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Altenburg Auf Spielplatz-Tour im Altenburger Land
Region Altenburg Auf Spielplatz-Tour im Altenburger Land
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05:08 14.07.2018
Im Sitzen wippen ist was für Babys, findet Oskar. Umso begeisterter war er von der Stehvariante auf dem Spielplatz Clara-Zetkin-Straße in Lucka. Quelle: Maike Steuer
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Altenburger Land

Wie familienfreundlich ist das Altenburger Land wirklich? Ausgerüstet mit der neuen Familienfreizeitkarte des Landkreises, machen mein Sohn Oskar (fast 5) und ich den Test, statten spontan ausgewählten Spielplätzen einen Besuch ab. Schließlich sind diese Sport- und Spaß-Areale der Klassiker der kindlichen Freizeitgestaltung. Gleich 69 Mal tauchen sie auf der Karte auf. Vier davon darf Oskar auf Herz und Nieren testen.

Hoch hinaus ging’s auf dem Spielplatz im Von-Seckendorff-Park, Meuselwitz. Quelle: Maike Steuer

Erste Station: Meuselwitz, Spielplatz im Von-Seckendorff-Park. Mit Verspätung erreichen wir den Ort des Geschehens, denn auf dem Weg vom Parkplatz quer durch den Park stoppt uns der Mühlgraben mit seiner magischen Anziehungskraft. „Wow, wie cool!“, entfährt es Oskar. Ob er es wohl schaffen könnte, drüber zu springen? Drin landen wäre doof und nass rutschen noch döfer. Er wägt ab und entscheidet sich schweren Herzens für die Brücke. Vielleicht doch versuchen? Nein. Endlich auf dem Spielplatz, fällt ihm sofort die Wellenrutsche „im Berg“ auf. Auch die Kletterspinne bekommt von ihm einen Daumen hoch, ebenso das Gerät, was in der Karte als „Drehteller“ Erwähnung findet, glaube ich. Einen separaten Sandkasten können wir nirgends entdecken, wobei das ganze Gelände besandet ist und genug Material zum Kuchenbacken liefert. Auch die heutzutage allgegenwärtige Netzschaukel darf nicht fehlen. Besonders schön für kleinere Gäste ist die Mini-Rutsche zum Üben. Blöd nur, dass ausgerechnet die ihre besten Zeiten hinter sich hat und die abplatzende Farbe von neugierigen kleinen Händen in den Mund gesteckt werden könnte.

Zweite Station: Lucka, Spielplatz Clara-Zetkin-Straße.

Wunderbar: die Stehwippen auf dem Spielplatz Clara-Zetkin-Straße in Lucka. Quelle: Maike Steuer

Ja, wo ist er denn? Als Ortsunkundige suchen wir eine ganze Weile, bis wir den Spielplatz endlich gefunden haben, wobei „Spielfläche“ es besser treffen würde. Keine Ahnung, wieso die Macher der Freizeitkarte der Meinung sind, die riesige Grünfläche sei sogar einen Extra-Ausflug wert. Die über die Jahre gewachsene Mischung aus Schaukeln, Rutschen, und Kletterelementen wirkt auf dem weitläufigen Areal fast verloren. Schade, denn hier hätte ein ausgewachsener Abenteuerspielplatz locker Raum zur Entfaltung. Oskar begeistern vor allem die jüngsten Ergänzungen aus Röhrenrutsche und Stehwippe statt der Sitzvariante „für Babys“. Apropos: Auf den wenigen Sitzbänken werden höchstens Eltern größerer Kinder mal Platz nehmen. Die der jüngeren Fraktion sind konstant hinter ihrem Nachwuchs her, denn von keiner Stelle lässt sich der gesamte Spielplatz entspannt überblicken. „Schade eigentlich, dass wir meinen Ball nicht mitgenommen haben“, merkt Oskar an. Hier könnte man prima Fußball spielen. Stimmt, Platz dafür gäbe es.

Dritte Station: Rositz, Spielplatz neben der Schule Karl-Marx-Straße / Zechauer Straße.

Oskar’s Favorit auf dem Spielplatz Am Gormaer Teich in Rositz: Das Kletter-Element. Quelle: Maike Steuer

Verrückt, aber laut Karte gibt es im ganzen Ort nur den – und wir finden ihn nicht! Zum Glück treffen wir bei unserer Suche auf ein junges Paar mit kleinem Mädchen. „Hier ein Spielplatz? Also uns gefällt der am Schwanenteich am besten“, empfehlen uns die beiden – die Nummer 55 auf der Freizeitkarte im Ortsteil Gorma. Schon etwas in die Jahre gekommen und leider mit ein paar Graffiti verunstaltet, dafür aber schön kompakt, versammeln sich hier die Klassiker, ergänzt durch ein Element für mutige Klettermaxe. „Guck mal, wie hoch das ist“, ruft Oskar auf der obersten Sprosse sitzend. Gut, dass der Untergrund durchweg sandig ist. Im Zweifel würde er weich fallen.

Vierte Station: Altenburg-Nord, Spielplatz hinter den Häusern Stauffenbergstraße 1-10.

Definitiv eins von Oskar’s Highlights beim Spielplatztest: Das Kletterkarussell auf dem Spielplatz in Altenburg-Nord. Quelle: Maike Steuer

„Na super Mama, hier ist ja auch nichts“, ist Oskars erster Kommentar, als wir, wie geheißen, hinter die Platten gucken auf der Suche nach Spielspaß. Recht hat er, denn wir sehen erst mal Grün. Sehr viel Grün, Wäscheplätze, Fußballtore – und freuen uns plötzlich ein Loch in den Bauch. Denn etwas versteckt und beschattet von einer riesigen Weide, stoßen wir auf ein echtes Highlight. So schnell kann ich gar nicht gucken, wie Oskar sich an die Seilelemente des Karussells hängt und sich quietschend von mir anschubsen lässt. Geht doch, denke ich, denn dieser Spielplatz ist zwar nicht riesig, aber endlich mal eine fantasievollere Interpretation des gängigen Schaukel-Rutsche-Sandkasten Standards, der vielerorts per se einen Spielplatz zu definieren scheint. Schön modern, trotzdem bespielbar, mit einer Kletterwand, Elementen zum Hangeln, Sandkuchen backen und rutschen. Wobei das Karussell allein Oskar schon gereicht hätte.

Ihre Meinung zählt

Unterwegs mit Kind und Kegel im Altenburger Land: Dafür sind Sie, liebe Eltern, Tanten und Opas, die Experten. Welche Erfahrungen haben Sie mit kindgerechter Freizeitgestaltung im Landkreis? Wo gibt es Verbesserungsbedarf, wohin lohnen sich Ausflüge, an welchen Stellen stecken vielleicht sogar kaum bekannte Angebots-Perlen? Es geht dabei nicht nur um Spielplätze. Auch kulturelle Freizeiteinrichtungen, sonstige Erlebnis-Offerten und die Gastronomie lohnen einen genaueren Blick aus Kinderperspektive. Darum soll es auch in den nächsten Teilen der OVZ-Serie gehen. Schreiben Sie uns Ihre Kritiken und Anregungen unter Stichwort Familien-Serie: per E-Mail an altenburg.redaktion@lvz.de oder per Post an Osterländer Volkszeitung, Baderei 1, 04600 Altenburg.

Von Maike Steuer

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