in Gimmel. Wie Gudrun Sießmeir berichtet, laufe die Spargelernte noch bis zum 24. Juni und etwa genauso lange würden Erdbeeren gepflückt. "Wir haben nur frühe Sorten, damit wir die Erdbeeren gemeinsam mit dem Spargel verkaufen können. Das ist für unsere Kunden schöner", erläutert sie. Die ersten Erdbeeren wurden deshalb in ihrem Betrieb bereits vor fünf Wochen geerntet. Der trockene Mai sei gut für die Früchte gewesen, so die Landwirtin. Die Erdbeeren konnten sich prächtig entwickeln und Schädlingsbefall gab es deswegen auch kaum.

Jörg Reuter

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