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Auf Spurensuche in Zimmer 313 des Altenburger Schlosses

Konzept für Sanierung Auf Spurensuche in Zimmer 313 des Altenburger Schlosses

Caroline Leier trägt viel Verantwortung. Schließlich beschäftigt sich die Studentin der Hochschule für Bildende Künste Dresden mit einem Wahrzeichen Altenburgs: dem Residenzschloss. Genauer gesagt mit der Stuckdecke in Zimmer 313. Dafür erarbeitet sie ein Sanierungskonzept, das später aufs ganze Haus anwendbar sein soll.

Studentin Caroline Leier an der Stuckdecke des Zimmers 313 im Altenburger Residenzschloss, die sie untersucht.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Wie lässt sich der Verfall der prachtvollen Stuckdecke im Zimmer 313 im Altenburger Schloss aufhalten? Wie könnte eine Restaurierung für das Schmuckstück aussehen? Und wie passt dies in ein Gesamtkonzept? Genau mit diesen Fragen beschäftigt sich zurzeit eine Studentin der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Caroline Leier, ihres Zeichens angehende Diplom-Restauratorin, erarbeitet im Rahmen ihrer Abschlussarbeit eine Konzeption, wie die Stuckarbeiten fachgerecht saniert werden können.

In den vergangenen Wochen hat sich die 27-Jährige dafür intensiv mit dem Objekt beschäftigt. „Ich habe mir die Decke und die Maltechnik genau angesehen, um herauszufinden, welche Schichten aufgetragen und welche Bindemittel genutzt wurden“, beschreibt sie. Zudem hat sie die Schäden der Stuckteile genauer untersucht. „Sie sind vor allem auf die undichte Dachsituation zurückzuführen“, lautet ihr Ergebnis. Auch wenn diese in den 1990er-Jahren beseitigt wurde, leidet das Gestein weiterhin. Vor allem das Magnesiumsulfat, wie das Salz fachmännisch heißt, sorgt für fortschreitende Schädigungen. „Es ist eine tickende Zeitbombe. Denn das Salz hat Sprengkraft im Gestein“, beschreibt Professor Thomas Danzl von der Hochschule für Bildende Künste.

Wie diese Zeitbombe zu beseitigen ist, dafür gibt es allerdings bislang keine allseits greifende Methode. Deshalb soll Leier in den nächsten Wochen an Bruchstücken testen, wie sich das Salz im Gestein so binden lässt, dass es keinen Schaden mehr anrichten kann. „Dieses Phänomen gibt es nicht nur hier, sondern das Salz ist in Thüringen allgemein ein großes Problem“, beschreibt Danzl den Nutzen dieser Forschung. Daneben wird Leier bis zum Juli auch verschiedene Konzepte für die Gestaltung des Raumes erarbeiten. Denn während die Decke aus der Zeit des Barock stammt, sind die Tapeten deutlich jünger. „Man kann die Restaurierung nun auf das barocke Erscheinungsbild festlegen oder die verschiedenen Phasen berücksichtigen“, erläutert Leier.

Leiers Diplomarbeit im Altenburger Schloss ist nicht die einzige Zusammenarbeit mit der Hochschule – auch bei den Roten Spitzen gibt es eine Kooperation. „Es ist eine klassische Win-Win-Situation“, sagt Schlossdirektor Thomas Knechtel. „Für uns wird eine Forschung ermöglicht in einem finanziell vertretbaren Rahmen, den man sonst nicht leisten könnte. Für die Hochschule und die Studenten ist es eine Möglichkeit, praktisch zu arbeiten.“

Genau dies überzeugt auch Uwe Wagner vom Landesamt für Denkmalpflege an solchen Kooperationen: „Es ist eine interdisziplinäre, wissenschaftliche Arbeit, die wichtig ist.“ Denn Leiers Konzept soll langfristig als Grundlage für die fachgerechte Sanierung dienen. Wann diese stattfinden könnte, steht aber noch nicht fest.

Von Jenifer Hochhaus

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