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Auf der Suche nach den Naturforschern von morgen

Auf der Suche nach den Naturforschern von morgen

Konzentriert bearbeiten die Kleinen den weißen, eierförmigen Gips, bestehend aus Vogelsand, mit kindgerechten Hämmern. Cordula Winter, Kursleiterin des Kinderkollegs im Altenburger Naturkundemuseum Mauritianum, behandelt das Thema "Saurierknochen, Ammoniten und Schriftentierchen - Fossilien kennenlernen und präparieren".

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Titus hat im Kinderkolleg des Mauritianums aus Vogelsand eine Schnecke gebastelt.

Quelle: Mario Jahn

Der elfjährige Titus Szkowronek ist als Erster mit der Aufgabe fertig geworden. Sein Ergebnis hält der Altenburger Grundschüler in Händen: eine Schlitzschnecke. Er ist schon seit mehreren Jahren beim Kinderkolleg dabei und mag das Experimentieren. Daher besucht er nicht mehr die Grundlagenkurse, sondern die der "Schlauen Füchse". Dort kommen begeisterte Naturkundler zusammen, die mehr wissen möchten als noch im Vorschulalter in Kurs 1.

 

Laut dem Leiter des Mauritianums, Mike Jessat, stellen die "Schlaue-Füchse"-Teilnehmer so manchen Museumsmitarbeiter vor eine pädagogische Herausforderung. "Bei einigen Fragen muss man echt gewappnet sein", meint Jessat. Oftmals blieben die Jungen in der Pubertät "eher bei der Stange" als die zwölf- bis 13-jährigen Mädchen. "Uns ist es wichtig, junge Forscher von morgen zu suchen und zu fördern. Das beginnt am besten schon im Vorschulalter", sagt der 46-jährige Leiter. In der Vergangenheit habe die Forschungseinrichtung schon so manchen jungen, ambitionierten Naturwissenschaftler hervorgebracht, der die Erfahrung des Kinderkollegs als "Sprungbrett" genutzt und an Projektarbeiten des Museums teilgenommen hatte, um später in dieser Branche sogar Fuß zu fassen, berichtet Jessat.

 

Seit 2006 bietet das Mauritianum das Kinderkolleg für die kleinen Naturforscher an. Entstanden sei die Idee durch einen Freund des Hauses, der den Förderkreis des Museums noch heute großzügig mit Spenden unterstützt. Der Altenburger Arzt hatte seinem Sohn versprochen, einen Museumskurs belegen zu dürfen. Das Kind schloss sofort auf das Mauritianum, und aufgrund der euphorischen Freude traute sich der Vater nicht mehr, den Irrtum aufzuklären - hatte er doch das Lindenau-Museum gemeint. Also trat er mit der Bitte an das Mauritianum heran, einen Kinderkurs anzubieten. Und so sei der erste Kurs vor neun Jahren zustande gekommen, erläutert Jessat.

 

Mittlerweile lockt das Kolleg-Angebot nicht nur Kinder aus der Skatstadt, sondern auch aus dem Umland an. Die Besucherzahl ist laut Jessat im vergangenen Jahr mit 250 Teilnehmern im Vergleich zu 2013 konstant geblieben. Von dem Argument, dass die Teilnahmegebühr für die Kurse zu hoch sein könnte, hält der Museumsdirektor nichts. "Sechs Euro für einen Kurs ist nicht viel. Ich sage immer: Wer zu 'McDoof' geht und ein großes Happy-Menü bestellt, bezahlt mehr", meint er und schiebt ein Lächeln hinterher. Es sei auch eine langfristige Investition in die Bildung der Schüler. Diese profitierten im Bio- und Sachkundeunterricht von ihren Besuchen des Kinderkollegs, was sich auch in den Noten bemerkbar mache.

 

Während Kursteilnehmer Titus davon träumt, später einmal Polizist zu werden, zieht es Conrad Linzner schon eher in die Naturwissenschaft. Der Beruf des Meeresbiologen hat es ihm angetan. Bei Kinderkolleg-Kursen fängt er furchtlos die Schmetterlinge mit Kescher oder beobachtet Riesenspinnen. "Meine Eltern hatten beschlossen, mich in einem Vorschulkurs anzumelden, weil ich so fasziniert von Riesenkrabben war", verrät der Zwölfjährige.

 

Anmeldungen vor Ort in der Parkstraße 1 in Altenburg oder per Anmeldeformular unter www.mauritianum.de.

Melanie Steitz

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