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Auf Nimmerwiedersehen

Auf Nimmerwiedersehen

Das Altenburger Land verzichtet auf ein einheitliches Konzept zur Wirtschaftsförderung und Vermarktung. Ein Antrag der Liberalen, ein solches Dokument zu erstellen, soll nun im Wirtschaftsausschuss weiter diskutiert werden.

Genau dort schmorte ein gleichlautendes Papier von Ex-Landrat Sieghardt Rydzewski (parteilos), ehe es mangels Interesse völlig verschwand.

 

Die Liberalen wunderten sich sehr, dass Landrätin Michaele Sojka (Linke) nach über einem Jahr Amtszeit die Themen Wirtschaft und Vermarktung noch nicht angefasst habe, bemerkte FDP-Kreischef Daniel Scheidel zur Kreistagssitzung im September. Deswegen wollen nun die Freien Demokraten etwas Druck machen. Laut ihrem Antrag sollte die Landrätin beauftragt werden, ein Wirtschaftsförderungs- und Marketingkonzept für das Altenburger Land zu erstellen.

 

Bislang werden diese Themen mehr oder weniger von den Kommunen und dem Landkreis beackert. Die Zusammenarbeit und inhaltliche Abstimmung der Beteiligten scheint dabei verbesserungsfähig zu sein, meinen die Liberalen. Deswegen sollen Ziele, Maßnahmen und Arbeitsteilung bei der Wirtschaftsförderung besser aufeinander abgestimmt werden. Besonders bei den Chancen, die sich im Zuge der S-Bahn-Anbindung nach Leipzig ab Dezember ergeben. Ziele sind mehr und sichere Jobs, Neuansiedlungen und die Erweiterung vorhandener Investitionen. "Das Thema ist zu wichtig, dass sich der Kreistag damit nicht befassen sollte", sagte Scheidel.

 

Die Lust darauf hält sich bei den Volksvertretern aber in Grenzen. Ein einheitliches Wirtschafts- und Marketing-Konzept, so wie es den Liberalen vorschwebt, wird es vorerst nicht geben. Eine Abstimmung darüber fand erst gar nicht statt. Stattdessen soll darüber im Ausschuss für Wirtschaft, Umwelt und Bauen geredet werden. Wie schon einmal. Am 4. November 2009 hatte der damalige Landrat Sieghardt Rydzewski ein Entwicklungs- und Marketingkonzept des Landkreises dem Kreistag vorgelegt - zur zustimmenden Kenntnisnahme, wie es damals hieß.

 

Das Rydzewski-Papier basierte auf einem bereits 2004 erstellten Konzept, das bis zur Vorlage im November 2009 mit großem Aufwand aktualisiert worden war. In Arbeitsgruppen, mit insgesamt über 60 Akteuren, wurde damals das Altenburger Land auf den Prüfstand gestellt. Es wurden Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken analysiert, Ziele formuliert und Maßnahmen vorgeschlagen. In den Ergebnissen sollten sich die regionale Identität, eigene Kreativität sowie Orts- und Sachkenntnisse widerspiegeln. Die erhoffte Resonanz auf die wohlklingenden Absichten blieb aus.

 

Das 93-seitige Konzept verschwand nach seiner Vorlage im Wirtschaftsausschuss. Auf Nimmerwiedersehen. Fast genau ein Jahr später, also im November 2010, zog es Rydzewski wieder zurück. Wie es hieß wegen nicht mehr vorhandener Aktualität und zu geringem Interesse. © Kommentar

Jens Rosenkranz

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