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Altenburg Auf Kunstwerken sitzen – im Lindenau-Museum ist’s möglich
Region Altenburg Auf Kunstwerken sitzen – im Lindenau-Museum ist’s möglich
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19:08 16.03.2016
Die neuen Kunsthocker. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Das Lindenau-Museum hat nicht nur neue Stühle, um deren Anschaffung es bekanntlich ein klein wenig Knatsch gab, sondern auch neue Hocker. Während erstere letztendlich doch sehr normale Sitzgelegenheiten sind, kommen die Hocker selbst als kleine Kunstobjekte daher. Die scheidende Direktorin Julia M. Nauhaus hat sie am Mittwoch auf ihrer letzten Pressekonferenz mit großer Freunde und im Beisein der jungen Künstler – allesamt Teilnehmer von Kursen des Studios Bildende Kunst – präsentiert.

Mit diesen ganz besonderen Möbeln sollen, so erzählt Nauhaus, gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden. „Erstens fehlen uns in den Ausstellungsräumen Sitzgelegenheiten, wenn man vor einem Kunstwerk mal länger verweilen oder sich ausruhen möchte. Und zum anderen wissen viele Museumsbesucher gar nicht, dass wir hier eine Kunstschule haben.“

Deshalb hat Julia M. Nauhaus den Kontakt mit der Firma Werkhaus aus Bad Bodenteich gesucht, die dafür bekannt sind, ungewöhnliche Möbel herzustellen. Dort wurden Holzplatten geordert, die von Mädchen und Jungen im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren unter Anleitungen der Kursleiter Kerstin Hoppe und Tilman Kuhrt mit Motiven aus dem Museum bemalt wurden. „Wir sind mit den Teilnehmern durch das Haus gegangen und jeder konnte sich seinen Favoriten auswählen“, erzählt Kerstin Hoppe. Insgesamt 14 kleine Hocker sind so entstanden, die von der Firma zusammengesetzt wurden und nun im gesamten Museum verteilt werden sollen.

„Da die Firma Werkhaus nicht nur ökologisch und zu sehr moderaten Preisen produziert, sondern auch in den sozialen Netzwerken überaus aktiv ist, bekommen wir noch gratis Werbung fürs Lindenau-Museum“, freut sich die scheidenden Chefin. „Unser Traum ist es, dass einer dieser von den Kindern gestalteten Hocker tatsächlich in Produktion geht.“

Aufmerksam geworden war Julia M. Nauhaus auf die Felixmüller-Zeichnung im Internet – ein privater Kunsthändler bot sie an. „Ich dachte sofort, die muss ins Museum.“ Denn „Pamela Wedekind“ in Öl auf Leinwand – ebenfalls von Conrad Felixmüller – gehört dem Museum schon seit 1984. Es war ein Ankauf der Familie von Gabelentz. Jetzt hängen beide Porträts von Wedekind, die als Schauspielerin mit Erika und Klaus Mann durch Deutschland zog, nebeneinander im Museum. Das Ölgemälde zählt zu den Ikonen der Malerei der 1920er-Jahre.

Von Ellen Paul

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