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Altenburg Geringer Besucherandrang zur Modellbahn-Börse in Altenburg
Region Altenburg Geringer Besucherandrang zur Modellbahn-Börse in Altenburg
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13:48 12.09.2016
Holger Wawrzyniak aus Kulkwitz lässt mit seinen Angeboten die Herzen der Sammler höher schlagen. Quelle: Jörg Reuter
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Altenburg

Am liebsten hätte er alles gekauft, gestand der sechsjährige Nils. So cool fand er die Modellbahnbörse am Sonnabend in der Destillerie in Altenburg. „Er hat vor Kurzem von seinem Urgroßvater eine Platte geschenkt bekommen, die wir nun etwas ausbauen wollen“, erzählte Papa Thomas Pürzel. An den knapp 20 Ständen hatte er schon das eine und andere Interessante gesehen. „Und die Sachen, die wir suchen, gibt es hier zu annehmbaren Preisen“, meinte der Altenburger.

Auch wenn es Besucher wie Familie Pürzel zur zehnten Auflage der Modellbahnbörse gab, war Organisator Kai-Uwe Koch die Enttäuschung durchaus anzumerken. Kurz vor Mittag, erfahrungsgemäß die Zeit in der das Gros der Besucher schon durch ist, waren erst knapp 100 Eintrittskarten á 2,50 Euro verkauft. Nur ein Teil von dem, was Koch zum Decken der Unkosten brauchen würde. „Anzeigen für Werbung, die Saalmiete und so weiter“, zählt er auf und ist sich nicht sicher, ob es eine elfte Modellbahnbörse geben wird.

Vor zehn Jahren hatte der Altenburger mit einem Freund aus Erfurt aus einer Laune heraus die Modellbahnbörse ins Leben gerufen. „Bis dahin wurden solche Veranstaltungen eher professionell von Leuten aus den alten Bundesländern veranstaltet“, erinnert sich Koch. Er aber wolle mehr die Hobbyschiene bedienen. So haben nach wie vor Kinder sowie Schwerbehinderte freien Eintritt und von den Ausstellern wird keine Standmiete gefordert. Aber seit drei Jahren kommen spürbar weniger Leute.

Nicht zuletzt der Handel übers Internet machen es den Organisatoren und Eisenbahnverrückten an den Ständen schwer. Dabei loht sich ein Besuch der Modellbahnbörse, fand Koch. Denn im Netz gibt es bei Weitem nicht alles zu kaufen. Beispielsweise die winzigen Ersatzteile seiner Auslagen. Dazu kämen Beratung und Fachsimpelei. Etwa, wie am Stand von Matthias Bär. „Es gibt ja Spielbahner und Modellbahner“, erklärte Bär mit einem Augenzwinkern. Die Spielbahner wollen vor allem, dass alles rollt und schauen nicht so auf das Detail. Die Modellbahner dagegen sind der „schwierigere“ Fall, sie streben größtmögliche Originalgetreue an.

Er gehöre zu den Modellbahnern, gesteht Bär. Zu Hause in Meißen hat er ein 14 mal 2,5 Meter große Anlage aufgebaut und eine Sammlung mit fast 400 Lokomotiven und über 1000 Waggons. Als Kind hat ihn die Leidenschaft eingefangen und nicht wieder losgelassen. Was er in seinen Auslagen hat, sind Bausätze von Aufbauten, Häuser, Bäume und so weiter, die er übrig hat. Ganz ohne Fertigteile geht es bei Bär auch nicht, aber wenn es seine Zeit zulässt, bastelt er lieber Miniaturen von realen Anlagen. „Ich habe zum Beispiel den Bahnhof Klingenberg-Colmnitz detailgetreu nachgebaut.“

Wenn die Männer über ihr Hobby sprechen, leuchten ihre Augen, das Zauberwort dabei ist Detailreichtum. Koch zeigt eine Nachbildung eines Dampflokrades: „Zu DDR-Zeiten hatten die Räder eine Speiche zuwenig.“ Echte Modellbahner wechseln natürlich die Räder. Es ist diese Mischung aus Hobby, Handwerk und dem Beschäftigen mit Industriegeschichte, die die Faszination Mini-Eisenbahn ausmacht, ergänzte Jörg Krautheim.

Thomas Pürzel mit Söhnchen Nils, konnten das beim Stöbern in den Angeboten durchaus nachempfinden. „Aber wir sind komplette Neueinsteiger und fangen erst einmal klein an“, sagte der Altenburger lächelnd, bevor er weiter nach einem Tunnel suchte.

Von Jörg Reuter

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